Test Sonic Mania: Rückkehr zu den Wurzeln des blauen Flitzers

von Emily Schuhmann (14. August 2017)

Schlüpft in die Turnschuhe, behaltet die Stacheln im Auge und verarbeitet fiese Roboter zu Metallschrott. Es ist mal wieder an der Zeit als blauer Überschall-Igel so richtig Gas zu geben.

Nintendo verklagt die Menschen die ihre Spiele so sehr lieben, dass sie ein eigenes Projekt ins Leben rufen - Sega stellt sie ein. Die Programmierer der Metroid-Neuauflage AM2R oder Pokémon Uranium haben guten Grund, Christian Whitehead zu beneiden, denn er lebt den Traum vieler Fans. Nachdem er einige Sonic-Spiele in seiner Retro Engine überarbeitet und mit Segas Segen neuveröffentlicht hat, erscheint morgen am 15. August sein Meisterstück: Sonic Mania.

Dieses 2D-Projekt strotzt nur so vor Leidenschaft und Begeisterung, die nur Fans aufbringen können. Verständlich, denn diese machen einen Großteil der Entwickler aus. Darunter auch Youtuber Tee Lopes, der für seine Videospiel-Remixes bekannt ist und den Soundtrack beisteuert.

Das Spiel weckt Erinnerungen an die guten alten Zeiten, in denen Sonic noch nicht mit Menschen anbandelte. Stattdessen stehen überarbeitete und völlig neue Levels mit tollen Mechaniken und vor allem halsbrecherischer Geschwindigkeit auf dem Programm.

Fusion aus Vergangenheit und Zukunft

Sonic-Veteranen dürfte gleich zu Beginn das Herz aufgehen, denn das erste Gebiet ist die Green Hill Zone mit ihren karierten Hügel. Zwar wurde auch hier schon herumgeschraubt, aber die größeren Unterschiede zeigen sich erst im nächsten Level, Chemical Plant. Hier ist einiges an Vertikalität dazugekommen. Becken voll mit buntem Gel katapultieren euch beispielsweise in die Höhe.

Mit jedem der drei spielbaren Charaktere, nämlich Sonic, Tails und Knuckles, fühlen sich die Levels anders an. Tails kann fliegen, Knuckles klettern und gleiten und Sonic kann den neuen Drop Dash nutzen, der ihm direkt nach der Landung einen weiteren Dash ermöglicht. Diese Fähigkeit besitzt der blaue Igel übrigens auch in seinem kommenden 3D-Abenteuer Sonic Forces.

Diese DNS-Stränge transportieren euch immer nach oben. Nicht alle Fortbewegungsmittel sind so berechenbar.Diese DNS-Stränge transportieren euch immer nach oben. Nicht alle Fortbewegungsmittel sind so berechenbar.

Was sich nicht geändert hat, ist die Essenz von Sonic, die ihr entweder liebt oder hasst. Es gibt keine Tutorials in diesem Spiel. Viele Situationen, Gegner und sogar die Bosskämpfe gegen Dr. Eggman und seine Handlanger, die Hard-Boiled Heavies, erfordern "Trial'n'Error". Die Mechaniken sind nicht immer offensichtlich und mit begrenzten Leben kann das Ausprobieren ganz schön wehtun. Stellt euch darauf ein öfter mit einem Game Over konfrontiert zu werden.

Da ist es auch wenig hilfreich, dass der Levelaufbau so chaotisch ist, dass ihr oft nicht wisst, ob ihr dem Ziel näher kommt oder euch davon wegbewegt. Glücklicherweise sind die Gebiete aber gespickt mit liebevollen Details und so sollte euch immerhin nicht langweilig werden.

Immer schön die Augen auf

In jedem Level gibt es massenweise versteckte Anspielungen zu entdecken. Von versteckt kann man bei Studiopolis nicht wirklich sprechen. Dieses Level teilt sich den Namen mit einem Studio in Los Angeles, das für die Synchronisation vieler Sonic-Spiele zuständig war.

Im Wüstengebiet Mirage Saloon könnt ihr Steckbriefe von Charakteren aus anderen Spielen finden. Was Fang, Bark und Bean wohl angestellt haben?

Der animierte Teil dieses Trailers zu Sonic Mania enthält ebenfalls einige Referenzen, aber besonders interessant ist die Fahrstuhl-Szene. Über den Zahlen Eins, Zwei und Drei steht ein K und dann ein M. Auf diesen letzten Buchstaben drückt der blaue Igel und die Theorie ist naheliegend, dass diese Knöpfe die ersten Sonic-Spiele und Sonic Mania als direkten Nachfolger symbolisieren.

Takashi Izuka, Chef von Sonic Team, deutete an, dass der Erfolg von Sonic Mania die Zukunft der gesamten Marke beeinflussen könnte. Wenn das der erste Schritt in die Zukunft ist, scheint der Igel endlich wieder auf Kurs zu sein.

Meinung von Emily Schuhmann

Zwar habe ich die meiste Zeit mit dem blauen Igel in Sonic Adventure 2 Battle verbracht, aber die zweidimensionalen Spiele haben ebenfalls einen besonderen Platz in meinem Herzen. Deswegen bin ich umso glücklicher, dass Sonic Mania tatsächlich ein würdiger Nachfolger für meine Kindheitserinnerungen ist; im Guten wie im Schlechten.

Die Level sind knallbunt, abwechslungsreich und leider auch ziemlich durcheinander. Ich habe nie verstanden, wie genau man sich darin zurechtfinden soll. Sonic ist schnell und so sollten auch seine Spiele sein, aber es frustriert schon ein wenig, wenn man so gar keine Ahnung hat, wo es gerade hingeht.

Grafisch geht Sonic in diesem Spiel einen Schritt in die Vergangenheit und macht damit gleichzeitig einen Schritt in eine bessere Zukunft.

79

meint: Schnell, bunt, chaotisch und endlich wieder richtig Sonic.

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Tags: Retro  

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