Test Uncharted - The Lost Legacy: Jägerin des verlorenen Schatzes

von Michael Krüger (17. August 2017)

Eine nicht ganz vollwertige Fortsetzung, eine neue Protagonistin und gewohnt kinoreife Unterhaltung formen den jüngsten Ableger von Sonys Abenteuer-Flaggschiff. Spannung garantiert!

Ein Uncharted-Spiel ohne Nathan Drake? Was im ersten Moment etwas seltsam klingen mag, entpuppt sich spätestens nach ein paar Stunden im Spiel als durchaus clevere Entscheidung. Chloe Frazer, erstmals in Uncharted 2 - Among Thieves vertreten, füllt die Fußstapfen des sympathischen Schatzjägers gekonnt aus und macht Lust auf weitere Abenteuer.

Doch nicht nur die Besetzung der Hauptrolle ist anders als in den Vorgängern. Auch das Format ändert sich. Anstelle des gewohnten Epos, das euch über zig Stunden hinweg von einem Schauplatz zum nächsten führt, präsentiert Uncharted - The Lost Legacy eine vergleichsweise kompakte Reise.

Wir verraten euch, ob der etwas geringere Umfang sich dennoch lohnt und was euch im PS4-exklusiven Uncharted - The Lost Legacy neben der Einzelspielererfahrung sonst noch erwartet. So viel sei schon einmal verraten: Langweilig wird es ganz sicher nicht!

Schema "U" wie Uncharted

Wie eingangs erwähnt, erscheint eine der größten Überraschungen direkt auf dem Cover. Anstelle von Nathan Drake, der in allen bisherigen Uncharted-Spielen im Fokus stand, tritt seine alte Bekannte und ehemalige Partnerin Chloe Frazer ins Rampenlicht und nimmt euch mit auf eine abenteuerliche Schatzsuche.

Eine würdige Protagonistin: Schatzjägerin Chloe Frazer.Eine würdige Protagonistin: Schatzjägerin Chloe Frazer.

An ihrer Seite befindet sich die aus Uncharted 4 bekannte Nadine Ross. Diese stand bislang hauptsächlich auf der Seite der Gegenspieler und wechselt nun scheinbar die Seiten. Gemeinsam verschlägt es das Duo in die Ruinen des Hoysala Imperiums, wo sie sich auf die Suche nach dem wertvollen Stoßzahn von Hindu-Gott Ganesha begeben.

Der grobe Aufbau der Handlung ist wenig überraschend und folgt in weiten Teilen dem üblichen Tenor der Serie. Dazu zählen so manche Wendungen, unglückliche Zufälle und ein größenwahnsinniger Bösewicht. Letzterer hört auf den Namen Asav und passt sich wunderbar in die Riege der bisherigen Uncharted-Schurken ein.

Trotz teilweise vorhersehbarer Ereignisse bleibt die Geschichte von Uncharted - The Lost Legacy aber bis zuletzt aufregend und spannend. Kennt ihr vorherige Teile, wisst ihr sicher, dass sich hinter der jeder Ecke Wow!-Momente und atemberaubende Szenarien verbergen. Genau diese Stärke spielt auch Uncharted - The Lost Legacy voll aus und unterhält durchweg auf einem hohen und konstanten Niveau. Starke Charaktere, angenehme Tempowechsel und der eine oder andere Gag lassen die Zeit wie im Nu verstreichen.

Die Essenz der Schatzsucherin

Die Spielmechaniken der Serie entwickeln sich von Teil zu Teil weiter. Neue Elemente erweitern das Repertoire des Akteurs und die Übergänge zwischen Zwischensequenzen und spielbaren Abschnitten verschwinden zunehmend. Uncharted - The Lost Legacy übernimmt großteils das, was ihr aus Uncharted 4 - A Thief's End bereits kennt und verfeinert dessen Formel.

Die Erkundungstour durch das offene Areal zählt zu den Höhepunkten des Spiels.Die Erkundungstour durch das offene Areal zählt zu den Höhepunkten des Spiels.

Technisch gibt es dabei keinen deutlich spürbaren Sprung nach vorne, doch da der Vorgänger noch nicht lange zurückliegt, bleibt das Erlebnis trotzdem modern. Neue Mechaniken, wie etwa Chloes Haarspange, die als Dietrich fungiert und das bisher größte frei erkundbare Areal der Reihe erweitern, was ohnehin schon irre hohen Ansprüchen folgt.

Zeitweise entsteht sogar der Eindruck, dass Chloe den Titel Schatzjäger eher verdient als Nathan. Hierfür ist besonders das eben erwähnte Gebiet verantwortlich, in dem ihr selbst auf Erkundungstour geht, Hinweise sammelt, Rätsel löst und Gegnerhorden bekämpft. Letztere machen, wie in der Serie üblich, erneut einen großen Teil des Spieles aus.

Gewohnt abwechslungsreiche Kämpfe

Die Kämpfe in Uncharted - The Lost Legacy lassen euch meistens die Wahl zwischen Schleichen und Frontal-Angriff. Habt ihr ein wenig Übung, schaltet ihr ganze Mobs per Nahkampf aus dem Verborgenen aus und flitzt wie ein todbringender Blitz lautlos über die Karte. Die nun häufiger auftretenden Ankerpunkte für Wurfhaken erlauben euch teilweise größere Distanzen per Schwung zu überwinden und sorgen für mehr Mobilität.

Chloes Überraschungsangriffe sind tödlich und effizient.Chloes Überraschungsangriffe sind tödlich und effizient.

Die verschiedenen Gebiete, in denen ihr auf Feinde trefft, bieten immer wieder neue Möglichkeiten der Interaktion und fordern eure Kreativität beim Erledigen der Gegner. So sehen die Gefechte oftmals mindestens so filmreif aus wie die Zwischensequenzen. Zerstörbare Deckungen, Sprengsätze und dynamische Abläufe halten euch auf Trab und zeigen die Abenteuerserie in Topform.

Schön ist auch die Tatsache, dass sich die neuen Elemente, wie etwa per Dietrich zu öffnende Vorratskisten und erweiterte Nahkampfmechaniken homogen in das Gesamtbild einbinden. Und das kann sich hören und sehen lassen.

Das "Naughty Dog"-Qualitätssiegel

Es ist wohl sicher zu behaupten, dass es aktuell wenig Spiele gibt, die sich visuell mit Uncharted 4 messen können. Damit ist nicht einmal unbedingt die wunderbar flüssige und saubere Darstellung gemeint, sondern vor allem der hohe Detailgrad und die zumeist gegenwärtige Weitsicht. Hinzu kommen glaubwürdige Gesichtsanimationen und Bewegungsabläufe, die dem Erlebnis eine ganz besondere Art der Substanz verleihen.

Momente wie diese lassen euch schon mal die Kinnlade runterklappen.Momente wie diese lassen euch schon mal die Kinnlade runterklappen.

Uncharted - The Lost Legacy steht dem in nichts nach. Kaum eine Stunde vergeht, in der ihr nicht über die visuellen Eindrücke staunt, und dank der wieder gelungen dargestellten Mimik der Darsteller entsteht innerhalb kürzester Zeit eine gewisse Bindung zu den Figuren. Viele von Chloes Gesichtsausdrücken erwecken sogar den Eindruck, dass die Entwickler dieses Mal noch einen Schritt weiter gegangen sind und damit ein noch natürlicheres Ergebnis erzielen.

Der Soundtrack sorgt für die gewohnt stimmungsvolle Abenteuerkulisse, an der es mal wieder nichts auszusetzen gibt. Ein besonderes Lob verdienen zudem die Synchronsprecher. Auch hier bewegt sich Uncharted - The Lost Legacy auf gewohnt hohem Niveau und klingt sowohl im Original als auch auf Deutsch hervorragend.

Weiter mit: Meinung und Wertung

Inhalt

  • 1. Uncharted - The Lost Legacy: Die ungewöhnliche Fortsetzung im Test
  • 2. Meinung und Wertung

Tags: Singleplayer   Koop-Modus   Multiplayer  

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