Vorschau Total War - Warhammer 2: Erneuter Kriegsausbruch in der Zerbrochenen Welt

von Emily Schuhmann (17. August 2017)

Drachen, Elfen, Magie und Rattenmenschen, die Leichen fressen. Bereits zum zweiten Mal stattet Total War dem Universum von Warhammer einen strategischen Besuch ab.

Da war Sega mal wieder kreativ. Statt das voraussichtlich am 28. September erscheinende Total War - Warhammer 2 in Deutschland vorzustellen, lädt der Publisher zu einem Anspieltermin nach London. Im Endeffekt sind wir mitten im Nirgendwo gelandet, am Rande einer riesigen Kläranlage. Der Geruch war gewöhnungsbedürftig, aber die Location passte definitiv zur spielbaren Demo. Die beschäftigte sich hauptsächlich mit den Skaven, einer Rasse humanoider Ratten, unter dem Kommando von Lord Quiek.

Wie schon im ersten Total War - Warhammer kombiniert das Spiel erneut die Mechaniken der "Total War"-Serie mit dem Warhammer-Universum. Ihr könnt euch also auf ein umfangreiches Strategiespiel freuen, in dem ihr taktische Gefechte mit hunderten Einheiten koordiniert. Alle spielbaren Fraktionen haben dabei individuelle Stärken und Schwächen. Hochelfen sind beispielsweise sehr auf Reinlichkeit bedacht und verursachen mehr Schaden, wenn sie sich noch nicht all zu lange im Schlachtgetümmel befinden. Das könnte den Nagern nicht gleichgültiger sein. Ihre Spezialität ist das Überwältigen durch Masse.

Acht Gründe für ein Ziel

Neben den Skaven und den Hochelfen sind auch noch deren Gegenstücke, die Dunkelelfen, und die Echsenmenschen spielbar. Alle vier Rassen besitzen nicht nur einzigartige Mechaniken, sondern haben auch alle einen eigenen Grund, um den sogenannten Vortex zu kontrollieren. Dabei handelt es sich um einen mächtigen, magischen Mahlstrom, den die Hochelfen erschaffen haben.

Die Hydra kann von den Dunkelelfen in den Kampf geschickt werden. Jede Rasse hat solche einzigartige Einheiten.Die Hydra kann von den Dunkelelfen in den Kampf geschickt werden. Jede Rasse hat solche einzigartige Einheiten.

Durch die unterschiedlichen Beweggründe und Eigenheiten spielt sich die ungefähr 200 Runden lange Kampagne je nach Rasse anders. Insgesamt bietet das Spiel acht verschiedene Ansätze für die Geschichte, denn jede Rasse teilt sich nochmal auf zwei Gruppierungen unter dem Kommando eines Kriegsherren mit eigenem Antrieb auf. Nur das Ziel haben sie alle gemein: mithilfe von Ritualen, die schon für sich den Status Quo auf der Karte verändern können, der Kontrolle des Vortex näher zu kommen.

Dieser Mahlstrom soll vor allem im späteren Spiel noch für Motivation sorgen. Selbst wenn ihr ein übermächtiger Heeresführer seid und eure Feinde dominiert, kann eine kleine Fraktion euch den Vortex wegschnappen und gewinnen. Da alle Beteiligten die Kontrolle erlangen wollen, endet die Kampagne in einem gigantischen Spektakel mit hunderten Einheiten, Drachen und Zaubersprüchen, die von einem Ende des Schlachtfelds zum anderen zischen.

Schlachtgetümmel

Jeder Kampf beginnt mit einer Gegenüberstellung der Armeen, hier könnt ihr wählen, ob ihr aktiv kämpfen wollt oder genug Vertrauen in die Fähigkeiten des Computers beim Auto-Kampf habt. Wollt ihr selbst die Zügel in der Hand halten, wechselt die Ansicht zu einer großen Karte, auf der ihr aus der Vogelperspektive eure Einheiten kommandiert.

Entweder schickt ihr eure gesamte Armee an strategisch günstige Orte oder ihr platziert einzelne Krieger beispielsweise im Wald, um einen Hinterhalt zu stellen. Denn auch das Terrain ist entscheidend. Hügel erhöhen logischerweise die Sichtweite eurer Armee und in bewaldeten Gebieten könnt ihr sogar eure Rattenoger verstecken. Ja, so etwas gibt es.

Wenn ihr einen Kriegsherren mit in die Schlacht ziehen lasst, habt ihr noch den Bonus, das dieser die Truppen mit seiner Anwesenheit oder speziellen Fähigkeiten motivieren kann. Zieht ein solcher Charakter, wie beispielsweise Prinz Tyrion von den Hochelfen, Skave Quiek Kopfjäger oder Kroq-Gar von den Echsenmenschen gegen euch in den Kampf, solltet ihr eure Truppen auf ihn fokussieren.

Ihr könnt aber nicht nur den kriegerischen Weg wählen, auch wenn der Name "Total War" etwas anderes vermuten lässt. Auch die Diplomatie ist eine Option. Wenn ihr es schafft mit anderen Fraktionen ein Bündnis zu schließen, ist das aber nicht die ultimative Erlaubnis weiße Tauben fliegen zu lassen. Die Friedensverträge sind nicht bindend und lassen sich wesentlich leichter brechen als schließen.

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil

Diese politische Herangehensweise ist ein Paradebeispiel für ein Element von Total War, das ihr lieben müsst, um das Strategiespiel wirklich genießen zu können: Massenweise Lesestoff. Gerade als Neuling können die ewig langen Erklärungen etwas überfordern. Auf der anderen Seite übt gerade dieser Tiefgang eine große Anziehungskraft auf viele Spieler aus. Und genau an diese Menschen dachte Creative Assembly bei der Entwicklung: "Wir wollten lieber ein schweres Spiel erschaffen, das von wenigen Spielern geliebt wird als ein einfaches, das von vielen bloß gemocht wird."

Selbst im größten Chaos solltet ihr die Sternmarkierung des Kriegsherren nie aus den Augen verlieren.Selbst im größten Chaos solltet ihr die Sternmarkierung des Kriegsherren nie aus den Augen verlieren.

Aber nicht nur eure Armeen, Städte, Eroberungen und Einheiten könnt ihr im zweiten Teil der "Total War - Warhammer"-Trilogie organisieren. Erneut stehen auch Rollenspiel-Elemente im Vordergrund, und mit jedem gewonnenen Kampf verdienen eure Kriegsherren Erfahrung und steigen im Level. Die Punkte, die ihr euch so verdient, könnt ihr in einem Talentbaum anlegen und die Charaktere eurem Spielstil anpassen.

Das ist besonders für die kompetitiven Mehrspielermodi entscheidend. Ihr könnt euch nämlich nicht nur mit computergesteuerten Gegnern, sondern auch mit menschlichen Widersachern messen. Beispielsweise im neuen "Free for All"-Modus. Sogar die Künstliche Intelligenz sollte euch allerdings eine Herausforderung bieten, denn die Entwickler haben die Kampagne hunderte Male von ihr durchspielen lassen, um Probleme aufzudecken. So entstanden nebenbei auch unzählige neue Armeevorlagen für eure Computergegner.

Da kommt noch mehr

Zukünftig kommt bestimmt noch mehr Inhalt dazu, denn die Entwickler sind bekannt dafür, zahlreiche Erweiterungen nachzuliefern. Der erste kostenlose DLC wurde bereits angekündigt. Wer das Spiel vorbestellt, bekommt das Volk der Norsca für den ersten Teil kostenlos dazu. Das bedeutet eine komplette neue Rasse samt ihrer einzigartigen Geschichte, Armeen und zwei legendären Kriegsherren, die unterschiedliche Ziele verfolgen.

Spielt ihr mit Freunden im kooperativen Modus, könnt ihr dank der Anführer-Duos eine Fraktion sogar gemeinsam zum Sieg führen. Auf der Karte spielt ihr dann abwechselnd eure Runden, während ihr im Kampf eure Armeen gleichzeitig kommandieren könnt. Ein Spieler könnte sich auf den Fernkampf konzentrieren, während der andere den Nahkampf organisiert.

Egal in welchem Modus und mit welcher Rasse, Total War - Warhammer 2 bietet einiges an Beschäftigung und für alle Besitzer des ersten Teils bietet sich die Möglichkeit, beide Spiele zu einem großen Abenteuer zu verbinden. Bis zum dritten Teil der Trilogie dauert es wohl noch eine Weile, aber den zweiten Teil solltet ihr bereits in wenigen Wochen spielen können.

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Tags: Fantasy  

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