Test Yakuza Kiwami: Heimkehr auf Top-Niveau

von Michael Krüger (21. August 2017)

Nachdem das Remake zum ursprünglich ersten Yakuza-Spiel bereits im vergangenen Jahr zum zehnjährigen Jubiläum der Reihe in Japan erschien, erreicht es nun auch endlich den Westen.

2005 erschien Yakuza für die PlayStation 2 und begeisterte sowohl Kritiker als auch Spieler. Seitdem folgten über eine ganze Dekade hinweg unzählige weitere Spiele, wie zuletzt das ebenfalls ordentlich erfolgreiche Prequel Yakuza Zero.

Yakuza Kiwami frischt nun den eigentlichen Beginn der Saga auf und bietet euch nicht nur eine einfache Remaster-Version des Klassikers, sondern eine rundum überarbeitete und sogar erweiterte Fassung. Technisch auf aktuellem Niveau, ist es vor allem die Liebe zum Detail, die deutlich macht, wie viel den Entwicklern die Fans der Reihe wert sind.

Chroniken eines Gangsters

An der grundlegenden Geschichte des Originals ändert sich auch in Yakuza Kiwami nichts. Ihr spielt den im Vergleich mit neueren Teilen noch recht jungen Kazuma Kiryu, der sich als Kleinganove in einem fiktiven Rotlichtviertel von Tokio durchschlägt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wie in der Serie üblich, lässt Kazuma liebend gern die Fäuste sprechen. Oder nutzt herumliegende Gegenstände, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen.

Hier schlagt ihr euch sicher gerne die Nächte um die Ohren.Hier schlagt ihr euch sicher gerne die Nächte um die Ohren.

Doch schon bald bestimmen höhere Ziele das Handeln von Kazuma Kiryu. Das neunjährige Waisenmädchen Haruka benötigt seinen Schutz. Und dann wäre da noch sein angekratzter Ruf, den er wieder reinwaschen möchte. Worüber sicher viele Fans glücklich sind: Kazumas Rivale Goro Majima ist nun deutlich öfter als im Original zu sehen.

Eigentlich waren die Auftritte des Schurken recht rar gesät. Über die Jahre gewann Goro Majima, der vorzugsweise mit einem Baseballschläger seine Argumente untermauert, jedoch immer mehr an Beliebtheit. Grund genug für die Entwickler, den bösen Buben nun häufiger auf euch loszulassen. Passend zum speziellen Humor der Serie tritt Goro Majima in den unmöglichsten Momenten hervor. Mal verkleidet als Polizist, mal als leichtes Straßenmädchen. Das passt wunderbar ins Gesamtbild und wirkt nicht aufgesetzt, sondern sorgt regelmäßig für amüsante Eindrücke.

Doch nicht nur diese Änderung erweitert das Spielerlebnis von Yakuza Kiwami gewaltig. Die gesamte Handlung ist nun umfangreicher und bietet deutlich mehr Tiefgang. Als wäre das Original nicht schon ein echter Zeitfresser, könnt ihr euch nun noch länger mit dem Spiel vergnügen und findet weitere Möglichkeiten eure Zeit zu verbringen. Natürlich dürfen da auch die beliebten Minispiele nicht fehlen. Krallen-Automaten, Baseball-Maschinen, ferngesteuerte Modell-Autos und viele weitere Aktivitäten bieten jede Menge Freizeitbeschäftigungen rund um die ohnehin schon ausufernde Handlung. Genau so muss ein Yakuza-Spiel sein.

Waschechte HD-Politur

Yakuza Kiwami ist nicht die erste Neuauflage von Yakuza. Bereits 2012 respektive 2013 erschienen HD-Versionen des Spiels für PS3 und Wii U. Diese sahen schon ordentlich aus, doch können sie der PS4-Fassung natürlich nicht das Wasser reichen. Alleine der hohe Detailgrad und die Lichteffekte der Spielwelt sind schon eine Erwähnung für sich wert und verhelfen dem Erlebnis zu einer gewohnt starken Authentizität - abseits der humoristischen Einlagen.

Seit 2005 hat sich technisch einiges getan.Seit 2005 hat sich technisch einiges getan.

Yakuza Kiwami hebt die Eindrücke zusätzlich auf eine Auflösung von 1080p mit wunderbar flüssigen 60 Bildern pro Sekunde. Dadurch sehen nicht nur die Kämpfe spektakulärer aus, auch die Immersion der Spielwelt, die sich nah am real existenten Tokioter Bezirk Kamurocho orientiert, ist nun größer denn eh und je. Abgerundet wird die Aufmotzung durch eine überarbeitete Fassung des Soundtracks. Zusammen mit den gewohnt starken Synchronstimmen überzeugt Yakuza Kiwami auch akustisch mit hoher Qualität.

Meinung von Michael Krüger

Ja, Yakuza ist nicht für jeden geeignet. Es als schwere Kost zu bezeichnen, wäre eventuell etwas zu viel des Guten, doch wer mit der japanischen Kultur und vor allem dem Tempo des Spiels nicht viel anfangen kann, der wird auch mit dem neuen Remake nicht glücklich. Da ist es natürlich alles andere als hilfreich, dass Yakuza Kiwami lediglich über eine japanische Sprachausgabe und englische Untertitel verfügt. Immer noch schade, da das mit Sicherheit für so manchen Interessierten zur unüberwindbaren Hürde wird.

Für Fans der Reihe und solche, die es werden wollen, bietet Yakuza Kiwami nicht nur eine großartige Gelegenheit, den frühen Werdegang des berühmt berüchtigten Kazuma Kiryu kennenzulernen, sondern auch ein irre umfangreiches Spielvergnügen, das weder mit großen Momenten noch verspielten Ideen geizt.

83

meint: Dank viel Liebe zum Detail und einem Gespür dafür, was die Fans sich wünschen, einer der besten Teile der Reihe bis dato.

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Tags: Open World   Singleplayer   Remake  

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