gamescom: Darum ist sie für Besucher eigentlich ziemlich grauenvoll

(Kolumne)

von Chiara Bruno (27. August 2017)

Jährlich pilgern mehrere hunderttausend Menschen zu einem magischen Ort im Westen Deutschlands: Auf die gamescom. Die Messe gehörte eine lange Zeit auch für mich zu den Highlights des Jahres: neue Spiele werden angekündigt, tolles Merchandise, Spiele testen und etliches mehr. Doch eines Tages vor zwei Jahren, als ich dehydriert, halb verhungert und verschwitzt auf dem Boden des Außenbereichs der gamescom saß, traf mich die erschütternde Wahrheit:

Die gamescom ist absolut grauenvoll für Besucher. Und der Mist beginnt schon bei der Anreise. Ich hatte damals noch das Glück - meine letzte gamescom war im Jahr 2015 - in Dortmund zu leben, weswegen ich keine Weltreise vor mir hatte. Dafür hatte ich das Glück mit dem Zug zu fahren, der gefühlt die halbe Messe transportierte und in dem Menschen sogar irgendwann anfingen zu rauchen - merkt ja eh niemand. Na gut, ich gebe zu: Das ist nun nicht die Schuld der Messe.

In Köln angekommen erwartete uns die Schlange aus der Hölle, gepaart mit Temperaturen aus der Hölle.

Im Inneren des Messegeländes wären Abkühlung und Stärkung natürlich nicht schlecht. Vorausgesetzt man nimmt bei den Preisen vorher einen Kredit auf - sechs Euro für Pommes. Wat is' dat denn? Aufgrund der unglaublich langen Schlangen kam ich schließlich nur dazu, Mobile-Games zu testen, die ... lassen wir das. Über die Preise des Merchandise lässt sich streiten. Wenigstens konnte ich mir Zelda-Socken kaufen.

Und was ist nun der Sinn der gamescom? Während meiner Erleuchtung ließ ich die Messe Revue passieren: Sich mit hunderten von Menschen um ein hässliches T-Shirt boxen, das in die Menge geworfen wird? Die darauffolgende Gehirnerschütterung? Den ganzen Tag vor einem Spiel campen, das ich dann fünf Minuten spielen darf? Sich im Messe-Labyrinth verlaufen und wahnsinnig werden? Ich musste da raus.

Heute sitze ich auf der Arbeit, schaue mir das Leiden von einer gesunden Entfernung an und denke mir: Gut, dass ich nicht dort bin.

Trotz allem: Den ganz speziellen Wahnsinn der gamescom sollte jeder Spielbegeisterte einmal im Leben erlebt haben und trotz all der Strapazen blicke ich zurück und denke mir: "Es war schon irgendwie geil." Und selbst, wenn es nur darum geht, sagen zu können: "Ich war dabei, ich hab's gesehen!", die Atmosphäre, das Feiern der Branche, das Gefühl unter Seinesgleichen zu sein, das alles kommt auf der gamescom in geballter Form auf euch zu. Trotz Hitze, trotz Wassermangel, trotz unverschämter Preise. Noch dazu haben wir hier in Deutschland die größte Spielemesse der Welt vor der Haustür. Sie komplett außer Acht zu lassen, wäre auch irgendwo ein Vergehen.

Aber es muss dann halt doch nicht jedes Jahr sein ...

Tags: Gamescom 2017  

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