Vorschau Ni no Kuni 2 - Schicksal eines Königreichs: Auf der gamescom angespielt

von Matthias Kreienbrink (25. August 2017)

Was ist mindestens ebenso schön wie ein Film von Studio Ghibli? Genau: Ein Spiel, an dem Studio Ghibli maßgeblich beteiligt ist. Das wisst ihr spätestens seit Ni no Kuni. Endlich naht nun die Fortsetzung.

Eine der großen Fragen vieler Spieler lautet in Bezug auf eine Forsetzung oft: Muss ich den Vorgänger gespielt haben? Die Antwort hinsichtlich Ni no Kuni 2 - Schicksal eines Königreichs lautet: Nein, müsst ihr nicht. Solltet ihr aber! Schließlich ist Ni no Kuni - Der Fluch der Weißen Königin ein wunderschönes Rollenspiel, das darüber hinaus noch durch den farbenfrohen und märchenhaft anmutenden Grafikstil des renommierten Anime-Produzuenten Studio Ghibli glänzt. Erscheinen soll das spielbare Märchen voraussichtlich 2018 für PC und PlayStation 4.

Ni no Kuni 2 ist hinsichtlich der Erzählung ein vollkommen eigenständiges Spiel, das keine Kenntniss des Vorgängers voraussetzt. Die vordergründigen Stärken nimmt es aber dennoch mit. So ist die Spielwelt einmal mehr wunderschön dargestellt. Das Land ist in verschiedene Königreiche aufgeteilt, die alle ein eigenes grafisches Grundthema aufweisen.

Hydropolis: Ein Meisterwerk der Architektur, das leider ständig von einem riesigen Auge überwacht wird.Hydropolis: Ein Meisterwerk der Architektur, das leider ständig von einem riesigen Auge überwacht wird.

Hydropolis zum Beispiel ist eine Stadt, die sich in einen Unterwasser- und einen Überwasser-Abschnitt aufteilt. Das klingt nicht nur interessant, sondern ist auch äußerst ansprechend inszeniert. Dumm nur, dass gerade diese urbane Perle von der paranoiden Königin Nerea regiert wird. Daher hängt über der Stadt ein riesiges Auge, das stets alles beobachtet. Kurzum: Nach außen hin zeigt sich dem Betrachter ein Prachtwerk an Architektur und Gestaltung, auf den zweiten Blick jedoch erkennt ihr einen erbarmungslosen Polizeistaat.

Neuer Kurs, der sich harmonisch einfügt

Scharmützel: Andere Königreiche finden euren Fortschritt nicht immer so toll.Scharmützel: Andere Königreiche finden euren Fortschritt nicht immer so toll.

Ni no Kuni 2 verlässt sich natürlich nicht gänzlich auf die etablierten Spielmechaniken seines erfolgreichen Vorgängers. Neu ist zum Beispiel der "Kingdom Mode", in dem es eure Aufgabe ist, das eigenen Königreich immer weiter auszubauen. Grundstein dafür ist Überzeugungsarbeit. Ihr zieht durch die Lande und überzeugt andere Charaktere davon, dass es die beste Idee aller Zeiten wäre, in euer Königreich zu ziehen.

Gute Argumente allein reichen aber nicht aus. Wo bliebe denn da auch der spielerische Aspekt? Daher gibt es auch eine Reihe an Nebenmissionen, die ihr erfüllen sollt, um die eine oder andere Figur davon zu überzeugen, endlich die Sachen zu packen und umzuziehen. Durch die Erfüllung bestimmter Aufgaben oder das Erschlagen besonders fieser Monster erarbeitet ihr euch das Vertrauen diverser Zeitgenossen, die euch vielleicht anfangs noch skeptisch gegenüberstehen.

Was bringen euch diese Figuren dann? Nun, ein Bootsbauer, zum Beispiel, sorgt in eurem Königreich dafür, dass ihr fortan selbst boote bauen könnt. Diese dienen wiederum dazu, euch die Erkundung entlegenerer Orte zu ermöglichen. Ähnlich verhält es sich mit einem Zauberer, der dann ein Magie-Labor in eurem Königreich eröffnet. Es geht also darum, menschliche Ressourcen strategisch zu planen um ein möglichst florierendes Königreich zu schaffen. Ebenso ist es aber auch möglich, neue Gebäude mit schwer verdienten Goldmünzen zu kaufen.

Freilich wird es den anderen Königreichen nicht unbedingt gefallen, wenn eurer Reich immer größer wird. Expandiert ihr, werdet ihr schnell auf Hindernisse treffen. Dann senden andere Königreiche Armeen, die an eure Mauern klopfen. Was dann beginnt ist ein weiterer neuer Modus: Skirmishes (Scharmützel). In denen steuert ihr kleine Armeen, die auf unterschiedliche Kampftaktiken zurückgreifen.

In der gamescom-Demo konnten wir Bogenschützen und Schwertkämpfer steuern. Mit den Schultertasten bewegt ihr eure Armeen im oder gegen den Uhrzeigersinn. Je nachdem wie diese dann zum Gegner positioniert sind, seid ihr im Vor- oder Nachteil. Bisher wirkt das allerdings nur wie ein netter Bonus zum Hauptspiel, aber nicht viel mehr. Ob und wie das in der noch stattfindenden Entwicklungarbeit vorangetrieben wird, kann noch nicht endgültig beurteilt werden.

Rollenspielkämpfe wie es sich gehört

Die Basis eines ordentlichen Rollenspiels: Fulminant inszenierte Kämpfe!Die Basis eines ordentlichen Rollenspiels: Fulminant inszenierte Kämpfe!

In einer weiteren Demo konnten wir gegen einen dicken Endgegner kämpfen. Unsere Team-Mitglieder haben dabei unabhängig von der Hauptfigur gekämpft. Dürch Drücken von R2 könnt ihr ein Menü für Spezialattacken öffnen. Wie aus Rollenspielen gewöhnt, könnt ihr diese nicht unendlich oft einsetzen, sondern sie verbrauchen Energie. Das Kampfsystem funktioniert gut, erfindet das Rad aber nicht neu. Will es wohl auch gar nicht.

Insgesamt wirkt das Spiel schon jetzt wie aus einem Guss. Wenn man sich auf der Oberwelt oder Oberfläche bewegt, werden die Figuren zu kleinen Kopffüßern. Wenn man Städte oder andere Orte, ebenso Kämpfe, erreicht, wechselt man in die schöne Anime-Ansicht.

Es scheint so, als würde sich Ni no Kuni 2 zu einer konsequente Fortsetzung des ersten Teils entwicklen, die geschichtlich ohne Verbindung dazu auskommt. Die bisher gesehenen Neuerungen, die dem Spiel interessante Aspekte hinzufügen, sind zwar teils noch nicht gänzlich ausgereift, mit etwas Feinschliff können sie aber für das Spiel ein großer Gewinn werden. Hervorzuheben ist auf jedne Fall schon jetzt der „Kingdom Mode“, der dem Gesamtablauf noch eine zusätzliche Motivationsebene hinzufügt.

Tags: Anime   Fantasy   Gamescom 2017  

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