Der Moment, da "4K" und "HDR" zu mehr als nur leeren Begriffen wurden

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (02. September 2017)

4K, freilich. HDR, unbedingt. "Redet ihr nur", war die Einstellung, die ich lange Zeit hatte. Wird ja doch keinen großen Unterschied machen, ist nur die nächste PR-Sau die durchs Dorf gejagt wird. Doch dann war es an der Zeit für mich, einen neuen Fernseher zu kaufen.

Mit (geheucheltem) Interesse habe ich unsere Artikel zu 4K-Gaming am PC sowie dem Pendant 4K-Gaming an der Konsole gelesen. Dort wird erklärt, wie man optisch alles aus den Geräten rausholt. Auch könnt ihr da genau nachlesen, was 4K und HDR bedeuten, falls euch diese Begriffe gar nichts sagen.

Ich jedoch war skeptisch nach der Lektüre. Schon beim Sprung von 720p zu 1080p konnte ich nicht viel mehr als ein Schulterzucken aufbringen. Klar, bisschen schärfer war es irgendwie. Aber änderte das nun wirklich irgendwas?

Neuer Fernseher, neues Glück?

Doch nun hatte ich eben vor, mir einen neuen Fernseher zu kaufen. Nachdem ich verschiedene Angebote studierte und mir diverse Meinungen von diversen Menschen einholte, betrat ich schlussendlich ein Elektronikfachgeschäft, zeigte auf einen Fernseher, bezahlte, rief ein Taxi und hatte das Teil dann endlich in meiner Wohnung stehen. UHD 4K, HDR, 55 Zoll. Klingt alles super. Doch sind wir mal ehrlich: Unser Hobby verlangt echt viel Geld. Immer wieder gibt es neue Trends, Verbesserungen, Upgrades und mehr. Nur selten handelt es sich dabei wirklich um sinnvolle Anschaffungen. Vielmehr werden wir zu immer mehr Konsum getrieben. Zücken oftmals grinsend den Geldbeutel und zahlen, ohne groß zu hinterfragen. Siehe auch unser Special "Problem Fanboy: Wieso blindes Fan-Sein allen schadet".

Denn neben einem entsprechenden Fernseher oder einem teuren Monitor braucht ihr auch noch andere teure Geräte. Eine Konsole etwa, die diese Neuerungen auch unterstützt. Während HDR, also High Dynamic Range, auch von den Standard-Versionen unterstützt wird, braucht ihr für 4K eine PlayStation 4 Pro beziehungsweise eine Xbox One X, die planmäßig am 7. November erscheinen soll. PC-Spieler müssen freilich immer wieder ihren PC aufrüsten, um vorne mit dabei zu sein. Und vorne mit dabei sein wollen einige, dafür sorgt allein schon die viele Werbung.

Die Grafik-Erweckung

Mit all diesen Hintergedanken und den Selbstzweifeln im Kopf muss ich jedoch gestehen, dass Uncharted - The Lost Legacy IN 4K UND MIT HDR EINFACH UNVERSCHÄMT GUT AUSSIEHT. Nach diesem emotionalen Ausbruch den ich hatte, als mein Fernseher - nach kurzer Einrichtung - die ersten Bilder wiedergab, möchte ich jetzt aber zu ein wenig Sachlichkeit zurückfinden. Tatsächlich muss ich nämlich gestehen, dass dieses 4K und dieses HDR, diese bisher für mich so leeren Begriffe, mit etwas Erfahrbarem gefüllt wurden.

So saß ich nun also vor ein paar Tagen vor meinem neuen Fernseher und musste mir selbst eingestehen, dass das alles verdammt gut aussieht. Nicht nur ist das Bild dank 4K äußerst scharf, auch wirken die Farben dank HDR sehr viel kräftiger. So betrete ich nun etwa dunkle Räume und sehe plötzlich Details und Schattierungen, die ohne HDR nicht sichtbar sind. Andersrum leuchtet mir Helligkeit entgegen, die sonst im Mischmasch der Farben untergegangen ist. Wenn ein Scheinwerfer von der Kamera des Spiels eingefangen wird, blendet er mich tatsächlich kurz, wirkt wie ein echter Scheinwerfer: ein wenig störend. Ich merkte, wie ich mit einem dicken Grinsen alle möglichen Spiele ausprobierte und Verbesserungen entdeckte. Und das obwohl - so dachte ich zumindest bisher - mir Grafik eigentlich gar nicht so wichtig ist.

Allen Zweiflern unter euch kann ich also sagen, dass 4K und HDR tatsächlich einen Unterschied machen. Dass sie nicht nur leere Begriffe sind, die kaum Veränderung bringen. Ob euch diese Veränderung jedoch das viele Geld wert ist, das ist eine ganz andere Frage. Und im Zweifelsfall ist es wohl immer noch besser, sich gegen den Konsum zu entscheiden. Oder?

Tags: Hardware  

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