Test Knack 2: Sony lässt es erneut knacken

von Sören Wetterau (05. September 2017)

Der Vorgänger hat viele zum Start der PlayStation 4 enttäuscht, jetzt soll es der zweite Teil inklusive Koop-Modus richten. Haben Knack und seine Freunde eine weitere Chance verdient?

Als "Lead System Architect" ist der Name Mark Cerny fest mit der PlayStation 4 verbunden - aber auch mit Knack. Das Action-Adventure sollte die aktuelle Sony-Generation zu Beginn etwas familienfreundlicher gestalten und scheiterte an diesem Vorhaben. Kein Wunder, dass im Rahmen der PlayStation Experience 2016 kaum jemand die Ankündigung von Knack 2 ernstgenommen hat.

Zu Unrecht, denn Cerny und Sony Japan beweisen, dass sie aus den Fehlern des Vorgängers gelernt haben. Knack 2 ist runder, kurzweiliger, knackiger (entschuldigt, der musste sein!), aber leidet weiterhin an einem großen Problem im Vergleich zur Konkurrenz wie Ratchet & Clank oder Crash Bandicoot N. Sane Trilogy. Wie sich das gestaltet, erörtern wir für euch in den folgenden Zeilen. Knack 2 erscheint voraussichtlich am 6. September 2017 für die PlayStation 4.

Killerroboter auf Abwegen

Knack 2 beginnt in der Gegenwart: Knack und sein bester Freund Lukas werden Zeuge einer Invasion von Killerrobotern, die eine Stadt in Grund und Boden stampfen. Das gilt es natürlich zu verhindern, aber vorerst muss in Erfahrung gebracht werden, woher diese mächtigen Feinde stammen und vor allem was die Kobolde damit zu tun haben. All das klärt sich in einer Rückblende, die die vergangenen sechs Monate umfasst und nach und nach aufzeigt, wieso vermeintlich die Heldentruppe für das Chaos verantwortlich ist.

Die Gebiete von Knack 2 fallen abwechslungsreich, aber auch sehr linear aus.Die Gebiete von Knack 2 fallen abwechslungsreich, aber auch sehr linear aus.

Die Prämisse fällt damit spannender aus als im Vergleich zum Vorgänger, nimmt sich aber immer noch viel zu ernst. Während viele Genrevertreter bewusst auf eine seichte Geschichte mit humorvollen Charakteren oder Anspielungen setzen, versucht Knack 2 in den Zwischensequenzen und Dialogen die Bedrohung durch die Kobolde als ernsthafte Gefahr zu verkaufen. Das klappt allerdings nur bedingt, da sämtliche Charaktere lediglich oberflächlich gezeichnet sind und selbst die Synchronsprecher ihnen kaum Leben einhauchen können. Im besten Falle erinnert die Geschichte von Knack 2 an einen mittelmäßigen Samstag-Morgen-Cartoon.

Kämpfen, rätseln und hüpfen

Den größten Qualitätssprung vollzieht Knack 2 bei seiner Spielmechanik, die sich zumindest auf dem Papier erst einmal nicht sehr geändert hat. Die Levels bestehen weiterhin aus einer kurzweiligen Abfolge von Arena-Kämpfen, Sprungpassagen und kleinen Rätseln. In allen drei Teilabschnitten haben die Entwickler allerdings deutlich zugelegt.

Bei den Kämpfen verfügt Knack nun über ein deutlich breiteres Repertoire an Manövern, die im Laufe des Spiels über einen Talentbaum weiter verbessert werden. Mit dem Powerschlag lassen sich beispielsweise ganze Rüstungsteile oder Schilde der Gegner abtrennen, danach folgt ein Schlaghagel mit abschließenden Kinnhaken und Ruhe ist im Karton. Die Kämpfe sind zwar nicht allzu komplex, aber vor allem im Koop-Modus, bei dem der Spielpartner ab sofort über seinen ganz eigenen Knack verfügt, weiß die launige Prügelei mit Kobolden und Robotern zu unterhalten.

Doch nicht nur die Kämpfe haben zugelegt, sondern auch die Sprungpassagen. Das liegt unter anderem daran, dass der Spieler in Knack 2 selbst entscheiden kann, wann er sich zum kleinen Knack zurückschrumpfen möchte. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten, etwa bei Sprungpassagen, in denen nach jeder Landung zwischen dem kleinen und dem großen Knack hin- und hergewechselt werden muss. Praktisch: Wer nach einigen Minuten partout nicht des Rätsels Lösung erkennt, kann eine alternative Hilfe aktivieren, die den Weg anzeigt.

Flüssiges Spielerlebnis

Auf der technischen Seite hat Knack 2 nur in kleinen Details aufgerüstet und erinnert weiterhin an einen typischen "gewollt, aber nicht ganz gekonnt"-Pixar-Stil. Auf der PlayStation 4 wird das Action-Adventure in klassischer 1080p-Auflösung und einer variablen Bildwiederholrate ausgegeben, die insgesamt ein flüssiges Spielerlebnis ermöglicht. Optional lässt sich Knack 2 auf 30 Bilder pro Sekunde begrenzen.

Irren wir uns oder besitzt Knack-Freund Lukas leichte Ähnlichkeiten zum Produzenten Mark Cerny?Irren wir uns oder besitzt Knack-Freund Lukas leichte Ähnlichkeiten zum Produzenten Mark Cerny?

Auf der PlayStation 4 Pro bietet Knack 2 gleich zwei Grafikmodi: Im "High Definition"-Modus werden hochauflösende Grafiken für 4K- und HDTV-Fernseher geboten, während der Framerate-Modus stabile 60 Bilder pro Sekunde im üblichen 1080p-Modus verspricht.

Meinung von Sören Wetterau

Hätte mich jemand vor einigen Monaten gefragt, ob ich einen Nachfolger für Knack gebrauchen könnte, hätte ich dankend abgelehnt. Der Vorgänger war in meinen Augen ein ganz klassischer Starttitel, der vielleicht nett gemeint war, aber nicht so richtig Eindruck hinterlassen konnte. Angesichts der teils harschen Reaktionen nach der Ankündigung von Knack 2 bin ich wohl mit dem Gefühl nicht ganz allein gewesen.

Knack 2 zeigt mir jedoch, dass die Entwickler an ihren Spielhelden glauben und aus Fehlern gelernt haben. Vor allem im Koop-Modus ist die Mischung aus Kämpfen und Jump and Run gut gelungen und sorgt für ein kurzweiliges Wochenend-Abenteuer, welches allerdings der Konkurrenz immer noch ein Stück weit hinterherhinkt. Das liegt mitunter an Knack selbst, der vermutlich nie den Charme eines Mario, Crash Bandicoot oder Ratchet erreichen wird.

Hat euch dieser Artikel gefallen? Oder habt ihr Anregungen, Kritik, Verbesserungsvorschläge? Lasst es uns gerne wissen! Schreibt uns eine Mail an redaktion@spieletipps.de und verratet unserer Redaktion eure Meinung.

71

meint: Rundum verbesserter Nachfolger, der mit seinen Kämpfen und Sprungpassagen vor allem im Koop für ein kurzweiliges Abenteuer sorgt.

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Tags: Singleplayer   Koop-Modus  

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