Test The Binding of Isaac: Blut, Satan und Exkremente

von Daniel Kirschey (07. September 2017)

Anfangs ein Geheimtipp, inzwischen auf fast jedem System erschienen, freuen sich nun auch "Nintendo Switch"-Besitzer über The Binding of Isaac - und das in einer ganz besonders schicken Version.

Sechs Jahre sind ins Land gezogen. Sechs Jahre in denen Spieler auf der ganzen Welt als kleines nacktes und weinendes Kleinkind namens Isaac versuchen, die eigene Mutter mit den eigenen Tränen umzubringen. Hm, so kurz zusammengefasst, klingt das ziemlich krank. Na ja, wer einmal The Binding of Isaac gespielt hat, wird sagen: "Ist es ja auch!" Zum Glück.

Doch wie schlägt sich das Spiel eigentlich auf der Switch? Denn obwohl schon ein älteres Spiel, kamen ein Remake und dazu einige Erweiterungen heraus, die es jetzt auf die Switch geschafft haben. Zudem ist es jetzt in einer schicken Ladenversion mit Retro-Booklet (dazu nachher mehr) rausgekommen. Modul aus der Hülle, in die Nintendo-Konsole und los.

Blut, Satan und Exkremente

Auf den ersten Blick sieht The Binding of Isaac aus wie ein absurder Zelda-Klon. Beschränkt auf die Verliese. Denn schon zu Anfang flüchtet Isaac vor seiner Mutter in den Keller.

Überall BLUT!Überall BLUT!

Der Weg ist klar. Immer tiefer in die Gemäuer. Auf dem Weg dahin, watet Isaac durch Exkremente, bekämpft mit seinen Tränen explodierende Fliegen, Blut kotzende Kreaturen, herumhüpfende Kackehaufen und allerlei anderes Gezücht. Bomben räumen in bester Zelda-Manier bestimmte Steine aus dem Weg und öffnen geheime Räume.

Truhen und Räume hinter goldenen Türen bergen Gegenstände, die die Reise Isaacs in den Wahnsinn der Tiefe erleichtern oder - ja, schlichtweg verändern. Denn unter all den Körpersäften steckt ein sogenannter rogue-like Shooter. Das Wörtchen "rogue-like" stammt vom gleichnamigen Spiel Rogue aus dem Jahre 1980. Das bedeutet: prozedural generierte Spielwelt, der Tod ist endgültig. Nach dem Ableben von Isaac fangt ihr somit wieder ganz am Anfang an.

Eine Welt voller Möglichkeiten

Nach dem Tod ist alles wieder offen: Die Spielwelt ist völlig neu zusammengesetzt, die Gegenstände, die ihr finden könnt, sind neu verteilt, andere Bosse erscheinen.

Die Boss-Kämpfe sind besonders intensiv.Die Boss-Kämpfe sind besonders intensiv.

Hier entfaltet The Binding of Isaac seine Suchtwirkung. Bei jedem Beginn eines neuen Spiels fragt ihr euch, was diesmal auf euch wartet. Mit der Zeit bekommt ihr heraus, welche Gegenstände was bewirken - das wird euch nämlich nur in kryptischen Einzeilern erklärt. Ein Beispiel: Findet ihr Bob's Rotten Head (Bobs verrotteter Kopf), lässt euch dieser Giftbomben werfen.

Herauszubekommen, was die vielen Gegenstände machen und einen perfekten Isaac zusammenzubauen, der euch in den vielen Levels nicht schlicht wegstirbt, ist die große Kunst. Das ist auch das, was euch immer wieder zur Switch greifen lässt, um noch einen Versuch zu wagen.

Zudem könnt ihr bestimmte Vorschritte in einem Meta-Spielprinzip freischalten. Für erreichte Challenges oder andere Dinge, schalten sich neue Charaktere frei, die beispielweise mehr Leben haben, fliegen können oder mehr Schaden austeilen. Das macht wiederum neue Versuche zusätzlich interessanter.

Perfekt für die Switch

Die Portierung auf Nintendo Switch ist gelungen. Alle Extra-Inhalte finden sich in der Laden- und Download-Version. Ihr müsst also nichts mehr nachkaufen.

Mit der Zeit schaltet ihr neue Charaktere frei.Mit der Zeit schaltet ihr neue Charaktere frei.

Das Schöne an der Ladenversion ist das "Booklet", das dem Spiel beiliegt. Wie die Anleitung des erstens Zelda-Spiels aufgemacht, lässt es jedes Retro-Herz schneller schlagen. Darüber hinaus ist The Binding of Isaac auch so perfekt für die Switch. Das Spiel zeigt wie gut es sein kann, auf großem Bildschirm die volle Wucht der kranken Welt in sich aufzusaugen - aber auch, wie praktisch es ist, einen Versuch im Fleisch- und Exkrement-Labyrinth unterwegs durchzuprobieren.

Bis zum nächsten Ableben können Minuten oder Stunden vergehen. So bietet sich die Switch gerade dazu an, The Binding of Isaac nicht nur im Großen zu genießen, sondern auch kurz vor dem Spülen, Weggehen, Wäschewaschen oder Schlafengehen in der Handheld-Variante einen weiteren Versuch zu starten. Einen kleinen Haken gibt es jedoch: Spiel wie auch Anleitung sind komplett auf Englisch.

Meinung von Daniel Kirschey

Wie ihr sicherlich aus dem Text schon herauslest: Ich liebe dieses Spiel. Natürlich weiß ich aber auch, dass das Spielprinzip nicht für jeden etwas ist. Wer sich von sogenannten "Permadeaths" frustrieren lässt und dadurch die Lust verliert, der sollte die Finger von The Binding of Isaac lassen.

Auch wenn ich - zugegeben - noch nicht alle Enden des Spiels gesehen habe, setzt bei mir immer wieder von neuem der Drang ein, genau dies zu erreichen. Inzwischen gibt es mehr als 500 Gegenstände, die zufällig im Spiel verteilt werden. Hier bei vielen Versuchen immer wieder auf noch nie gesehene Gegenstände zu treffen, macht schlichtweg Spaß und verändert einen Durchlauf signifikant genug, dass der Wiederspielwert enorm ist.

Zusätzlich kommt hinzu, dass mir die krude und kranke Welt gefällt, in der The Binding of Isaac stattfindet. Umso schöner ist es, dass die Ladenversion des Spiels mit der Anleitung kommt, die in US-Amerika lediglich der Erstauflage beilag.

88 Spieletipps-Award

meint: Krankes, rogue-like Actionspiel, das einen ordentlichen Suchtfaktor hat.

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Tags: Singleplayer  

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