Test Destiny 2: Space-Opera mit Problemchen

von Spieletipps-Team (06. September 2017)

Destiny 2 verdient unsere volle Aufmerksamkeit. Daher sind wir so frei und nehmen uns die Zeit, wirklich alles zu testen, bevor wir uns eine Wertung erlauben. Trotzdem haben wir für euch schon jede Menge interessanter Infos von einem Anspiel-Termin in Seattle mitgebracht.

Destiny 2 ist groß. Sehr groß! So groß, dass wir tatsächlich etwas Zeit brauchen, um das Spiel in seinem vollen Umfang und all seinen Aspekten genau zu beleuchten, bevor wir eine klare Testwertung abgeben können. Die Server sind seit heute Nacht online und wir sind auch schon fleißig am Spielen.

Wie sich dann letztendlich das Spielgefühl, vor allem im direkten Vergleich mit dem Vorgänger, neue Mechaniken und die technische Infrastruktur gestalten, werden wir euch auf jeden Fall zeitnah und detailliert berichten. Vorab gibt es auf jeden Fall schon mal einen Einblick in die Geschichte und die Hintergründe, die wir auf einem Anspiel-Event in Seattle in Erfahrung bringen durften.

Eines direkt zu Beginn: Destiny 2 ist gut. Es ist besser als der ursprüngliche Teil und im Grunde sehr viel von dem, was sich die Spieler schon damals wünschten. Und doch hatten wir beim Anspiel-Event in Seattle das Gefühl, es fehlt noch etwas zur perfekten Space-Opera.

Wo befinden wir uns?

Die letzte Stadt liegt in Schutt und Asche. Ghaul und seine Armee haben die Menschheit und den Reisenden angegriffen, raubten den Hütern ihr Licht. Und nun? Was tun in einer Welt ohne Licht? Neue Hoffnung finden und sich den Gefahren durch die bösartigen Aliens stellen, ganz klar! Das ist die Ausgangssituation in Destiny 2.

"Die Welt ist im Wandel ..." - Ach ne, falsche Geschichte."Die Welt ist im Wandel ..." - Ach ne, falsche Geschichte.

Doch zunächst gilt es, die verloren geglaubten Mächte wiederzuerlangen. Dafür verschlägt es euch in die European Dead Zone, auf die Monde Io und Titan und nach Nessus, einem unbekannten Objekt in unserem Sonnensystem. Vergessen sind Alt-Russland und die anderen Planeten aus dem ursprünglichen Destiny. Das ist aber nichts Schlechtes. Auch wenn Destiny 2 kaum grafische Sprünge macht, so sind die einzelnen Zonen doch extrem beeindruckend.

Das liegt nicht zuletzt an den zahlreichen Details, welche die Macher einbauten. Jeder Ort, jede Ruine, jede Landstraße und jedes Waldgebiet in der EDZ wirken, als hätten sie einen Sinn. Selbiges gilt natürlich auch für die übrigen Welten, die in Destiny 2 eine Rolle spielen. Die Erzählungen des Spiels sind spürbar mit der Welt verwoben. Als warte eine große Geschichte nur darauf aus den Hinweisen destilliert zu werden. Und zumindest vom Gefühl her sind die Welten bedeutend größer gestaltet als noch im Vorgänger.

Von der epochalen Musik ganz zu schweigen, Destiny 2 ist untermalt von einem Klangteppich, der trotzdem in jeder Situation variiert und in jeder Welt ein eigenes Thema besitzt und dabei perfekt an unterschiedliche Gefühle appelliert: Stolz, Angst, Ehrfurcht – hier lohnt sich der Kopfhörer.

Eine Geschichte wie in einer Soap

So gut und faszinierend Welt und Musik auch sind, so enttäuschend ist die Geschichte. Zumindest ein wenig. Ohne Zweifel, Destiny 2 konnte vieles nur besser machen, und dennoch bleibt beim Spielen ein leicht bitterer Beigeschmack. Zu offensichtlich sind die Verhältnisse von Gut und Böse. Zu offensichtlich die Sache mit dem „einen, auserwählten Hüter“ – (was bei einem Multiplayer-Spiel ja eh immer etwas eigenartig wirkt).

Solche außerweltlichen Eindrücke sind es, in denen Destiny 2 seine Stärken beweist.Solche außerweltlichen Eindrücke sind es, in denen Destiny 2 seine Stärken beweist.

Zu offensichtlich auch die Handlungsweise von Ghaul, gleichzeitig zu unglaubwürdig die zweite große Gefahr, die der Bösewicht aus einer fremden Galaxie mitbringt, und bei allem schreitet die Geschichte zu schnell voran. Beim Event in Seattle konnten wir einen sehr großen Teil der Story spielen, sollte sich zum Ende hin kein vollkommen unerwarteter Twist ergeben – oder ein anderer Cliffhanger – dann wäre das tatsächlich eine Enttäuschung bei einem sonst gelungenen Neustart.

Allerdings liegen meine Hoffnungen hier auf den bereits angekündigten DLCs, die Destiny 2 storytechnisch noch die nötige Tiefe verleihen könnten. Immerhin schaffen auch andere "Triple A"-Spiele eine spannende Story, interessante Charaktere und einen netten Cliffhanger miteinander zu kombinieren. (Siehe Horizon - Zero Dawn)

Allerdings wäre Destiny 2 keine richtige Soap, gäbe es nicht auch kleinere Story-Bögen, die in dem Falle in den Abenteuern oder Lost Sectors zu finden sind. Keine vollwertigen Story-Quests oder richtigen Dungeons, aber eben doch mehr als einfach nur die wieder und wieder aufgegossene fünfte Variante einer Patrouillen-Mission (keine Sorge, die gibt's auch). Wie in Teil 1 verlangt auch das neue Destiny, dass ihr als Hüter die Welt und die Geschichte um euch herum entdeckt, nur eben nicht in dem zerstückelten, unzusammenhängenden und unlogischen Ausmaß wie damals. (Auch Grimoire-Karten sind passé.)

Der Warlock in Aktion. Die Inszenierung kann sich auf jeden Fall sehen lassen.Der Warlock in Aktion. Die Inszenierung kann sich auf jeden Fall sehen lassen.

Meinung von Spieletipps-Team

Destiny 2 ist gut. Es hat Erwartungen geschürt und auch erfüllt, nur in manchen Punkten ist noch Luft nach oben. Eine abschließende Bewertung lässt sich allerdings nach dem Seattle-Event noch nicht liefern. Dafür fehlt uns noch der wichtigste Story-Teil und natürlich die Erfahrung im gemeinsamen Spielen mit anderen Hütern.

Auch der Raid und die angekündigten Strikes steuern ihr Übriges zur Gestaltung dieser Space-Opera bei. Eines können wir zum Schluss aber in jedem Fall festhalten, Destiny 2 ist wie Destiny, nur ohne die ganzen nervigen und störenden Dinge. Sowohl Veteranen als auch Neulinge werden auf ihre Kosten kommen und der Neustart der Story ist in jedem Fall geglückt.

83

meint: Stark verbesserter Online-Shooter, der vor allem inhaltlich deutlich zugelegt hat und mit seiner Item-Spirale für etliche Stunden begeistern kann.

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Tags: Science-Fiction   Online-Zwang   Multiplayer  

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