Vorschau South Park - Die rektakuläre Zerreißprobe: von Rosettenrosenkränzen und transgender Superhelden

von Markus Rehmann (07. September 2017)

Heul leise, Batman! Du hast nur mitangesehen, wie deine Eltern ermordet wurden. Wir mussten miterleben, wie unser eigener Vater unsere Mutter pimpert! Das ist wahres Grauen!

Ob uns diese Vorgeschichte letztendlich auch zum krasseren Superhelden macht, bleibt abzuwarten. Die ersten vier Stunden der rektakulären Zerreißprobe, die wir schon antesten durften, lassen aber großes vermuten - nicht nur, was unsere Helden-Karriere angeht, sondern auch was den Wahnsinn betrifft, der uns im neuen "South Park"-Abenteuer an der Seite von The Coon (aka Eric Cartman) und seinen Freunden erwartet.

Hihihi, er hat "blasen" gesagt!

Jegliche Bedenken, die wir noch im Vorfeld hatten - sei es, weil das Spiel mehrmals verschoben wurde oder weil es im Endeffekt wieder an den gleichen Schauplätzen wie schon der Vorgänger spielt (South Park bleibt eben South Park) - waren innerhalb kürzester Zeit wie weggeblasen.

Das liegt vor allem an der erneut genial absurden (und diesmal auch in Deutschland absolut unzensierten!) Story, die uns hier aufgetischt wird. Um euch nicht zu spoilern - und ehrlich gesagt auch, weil es quasi unmöglich ist, diesen herrlichen Quatsch auch nur annähernd adäquat rüberzubringen - hier nur eine kurzer Abriss:

Das Abenteuer setzt nahtlos am Ende des ersten Teils an. Cartman hat keinen Bock mehr auf Fantasy-Gedöns und streift ab sofort als Coon - halb Mensch, halb Waschbär - durch die Nacht, um Verbrechen zu bekämpfen und vermisste Katzen aufzustöbern ... und um dicken Reibach zu machen - Social-Media-Strategie, Merchandise-Shop und Verfilmungs-Pläne stehen schon. Dabei kommt ihm allerdings eine konkurrierende Heldengruppe um den unsterblichen Mysterion (auch bekannt als Kenny) in die Quere, die ebenfalls um Ansehen und Follower buhlt.

Nun regiert der Coon

Eine perfekte Vorlage, um erneut alles zu verarschen, was Nerd- und Popkultur aktuell so hergeben: Vom ausufernden Marvel-Film-Universum über Social-Media-Influencer bis hin zu Trumps Redneck-Amerika wird hier alles ohne Rücksicht auf Verluste durch den Kakao gezogen. Sogar die unsäglichen Fidget Spinner haben es ins Spiel geschafft!

Die Entwickler schaffen es obendrein, die Charakterentwicklung sehr geschickt in die Story einzuflechten. Was sich Cartman in den Kopf setzt, wird gemacht. Von allen. Also muss auch das neue Kind in der Stadt mitziehen, das gerade erst als glorreicher Held aus der Schlacht um den Stab der Wahrheit hervorgegangen ist ... und jetzt wieder von vorne anfangen darf, mit dem Ausfüllen eines neuen (Super-)Heldenbogens.

In Coons Hauptquartier wird aber erstmal nur das Wichtigste festgelegt: Eine Superheldengattung wird ausgewählt und damit die Fähigkeiten unseres Charakters bestimmt. Anfangs stehen drei Ausrichtungen zur Wahl: Der Speedster (Vorbild ist offensichtlich The Flash) ist so schnell, dass er für seine Feinde kurzzeitig unsichtbar wird und Turbo-Schellen aus heiterem Himmel verteilen kann. Der Brutalist ist der klassische Nahkämpfer (und von "Das Ding" inspiriert), mit im wahrsten Sinne durchschlagenden Attacken und der Blaster (in dessen Sparte zum Beispiel auch "Die menschliche Fackel" fallen könnte) attackiert gerne aus der Ferne mit Feuerbällen und Laserstrahlen.

Am Anfang habt ihr die Wahl aus drei Heldengattungen. Jede verfügt über drei individuelle Attacken und einen besonders durchschlagskräftigen Ultimate-Angriff.Am Anfang habt ihr die Wahl aus drei Heldengattungen. Jede verfügt über drei individuelle Attacken und einen besonders durchschlagskräftigen Ultimate-Angriff.

Kein Geschlecht ist schlecht

Dann kriegen wir ein entsprechendes Kostüm verpasst und vom Coon eine Hintergrundgeschichte aufgebrummt - wie gesagt: Eltern ... Sex ... furchtbar!!! Alle weiteren Punkte auf dem Charakterbogen - zum Beispiel unsere Religion, unser Kryptonit oder noch mehr Superfähigkeiten - werden erst nach und nach im weiteren Verlauf der Geschichte ausgefüllt.

So geraten wir später etwa in die Fänge von Mr. Mackey, der uns ein sehr unangenehmes Gespräch über unsere Sexualität aufdrückt. Während diesem entscheiden wir uns spontan dafür, dass wir weder männlich noch weiblich sein wollen und prompt wird das auch so auf unserem Heldenbogen eingetragen. Mr. Mackey weiß nicht so recht, wie er mit einem transgender Schüler umgehen soll. Die Rednecks, die uns direkt im Anschluss vor der Schule auflauern, haben dafür ganz genaue Vorstellungen. Was uns zum nächsten Grund bringt, warum uns das neue South Park sofort wieder in seinen Bann gezogen hat ...

Die eher maskulin ausgerichteten Herrschaften aus der Provinz irritiert das Konzept "Transgender" dezent, weswegen sie höflich zum Fausttanz auffordern.Die eher maskulin ausgerichteten Herrschaften aus der Provinz irritiert das Konzept "Transgender" dezent, weswegen sie höflich zum Fausttanz auffordern.

Weiter mit: Tiefgründiges Kampfsystem, toll in Szene gesetzt

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Tags: Singleplayer  

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