AMD RX Vega oder NVIDIA Geforce? Was können die neuen AMD Karten?

von Stephan Schünke (15. September 2017)

AMD is back?! Jedenfalls kann man das von den neuen Prozessoren der Ryzen-Familie behaupten, doch wie sieht es bei den Grafikkarten aus? Während die RX 500er Reihe durchaus Erfolge feierte und mit guten Leistungswerten überzeugen konnte, hat AMD mit der neuen "RX Vega"-Reihe lange auf vorzeigbare Ergebnisse warten lassen. Vor wenigen Wochen erblickten die Grafikkarten nun das Licht der Welt. Wir möchten euch heute einen kurzen Einblick geben, ob sich AMD oder NVIDIA in Sachen Grafikkarten mehr lohnt.

AMD RX Vega: Ein kurzer theoretischer Überblick

Wir möchten euch hier nicht mit allzu viel technischen Spezifikationen nötigen, denn letztendlich sind wir ein Spielemagazin. Dennoch ist es wichtig, das ein oder andere über den neuen Vega Chip zu wissen, damit ihr die Leistung sowie den Fortschritt erkennen könnt.

Existent sind aktuell die AMD RX Vega 56 sowie die Vega 64, die beide auf der Vega-10-GPU basieren und im 14-nm-FinFET-Verfahren gefertigt werden. Sie weisen beide eine Größe von 486 mm² auf und sind sogar noch komplexer als NVIDIAs GP102 Chip (Geforce GTX 1080 ti, Titan X und Titan XP). Der Vega Chip verfügt über sagenhafte 12,5 Milliarden Transistoren, das ist mehr als die oben genannten NVIDIA Grafikchips (12 Milliarden).

Der Basis-Chiptakt der Vega 64 liegt bei 1.247 MHz, während Vega 56 auf 1.156 MHz kommt. Aber auch hier können die Taktraten mittels eines Turbo-Modus noch einmal erhöht werden. AMD selbst spricht von bis zu 1,75 GHz und mehr, was mit den folgenden Partnerkarten von Asus, Gigabyte und Co. Realisiert werden soll. Weiterhin könnt ihr mit AMD RX Vega nun bis zu zwei 4K-Displays mit bis zu 120 Hz ansteuern, was mit den Vorgängern nicht möglich war.

Stromhungrig und warm

Eine technische Eigenschaft müssen wir uns allerdings in einem separaten Bereich vornehmen: Die Leistungsaufnahme. Mit bis zu 300 Watt TDP für den großen Ausbau der Vega 64 ist die Grafikkarte wahrlich kein stromsparendes, flüsterleises Kärtchen. AMD liefert eine Version der Grafikkarte nicht umsonst werkseitig mit einem eigenen Wasserkühler aus, denn diese Leistungsaufnahme muss thermisch verarbeitet werden. Während der Stromsparmodus unter Windows noch gut greift und die Vega Karten sogar unter NVIDIAs GTX 1080 Ti bleiben können, genehmigen sich die GPUs im Gaming reichlich Energie. Mit bis zu 400 Watt Nettoverbrauch müssen Besitzer einer RX Vega 64 rechnen. Im direkten Vergleich dazu genehmigt sich eine NVIDIA Geforce GTX 1080 Ti FE lediglich 210 Watt.

Liefert die AMD RX Vega wenigstens Leistung?

Und hier kommt nun auch die Leistung ins Spiel, denn bei diesem hohen Verbrauch sollte eine Grafikkarte von AMD den grünen Konkurrenten locker überholen können. Doch AMD Fans standen bei den ersten Benchmarks wohl die Tränen in den Augen. Während die RX Vega 56 noch ähnliche oder nahezu identische Werte liefert wie eine GTX 1070, muss die RX Vega 64 sich häufig einer GTX 1080 FE geschlagen geben. Letztere funktioniert mit der Hälfte der Leistungsaufnahme, ist dadurch leiser und auch kühler. Natürlich wurden bisher kaum Partnerkarten vorgestellt, weshalb wir an dieser Stelle noch keinen direkten Vergleich zwischen den einzelnen Custom-Modellen geben können.

NVIDIA Geforce Karten im Custom-Design liefern aktuell die beste Leistung bei moderatem Stromverbrauch.NVIDIA Geforce Karten im Custom-Design liefern aktuell die beste Leistung bei moderatem Stromverbrauch.

AMD RX Vega: Für Gamer oder für Mining?

Für viele sehr überraschen könnte es sein, dass die AMD RX Vega einen erheblichen Sprung beim Mining hingelegt hat. Schon die RX 500er Karten wurden von Bitcoin- und Etherum Minern gerne für ihre Serverfarmen genutzt, doch mit Vega schlägt der rote Riese noch einmal ordentlich zu. So ist eine RX Vega 64 günstiger als eine Geforce GTX 1080 Ti und liefert eine identische bis leicht höhere Mining-Performance. Das bedeutet zwar, dass mehr geschürft werden kann, doch ob es sich zum Ende hin lohnt, muss das Unternehmen selbst berechnen. Denn mit der doppelten Leistungsaufnahme eine leicht höhere Menge Kryptowährung zu schürfen ist vielleicht nicht die beste Idee.

NVIDIA weiterhin unangefochten?

Während die RX 570 und auch die RX 580 im mittleren Preissegment sehr gute Karten waren, die locker gegen NVIDIAs GTX 1050 Ti und die GTX 1060 mithalten konnten, ist die Vega Reihe weniger eine Empfehlung wert. Aktuell kostet eine RX Vega 65 mehr als eine GTX 1080 eines Boardpartners, ist dabei allerdings langsamer und stromhungriger. Gegen eine GTX 1080 Ti kommt die Karte überhaupt nicht an, nicht in Sachen Leistung und auch nicht bei der Leistungsaufnahme.

Bild hier: Eine Geforce GTX 1080Ti bei 2 GHz. Die Karte liefert bis zu 9000 Punkte im 3D Mark und bleibt dabei auch noch kühl.Bild hier: Eine Geforce GTX 1080Ti bei 2 GHz. Die Karte liefert bis zu 9000 Punkte im 3D Mark und bleibt dabei auch noch kühl.

Prozessoren von AMD sind weiterhin erstklassig

Anders sieht es allerdings bei den Prozessoren von AMD aus, denn die Ryzen Familie, die das amerikanische Unternehmen dieses Jahr vorgestellt hat, können vor allem im Multitasking überzeugen. Aber auch die Spieleleistung ist hervorragend und liegt je nach Spiel aktuell nur 3-12% hinter gleichteuren Vertretern von Intel. Vor allem Streamer, Youtuber und Anwender die gerne mehr machen möchten als nur zu spielen, sollten einen Ryzen in die engere Wahl ziehen.

Unser Tipp: Einen AMD Ryzen Prozessor kombiniert mit einer aktuellen Geforce GTX Karte ergibt die beste Mischung aus starker Gaming Performance und perfektem Multitasking.

Tags: Hardware  

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