Wie ich es schaffte, meinen Freund zum Zocker zu machen

(Kolumne)

von Chiara Bruno (13. September 2017)

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Mit dem Partner zusammen zu zocken, ist wohl etwas, wovon die meisten Gamer träumen. Der Traum platze erst einmal, als sich herausstellte, dass mein damaliger Freund eher der Typ "Ich zocke ab und zu mit meinen Kollegen Fifa", "Hast du auch noch andere Hobbies außer Zocken?" und "Ist der grüne Kerl jetzt Zelda?" war. Doch wie heißt es so schön? Folge deinen Träumen. Und so habe ich es geschafft, ihn zu bekehren:

Schritt 1: Eine Konsole muss her!

Da ich gerade angefangen habe zu studieren und meine Konsole aufgrund meiner Zocker-Familie in der Heimat bleiben musste, fehlte da erst einmal das Essentielle, um mit dem Umwandlungs-Prozess zu beginnen: Die PlayStation 4. Ich war jung und brauchte ... eine Konsole. Und er hatte im Gegensatz zu mir eine mehr als solide Unterstützung der Eltern. Argumente mussten her, denn ich wollte endlich wieder einen Controller in der Hand halten. Ich Egoist.

Da er an meinem Hobby leicht interessiert war, war es gar nicht so schwer, ihn zum nächsten Laden zu schleppen und eine PlayStation 4 mit zwei Controllern zu kaufen. Ich führte ihn etwas an das Thema heran, so zeigte ich ihm eine Reihe an Koop-Spielen und erklärte ihm, wie toll es wäre, zusammen abends auf der Couch zu sitzen, gepaart mit dem ganzen "Ich liebe dich"-Kram. Und ZACK! Da war das Ding. Geduld ist hier der Schlüssel.

Schritt 2: Koop, Koop und noch mehr Koop

Ich kaufte ein Spiel, das sich meiner Meinung nach am besten eignet, um zusammen zu zocken: Borderlands 2. Das Gute: Wir waren ungefähr beide gleich schlecht, denn Shooter lagen mir nie. Solltet ihr also einen ähnlichen Prozess planen merkt euch: Fangt kein Spiel an, in dem ihr euren Partner so hart zerlegt, dass er jegliche Hoffnung verliert, sich mit diesem ominösen Zocken vertraut zu machen. Binnen kurzer Zeit wurden wir zum Pärchen, das man "schon lange nicht mehr draußen gesehen hat".

Schritt 3: Stop! Ich habe ein Monster erschaffen.

Mein Freund lernte erstaunlich schnell dazu, dafür dass er nicht wirklich was mit der Gaming-Welt zu tun hatte. Es folgten fliegende Controller, 1v1-Kämpfe - im realen Leben glücklicherweise nur verbal - und Diskussionen, wer nun zu erst spielen darf, nachdem wir nach 200 Stunden Borderlands alles gesehen hatten und sich jeder seinen eigenen Spielen widmete.

Da war er nun: Mein waschechter Zocker-Freund. Abgesehen davon, dass ich irgendwann kaum selbst zum Spielen kam, da er exzessiv an seiner Fifa-Karriere arbeitete, war ich schlussendlich mit dem Ergebniss meines Experiments zufrieden.

Unsere Wege trennten sich und ab und an schaue ich im PlayStation-Network nach, was er so gerade spielt. Tatsächlich ist er Fifa treu geblieben.

Mein Fazit: Solltet ihr euren Partner Videospiele schmackhaft machen, sucht euch am besten Koop-Spiele aus und bringt ihn oder sie vorsichtig an das Thema ran. Und wenn es nicht klappt, dann habt ihr - im Gegensatz zu mir - eure Konsole für euch selbst.

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