Vorschau Quake Champions - Unsere Sicht der Dinge

Meinung von Daniel Kirschey

Ha, da ist es wieder. Dieses hektische Gefühl. Dieser Drang niemals stehen zu bleiben - auf jede Bewegung im Augenwinkel mit Sprüngen und Schüssen zu antworten. Quake Champions schafft auch heute noch, den Kern von Quake herüberzubringen, der die Serie in den Neunzigern und Anfang 2000 so beliebt gemacht hat.

Früher gab es keine Helden mit besonderen Fähigkeiten. Damals standen nur die Fähigkeiten des Spielers im Mittelpunkt. Hat sich das mit den Helden verändert? Diese Bedenken meinerseits haben sich als haltlos herausgestellt. Trotz der Charakterfähigkeiten, wie etwa Heilung während des Kampfes, liegt der Fokus immer noch auf den Fähigkeiten des Spielers.

Hinter dem Schild von Clutch kann die fragile Nyx durchatmen und ihren nächsten "Geisterlauf" planen.Hinter dem Schild von Clutch kann die fragile Nyx durchatmen und ihren nächsten "Geisterlauf" planen.

Der Champion, der sich heilen kann, hat dafür weniger Leben. Dass immer noch einige Charaktere etwas unbalanciert erscheinen - ja, das stimmt schon. Ich halte dies jedoch für völlig im Rahmen, da diese Fähigkeiten eine nette Dreingabe sind, sie das Spiel aber nicht größer verändern. Unterm Strich ist es immer noch einer der schnellsten Online-Shooter, in dem die Fähigkeiten des Zielens und der gekonnten Bewegung wichtiger sind als die "Skills" der virtuellen Figuren.

Quake bringt damit ein Element in die heutige Shooter-Szene, das es so länger nicht mehr gegeben hat: Schnelligkeit, taktisches Vorgehen, "Armor" aufsammeln, ein "arcadiges Gefühl" mit intensiven Runden erleben.

Meinung von Emily Schuhmann

Seit meiner letzten Quake-Session während der Closed Beta hat sich im Spiel einiges getan, aber ich kann es gleich vorwegnehmen: Noch lange nicht genug. Die meiner Meinung nach mit Abstand beste Neuerung ist das Tutorial, das einem Neuling zumindest ein bisschen Hilfestellung gibt. Die neuen Karten sind interessant und nach wie vor finde ich deren Architektur wirklich spannend und eine Runde Team Deathmatch mit etwa gleich starken Teams macht einen Heidenspaß, aber hier hören die Pluspunkte für mich auch schon wieder auf.

Die Chance ist groß, dass euch jemand abschießt, während ihr noch den Ladebildschirm bewundern dürft.Die Chance ist groß, dass euch jemand abschießt, während ihr noch den Ladebildschirm bewundern dürft.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass ein so schnelles Spiel wie Quake Champions nicht auf jedem PC laufen muss. Wenn aber selbst auf einem technisch sehr guten Computer nach dem zweiten oder dritten Match regelmäßig das Stottern anfängt, kann da etwas nicht stimmen und zahlreiche Stimmen im Internet haben dieselben Erfahrungen gemacht. Und von der teilweise unsäglich langen Zeit, die zwischen Partien vergeht, will ich gar nicht erst anfangen.

Ich genieße es immer noch mit Nyx mitten unter Gegnern aufzutauchen, aber insgesamt fühlen sich die Champions einfach nicht ausbalanciert an. Tanks scheinen immer besser dran zu sein und manche Fähigkeiten sind schlicht und ergreifend zu stark. Vielleicht sollten die Entwickler mal über einen Spielmodus ohne die Spezialfähigkeiten nachdenken. Trotz der zahlreichen Macken hatte ich dennoch wieder Spaß, und auch wenn mich Quake Champions nicht plötzlich zum Shooter-Fan bekehrt, ich werde definitiv im Auge behalten, wie es sich entwickelt.

Meinung von David Dieckmann

Quake Champions fühlt sich für mich ganz wunderbar an. Ich habe keinen der Vorgänger länger als zehn Minuten gespielt. Als alter „Unreal Tournament“-Spieler fühle ich mich aber gleich heimisch, wenn ich durch enge Gänge flitze und meinen Kontrahenten Raketen vor die Füße knalle. Wer in den späten 90er Jahren andere Shooter als Counter-Strike gespielt hat, kennt noch das Gefühl von Leichtigkeit und Schnelligkeit, das sich damals bei diesen Spielen eingestellt hat.

Dieses Gefühl bringt Quake Champions zurück - und das, ohne altbacken zu wirken: Grafik sehr ansehnlich, Steuerung und Spielmechanik simpel aber ausgefeilt, Level-Design zeitlos gut.

Anfangs habe ich mir den Einstieg in den wohl schnellsten aktuellen Online-Shooter der Welt mühsam vorgestellt. Ich erinnere mich an vergebliche Versuche, meine alte "Counter-Strike"-Karriere wiederaufzunehmen. Im Gegensatz zum Valve-Shooter brauche ich aber nur wenige Stunden, um als Quasi-Neuling mit Quake Champions klarzukommen. Ist das „Strafe-Jumpen“ einmal gelernt und sind die Vor- und Nachteile der wichtigsten Waffen verinnerlicht, wandelt sich das Spiel schnell von einer Demütigung für mein Ego zu einem virtuellen Aufputschmittel.

Die Karten warten mit interessanter Architektur auf, die ihr schnell verinnerlichen solltet.Die Karten warten mit interessanter Architektur auf, die ihr schnell verinnerlichen solltet.

Quake Champions ist unbarmherzig und sehr abhängig von den Fähigkeiten des Spielers. Es gibt keinen „Glücks-Faktor“ im Spiel, keine ungerechten Super-Fähigkeiten, keine freischaltbaren Vorteile. Es zählen Zielgenauigkeit, Kenntnis der Karte und die Fähigkeit, den Charakter zu steuern.

Ein großes Manko aber: Das Matchmaking (die automatische Zusammenstellung von passenden Gegnern) ist entweder nicht vorhanden oder funktioniert noch nicht so recht. Denn sowohl habe ich aktuell Spiele, in denen ich meine Gegner unangespitzt in den Boden stampfe, als auch Partien, in denen sieben Leute das gleiche mit mir machen.

Unterm Strich ist Quake Champions digitales Adrenalin. Ein Action-Trip, wie es ihn nur selten zu spielen gibt. Wer das mag, kommt davon nicht so schnell wieder los. Ich persönlich habe es allerdings noch nicht geschafft, mehr als zwei Stunden am Stück zu spielen. Quake macht mich leider auch fertig. Aber das ist okay. Ich mag ja die Verrückten.

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Tags: Deathmatch   Multiplayer  

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