Queer Gaming: Was das ist, wieso das wichtig ist - und sich so viele deswegen aufregen

(Special)

von Matthias Kreienbrink (24. September 2017)

Queer Gaming, was soll das eigentlich sein? Wieso ist das überhaupt wichtig? Wenn ihr euch diese Fragen stellt, ist dieser Artikel für euch. Wenn nicht, dann auch. Welchen Weg queere Repräsentation in Spielen schon hinter sich gebracht hat und wie die aktuelle Situation aussieht, erfahrt ihr hier.

Life is Strange - Before the Storm ist ein aktuelles Beispiel für ein Videospiel, das queere Gefühle thematisiert

Es scheinen sich ja alle einige zu sein: Videospiele sind nicht mehr nur für die Nische, sondern für die gesamte Gesellschaft. Sie sind in der unsäglichen "Mitte der Gesellschaft" angekommen. Damit einhergehen, so könnte argumentiert werden, sollte auch, dass die gesamte Gesellschaft abgebildet wird.

Doch leider hinken Videospiele da immer noch ein wenig hinterher. Die Darstellung von Frauen ist des öfteren problematisch. Auch nicht-weiße Menschen haben nur selten tragende Rollen. Und selbst die Männer werden oft unrealistisch dargestellt. Muskelstrotzend, unverwüstbar. Ihr kennt das sicher alle und darum soll es hier auch eigentlich gar nicht gehen. Vielmehr soll dieser Artikel einen Überblick darüber geben, wie sich die Darstellung von queeren Menschen in den vergangenen Jahren verändert hat - zum Positiven.

Queer? Was ist das?

Queer ist eigentlich ein Sammelbegriff für die Menschen, die sich selbst in einem Spektrum sehen, das außerhalb strikter Trennungen liegt. Mann-Frau, Homo-Hetero, Monogamie-Bigamie. Das Wort stammt aus einem akademischen Kontext, hat politische Bedeutung. In der Umgangssprache wird er jedoch benutzt, um die Menschen zu fassen, die sonst mit Begriffen wie schwul, lesbisch oder transsexuell beschrieben werden.

Diese Menschen finden in Videospielen nur selten eine Repräsentation. Zumeist werden Geschichten von Mann und Frau erzählt. Geschichten von "traditioneller Liebe", wie sie wohl einige nennen würden. Ihr werdet nun vielleicht denken, dass das ja auch logisch sei. Dass ja auch ein großer Teil der Spieler und Spielerinnen so ist. Und damit habt ihr auch gar nicht Unrecht.

Wieso ist Repräsentation wichtig?

Dennoch gibt es viele spielende Menschen, die sich selbst nicht als heterosexuell sehen. Das sind Menschen, die sich in ihrem Alltag unter Umständen noch oft für ihr Leben, ihre Identität rechtfertigen müssen. Noch hängt vielen dieser Menschen das Stigma des Nicht-Normalen an. Da wäre es doch schön, wenn Videospiele ihnen die Möglichkeit gäben, ihre eigenen Erfahrungen wiederzuerkennen. Oder?

Ebenso kann das Durchspielen von Identitäten auch für solche Menschen interessant sein, die sich selbst durchaus als heterosexuell sehen. Aber die daran interessiert sind, sich in andere Menschen, andere Schicksale hineinzuversetzen. Es soll also keineswegs um ein Verdrängen gehen, um ein Ablösen von Beziehungen zwischen Frau und Mann durch queere Beziehungen und Identitäten. Sondern vielmehr um eine Öffnung des Mediums. Eine Pluralität, die nebeneinander existieren kann.

Weiter mit: Die Anfänge queerer Charaktere

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Tags: Politik  

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