Freesync oder G-Sync: Was ist besser oder zumindest sinnvoller?

von Stephan Schünke (02. Oktober 2017)

Grafikkarten haben in den vergangenen Jahren einen enormen Sprung nach vorn gemacht, was die Geschwindigkeit angeht. Währenddessen sind Monitore etwas auf der Strecke geblieben, auch wenn mit DisplayPort und 144Hz und mehr schon einige sinnvolle Neuerungen zustande kamen. Dennoch sind Grafikkarten oftmals der Bildanzeige um einiges voraus, wodurch Komplikationen entstehen können, wenn die Kommunikation der einzelnen Komponenten nicht stimmt. NVIDIAs G-Sync- und AMDs FreeSync-Technik sollen hier zwischen den Hardware-Komponenten vermitteln.

G-Sync vs. FreeSync

G-Sync und FreeSync funktionieren etwas unterschiedlich, haben aber beide den gleichen Nutzen: Sie synchronisieren das Signal der Grafikkarte mit dem des Monitors, was Schliereneffekte aber auch nervendes Ruckeln verhindern soll. Zustande kommt dies vor allem dadurch, da Grafikprozessoren erheblich schneller rechnen und der Monitor in der Darstellung der Bilder häufig nicht hinterherkommt.

G-Sync und FreeSync haben die gleiche Aufgabe und dennoch gibt es UnterschiedeG-Sync und FreeSync haben die gleiche Aufgabe und dennoch gibt es Unterschiede

Dabei funktioniert G-Sync ausschließlich mit NVIDIA Grafikkarten und FreeSync mit AMD Grafikkarten. Natürlich könnt ihr an dieser Stelle auch V-Sync im Spiel anschalten, das die Bildwiederholrate des Monitors mit den FPS des Spiels synchronisiert. Doch seid ihr dabei immer an eine Limitierung der Framerate gebunden. Hat euer Monitor demnach nur 60 HZ, können mit aktiviertem V-Sync auch nur 60 Bilder pro Sekunde dargestellt werden.

Beides hat seine Vor- und Nachteile

Auch wenn beide Modelle quasi das gleiche Ergebnis erzielen, so gibt es doch markante Unterschiede. Wie wir bereits im Absatz davor erklärten, ist die eine Technik nur mit NVIDIA und die andere nur mit AMD nutzbar.

Aufgrund des freien FreeSync, das ohne Lizenz daherkommt, sind Monitore mit dieser Technologie erheblich günstiger, als G-Sync-Modelle. Somit könnt ihr bereits einen guten FreeSync-Monitor mit 144 Hz und Full-HD für unter 300 Euro erhalten. Allerdings müsst ihr dafür auch eine aktuelle AMD Grafikkarte nutzen, die die Technologie unterstützt. Zum aktuellen Zeitpunkt wären das zum einen die RX Vega Grafikkarten sowie die aktuelle 500er Reihe von AMD.

Der LG XG270HU ist ein 27" großer FreeSync-Monitor mit einer WQHD Auflösung und 144 HZ - Kostenpunkt: 550 EuroDer LG XG270HU ist ein 27" großer FreeSync-Monitor mit einer WQHD Auflösung und 144 HZ - Kostenpunkt: 550 Euro

Bei NVIDIA hingegen habt ihr eine erheblich größere Bandbreite an Grafikkarten, die auch nicht einen derartigen Stromhunger haben wie beispielsweise eine RX Vega 64. So könnt ihr G-Sync schon mit einer günstigen 150 Euro teuren GTX 1050 Ti oder einer extrem schnellen GTX 1080 Ti nutzen. Alle Modelle existieren in zahlreichen verschiedenen Ausführungen, sind schnell, leise und verbrauchen mit Abstand weniger Strom als AMDs Modelle. Der Nachteil dabei ist allerdings, dass Monitore mit G-Sync bei weitem mehr kosten als vergleichbare FreeSync-Displays. Ab 100 Euro mehr bis hin zu 300 Euro Aufpreis könnt ihr im Durchschnitt für ein G-Sync-Modell ausgeben.

Braucht man G-Sync oder FreeSync bei 144 Hz?

Oftmals kommt auch die Frage auf, ob man eine der Technologien benötigt, wenn man schon einen schnellen Monitor mit mehr als 100 Hz besitzt. Das kommt dabei natürlich immer auf die verbaute Hardware, aber auch auf das menschliche Auge an. Manch einer erkennt G-Sync oder FreeSync erheblich schlechter als andere Menschen. Genauso wie nicht jeder Mensch gleich ist und den Unterschied zwischen 144 Hz und 60 Hz kaum bis gar nicht erkennen kann. Daher können wir nicht genau pauschalisieren, ob ihr eine Technologie unbedingt benötigt. Probiert am besten einen schnellen Monitor mit den jeweiligen Technologien im Laden aus.

4K, G-Sync und mehr als 100 Hz sollen in den nächsten Monaten den Markt erreichen. Kostenpunkt: sehr hoch4K, G-Sync und mehr als 100 Hz sollen in den nächsten Monaten den Markt erreichen. Kostenpunkt: sehr hoch

4K Statt 144 Hz und G-Sync/FreeSync

Auch wenn schon einige Hersteller ein paar Geräte gezeigt haben, die bei 4K auf 144 Hz sowie G-Sync setzen, so sind diese Monitore aktuell für die breite Masse kaum erhältlich geschweige denn bezahlbar. Mit bis zu 3.500 Euro könnt ihr alleine für einen solchen Monitor rechnen, wenn er auf dem Markt erscheint. Stattdessen bleibt die Frage, ob ihr euch anstelle eines schnellen Monitors ein großes Modell mit einem 4K-Panel kaufen solltet. Je nach Spiel ist das sogar sinnvoll, denn G-Sync und FreeSync wirkt nicht bei allen Spielen derart prächtig. Genauso verhält es sich mit mehr als 100 Hz. Solltet ihr überwiegend Strategiespiele oder MMOs spielen, kann ein 4K-Display ohne viel Drumherum sogar zu einem schöneren Spielerlebnis führen.

Tags: Hardware  

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