Senran Kagura - Peach Beach Splash: Wir haben's gespielt, damit ihr es nicht müsst

(Special)

von Matthias Kreienbrink (28. September 2017)

Wie soll ich so einen Artikel beginnen? Am besten mit dem Anfang: In der spieletipps-Redaktion kam jemand auf die Idee, dass es doch interessant sein könnte, ein "Senran Kagura"-Spiel mal kritisch zu betrachten. Ich bot mich an und jetzt habe ich den Salat. Und ihr auch: Hier ist das Protokoll meiner Stunde mit Senran Kagura - Peach Beach Splash.

Am Anfang ist eine Sequenz. Diese will die Geschichte eines Spiels erklären, in dem es darum geht, dass Brüste mit Frauen dran sich im Bikini mit Wasserpistolen bekämpfen. Das gestaltet sich in etwa so:

  • Wir alle müssen mal sterben
  • Irgendwas mit Schicksal und Hoffnung
  • Dann sind da sogenannte Shinobi, die für irgendwas Gutes kämpfen
  • ???
  • "Junge Shinobi-Studentinnen, die Spaß im Wasser haben"

Nun gut. Ich hatte keine tiefgründige Hintergrundgeschichte erwartet. Vielmehr hatte ich gehofft, dass sich das Spiel diesen Teil einfach komplett sparen würde. Plötzlich: Ein Moderator, eine Moderatorin. Sie in engem Leder mit Melonenbrüsten. Er langweilig, nichtssagend und ohne riesige Beule im Schritt. Enttäuschend. Und erinnert irgendwie an Splatoon.

Was folgt sind Witze, doch nicht so - höhö - steif zu sein. Was für ein eloquentes Moderationsteam. Angereichert wird diese illustre Einführung in dieses grausame Spiel mit wahllosen Zooms auf riesige Brüste, die aus unerfindlichen Gründen alle rote Flecken auf ihrer Oberseite haben. So langsam tut sich bei mir dann auch die Frage auf, ob dieses Spiel wirklich nur aus unangenehmen Zwischensequenzen besteht.

Doch dann, HUCH, Pfeile! Die landen - freilich - unter anderem zwischen den Beinen von Frauen und ich habe keine Ahnung, was das ganze soll. Dann sagt mir das Spiel, dass "die friedvollen Tage das sind, was die Shinobi-Frauen beschützen". Aha? Warum ... JETZT GESANG UND TANZ! Die "Frauen" im knappen Bikini singen jetzt plötzlich zu einem furchtbaren J-Pop-Song. "Mein Bikini geht auf, du tust so, als würdest du nichts sehen."

Ich möchte hier unserer Leserschaft nicht Alkohol romantisieren. Aber zu diesem Zeitpunkt hätte ich wirklich gerne eine Flasche Wein inne gehabt. Oder fünfzehn. Doch zurück zu den Moderatoren. Gerade als aus dem Mund des langweiligen Moderators "kannst du nicht dieses süße, junge Aroma riechen?" schwallt und ich die PlayStation 4 gegen die Wand klatschen möchte, erlaubt mir das Spiel wirklich auch mal, zu spielen.

Nachdenklicher Einschub.
Eigentlich hatte ich ja wirklich vor, dieses Spiel kritisch zu betrachten. Ich wollte aufdecken, welche misogynen Diskurse Senran Kagura bestimmen, wie hier eigentlich Körper konstruiert werden. Aber das Spiel ist wirklich ZU BLÖD um auch nur eine Sekunde an eine Diskurs-Analyse zu denken. Das Unbehagen der Geschlechter jedoch fühle ich ganz prägnant.

Weiter im Text. Ich darf nun also spielen. Das sieht wie folgt aus:

  • Mit Wasserpistolen schießen
  • Wasserpistolen auffüllen, obwohl weit und breit kein Wasser da ist
  • Irgendwelche Karten nutzen für kuriose Special-Moves
  • Wie in Super Mario Sunshine durch die Luft fliegen
  • Brüste in Bikinis

Vor allem den letzten Punkt unterstreicht das Spiel ausgiebig. So war es mir auch zu keinem Zeitpunkt wirklich klar, ob ich eigentlich die Brüste steuere, oder die Frauen, denen die Brüste gehören. Doch gehören ihnen diese wirklich? So wie sie sich bewegen, muss die Antwort wohl NEIN sein. Freilich spielt sich das ganze nicht gut. Die Entwickler haben sich eindeutig an Splatoon orientiert, dabei aber auf Charme, Stil und Spielspaß verzichtet.

Inzwischen macht das Moderationsteam olle Feucht-Witze und die Frauen kichern. Doch dann: Schock. "Wieso eigentlich Bikinis?", fragt eine der Damen. Was ist denn jetzt los? Ist das etwa Selbstironie? Weiß das Spiel etwa, was für ein Schmutz es ist? Nein, weiß es nicht.

Meine nächste Aufgabe ist es nämlich, in Ego-Perspektive eine Frau so lange nasszuspritzen, bis ihr Bikini-Oberteil sich öffnet. Das ist dann auch der Moment, in dem ich aufgebe. Ich möchte dieses Spiel nicht mehr steuern müssen. Möchte nicht diese furchtbaren Dialoge lesen. Möchte nicht mehr.

Zu sagen bleibt noch, dass das Spiel auch einen Online-Modus hat. Ranked Match, Free Match, Co-Op Survival. Spielen konnte ich davon nichts, denn es konnten keine Spieler gefunden werden. Das erleichterte mich.

Dass es zusätzlich noch einen "Umkleide/Dusche"-Modus gibt, muss ich wohl gar nicht extra erwähnen. In diesem geht es nur darum, die Frauen anzustarren und ihnen die Kamera in den Ausschnitt zu schieben. Sagte ich schon, dass ich nicht mehr möchte?

Für Senran Kagura fallen wir viele Worte ein. Viele schlimme Worte. Peinlich ist eines davon. Auf welche Spiele dieses Attribut noch zutrifft, seht ihr in der Bilderstrecke.

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