Wieso fühlt sich Spielen immer mehr wie Arbeit an?

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (29. September 2017)

"Was soll denn das?", mögt ihr nun denken. "Du bist Spiele-Journalist, natürlich fühlt sich Spielen da wie Arbeit an." Das mag zwar auch stimmen, aber darum soll es hier nicht gehen. Sondern um die Frage, wieso sich inzwischen eigentlich so viele Spiele anfühlen wie ein Arbeitstag. Eine Polemik.

Besonders Spiele mit langer Spielzeit können sich mal wie Arbeit anfühlen:

Fange ich ein neues Spiel an, geht mir vieles durch den Kopf. Selten jedoch ein "Oh, das wird bestimmt spaßig/spannend/lehrreich/wasauchimmer." Viel öfter kreisen sich meine Gedanken darum, dass einige Teile des Spiels wahrscheinlich wieder eine Qual werden. Sie werden sich anfühlen wie ein Arbeitstag.

  • 9 Uhr, anfangen

Du denkst, du kennst dieses Spiel? Ha! Erstmal ein Tutorium, in dem du die überladene Steuerung kennenlernst. X ist Springen. Es sei denn, du stehst vor einer Tür, dann ist X öffnen. Im Kampf ist X freilich ausweichen und wenn du X mit B kombinierst, machst du eine doppelte Drehschraube mit Salto. Merk dir das. Übrigens: Es gibt auch noch die Tasten R, R1, R2, L, L1, L2, A ...

  • 10 Uhr, E-Mails lesen

Du würdest gerne die offene Spielwelt erkunden? Haha, mitnichten! Stattdessen schau dir erstmal das Ausrufezeichen auf der Karte an. Dann das Fragezeichen. Laufe dann vom Fragezeichen zurück zum Ausrufezeichen, um da Person Z zu finden, die dir die Bereiche 1, 2 und 3 aufschließt. Viel Spaß.

  • 12 Uhr, Mittagspause

Zwischensequenz
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Zwischensequenz
Wegklicken
Zwischensequenz
Wegklicken
Zwischense ...

  • 14 Uhr, Meeting

Also, du hast jetzt eine Aufgabe: Gehe zuerst zum Dorf, rette da den Schnurrbert. Danach ist es wichtig, dass du dir die zehnminütige Sequenz anschaust, in der er dir wichtige Informationen geben wird, die essenziell für das Weiterkommen im Spiel sind. Kurz nicht aufgepasst? HAHA, PECH!

Achso, du hast gar keine Lust auf diese Mission? Dann wirst du jetzt damit leben müssen, dass dir für die nächsten Stunden dieses Symbol vor dem Gesicht herumschwebt, dass dir deinen Weg zur EIGENTLICHEN MISSION zeigt. GEH DA JETZT ENDLICH HIN!

  • 16 Uhr, konzentriertes Arbeiten

So, du hast nun also diesen Turm erklommen. Toll, oder? Jetzt hast du diese ganz vielen, tollen Symbole auf deiner Karte. Ooh, wirst du da nicht neugierig? Nein? Egal, arbeite sie ab! Denn du weißt, erst wenn du alles abgehakt hast, wirst du wirklich das Gefühl haben, dieses Spiel richtig gespielt zu haben.

  • 17.30 Uhr, kurz vor Feierabend

Also, eigentlich wärst du ja jetzt fertig. Wenn du aber wirklich, WIRKLICH mit dem Spiel fertig sein willst, musst du noch diese eine geheime Truhe finden. Sonst gibt es dieses tolle Achievement nicht. Aber echt kein Problem, wenn du das nicht schaffst. Echt nicht. Dann steht da halt nie, dass du das Spiel zu 100 Prozent durchgespielt hast. Egal. Oder?

  • 9 Uhr, nächster Tag

Wie, du hast Teile der Steuerung vergessen, weil du zwischendurch was anderes gespielt hast? Nicht unser Problem! Spielen bedeutet, Arbeit, Arbeit, Arbeit. Also, hör auf zu jammern!

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