Vorschau Assassin's Creed - Origins: Kampf dem Orden der Templer ... äh, Ältesten

von Emily Schuhmann (04. Oktober 2017)

Sand. Viel Sand. Unendlich viel Sand. So stellen sich die meisten vermutlich eine Wüstenwelt vor, aber Ubisoft beweist, dass es auch anders geht. Assassins's Creed - Origins überzeugt beim Anspielen mit reichlich Abwechslung.

Seit mittlerweile zehn Jahren folgen Spieler auf der ganzen Welt dem Kredo der Assassinen. Von Florenz über Paris bis nach London führten ihre Abenteuer die Mitglieder der geheimen Bruderschaft.

Der neueste Teil der Reihe, Assassin's Creed - Origins, soll voraussichtlich am 27. Oktober erscheinen. Game Director Ashraf Ismail war zuletzt vor knapp vier Jahren für Assassin's Creed 4 - Black Flag zuständig und übernimmt in Origins dieselbe Rolle.

Auf einem Event in London hatten wir die Chance mit ihm zu sprechen und einen ausführlichen Blick auf das kommende Spiel zu werfen. Statt weiter in die Zukunft geht es anlässlich des Jubiläums weit in der Zeit zurück.

Ismail erklärt, dass sich beim Schauplatz alle Beteiligten sehr schnell einig waren. "Wir machen das Alte Ägypten, oder? Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Großartig!“ Ganz im Gegensatz zu den heißen Wüstenlanden war es in den Anspielräumen schweinekalt, aber für euch bibbern wir doch gern.

Streit um den Thron

Auffällige Nase, dunkle Haut und eine Ecke älter als beispielsweise die Jungspunde Evie und Jacob Frye aus Assassin's Creed - Syndicate - das ist Bayek. Der Hauptcharakter ist dem Namen nach kein Assassine, sondern ein sogenannter Medjay, ein Beschützer Ägyptens und dessen Bewohner.

Zentrales Element der Geschichte ist die Beziehung zwischen ihm und seiner Frau Aya, die im Auftrag Cleopatras derselben Arbeit wie ihr Ehemann nachgeht, auch wenn sich ihre Herangehensweisen oft unterscheiden. Laut Ismail dreht sich die Handlung um die Idee, dass aus dieser Verbindung etwas geboren wird. Kein Kind, auch wenn Bayek einen Sohn zu haben scheint, sondern die Bruderschaft der Assassinen.

Aya und Bayek arbeitet häufig zusammen, aber sind sich nicht immer einig. Eine typische Beziehung eben.Aya und Bayek arbeitet häufig zusammen, aber sind sich nicht immer einig. Eine typische Beziehung eben.

Pharaonin Cleopatra wurde von einer einflussreichen Untergrundgruppierung enthront, dem "Orden der Ältesten". Statt der selbstbewussten Frau regiert seitdem ihr kleiner Bruder, der Kindkönig Ptolemaios, während der Orden im Hintergrund die Fäden zieht.

Darüber ist Cleopatra natürlich alles andere als glücklich, weswegen sie Bayek und Aya anheuert. Nicht zu vergessen: Auch die Römer unter dem Kommando von Julius Cäsar mischen mit.

Völlig neue Welt

Die Spielwelt ist dieses Mal nicht auf eine Stadt und deren Umgebung begrenzt, sondern erstreckt sich auf das gesamte Nildelta. Wir starten in einem Gebiet südlich von Alexandria und die Karte zeigt, dass uns nur ein Bruchteil der gesamten Welt offen steht. Dennoch können wir in den uns zur Verfügung stehenden Stunden nicht alles erkunden.

Uns wird ans Herz gelegt uns auf Nebenquests zu konzentrieren, da die zu diesem Zeitpunkt im Spiel verfügbare Haupthandlung um den mysteriösen Charakter Skarabäus eigentlich für ein wesentlich höheres Level gedacht sei.

Im Alten Ägypten stehen große Veränderungen an und ihr befindet euch mittendrin. Sand ist nicht nur im folgenden Trailer ein Symbol für Wandel und Vergänglichkeit:

Wir helfen einigen Bauern, die von wild gewordenen Nilpferden tyrannisiert werden, und diese Biester haben es faustdick hinter den Ohren! (Lacht nicht! Die so friedlich aussehenden Tiere töten jährlich bis zu 3.000 Menschen!) Um nicht das Zeitliche zu segnen, locken wir sie zu einer nahen Gruppe römischer Soldaten, sollen die das unter sich ausmachen. Gegen Ende versuchen wir uns dann doch an der Hauptquest und bekommen nach anfänglichem Erfolg ganz schön auf den Deckel.

Jede Mission hat mehr als eine Lösung und mit etwas taktischem Geschick sind auch Aufgaben mit einer höheren Levelempfehlung machbar. Sowohl die Quests wie auch die Spielwelt sind abwechslungsreich gestaltet, alles fühlt sich lebendig an. Nach wie vor besteht allerdings die Frage, wie das im fertigen Spiel aussieht und ob es die Entwickler wirklich geschafft haben, jede Ecke mit Leben zu füllen.

Wer typisches "Assassin's Creed"-Gameplay erwartet, wird hier vielleicht enttäuscht, aber zumindest überrascht. Weniger Vertikalität und weniger Deckung machen Angriffe aus dem Hinterhalt schwerer. Das Kampfsystem ist aktiver und fordert wesentlich mehr Einsatz als nur im richtigen Moment einen Knopf zu drücken und den Gegner automatisch zu töten.

Der kostenlose Erkundungstouren-DLC soll Anfang 2018 erscheinen. Er ermöglicht es euch beispielsweise bei einer Mumifizierung dabei zu sein.Der kostenlose Erkundungstouren-DLC soll Anfang 2018 erscheinen. Er ermöglicht es euch beispielsweise bei einer Mumifizierung dabei zu sein.

Wer allerdings einfach nur friedlich die Welt erkunden und dabei auch noch etwas lernen will, der kann sich auf die Erkundungstouren freuen, die Anfang nächsten Jahres als kostenloser DLC nachgereicht werden sollen. Hier könnt ihr als Cleopatra, Cäsar, Ptolemaios, Bayek und Aya geführte Touren durch die Geschichte und Kultur des Alten Ägyptens machen. Im eigentlichen Spiel ist Bayek die zentrale Figur, aber Ismail bestätigt, dass ihr auch andere Figuren spielen könnt.

Einstecken und Austeilen

Wer sich auf das neue Kampfsystem einlässt, bekommt einiges geboten. Im Fernkampf bedient sich Bayek beispielsweise Pfeil und Bogen und das gleich in vierfacher Ausführung mit verschiedenen Ausrichtungen. Der Kriegerbogen erlaubt zum Beispiel das Feuern von fünf Pfeilen gleichzeitig und verursacht auf kürzere Distanz mehr Schaden.

Gleichzeitig zu reiten und anzugreifen erfordert Übung, funktioniert aber mit sämtlichen Waffen erstaunlich gut.Gleichzeitig zu reiten und anzugreifen erfordert Übung, funktioniert aber mit sämtlichen Waffen erstaunlich gut.

Im Nahkampf habt ihr ebenfalls die Wahl zwischen verschiedenen Waffen. Die behäbigen Kriegsäxte tun euren Gegnern so richtig weh, Schilde erlauben es euch Schwinger der Gegner abzuwehren, während Doppelklingen für diejenigen geeignet sind, die Blocken für Zeitverschwendung halten. Jede Waffe fühlt sich so an wie ihr es erwarten würdet.

Um euren Spielstil noch weiter zu individualisieren könnt ihr verdiente Fähigkeitspunkte auf drei Talentbäume verteilen: Krieger, Seher und Jäger. Während Krieger und Jäger sich ziemlich selbsterklärend auf Nah- und Fernkampf konzentrieren ist der Seher-Zweig etwas spezieller. Hier könnt ihr zum Beispiel Hilfsmittel wie Rauchbomben und Schlafpfeile freischalten.

Eine der Fähigkeiten stellt euch einen tierischen Begleiter zur Seite. Habt ihr "Tiere zähmen" aktiviert könnt ihr einen Schlafpfeil auf wilde Hyänen, Löwen, Nilpferde oder sogar Krokodile abfeuern, diese müsst ihr dann nur noch wach streicheln und voilà, sind sie eure besten Freunde.

Einfach tierisch

Gezähmte Tiere begleiten euch so gut sie es können, bis zu ihrem Tod, bis ihr das Spiel ausschaltet oder euch per Schnellreise einmal quer über die Karte teleportiert. Krokodile und Nilpferde können euch sogar übers Wasser folgen.

Ismail erzählt uns in diesem Zusammenhang von einer seiner liebsten Erinnerungen. Er dachte, er hätte sein gezähmtes Krokodil verloren und geriet in einem Banditenlager in Bedrängnis. Urplötzlich tauchte sein Tiergefährte aus dem hohen Gras auf und machte kurzen Prozess mit den Gegnern.

Verschiedene Reittiere, Senu am Himmel und ein gezähmtes Tier als treuer Begleiter.Verschiedene Reittiere, Senu am Himmel und ein gezähmtes Tier als treuer Begleiter.

Aber auch sonst spielen in Assassin's Creed - Origins Tiere eine entscheidende Rolle. Allen voran Adlerweibchen Senu, die euch als fliegendes Auge unterstützt. Schaltet ihr die entsprechenden Fähigkeiten frei, kann sie Gegner nicht nur ausspähen, sondern sogar ablenken. Nahezu ebenso wichtig sind aufgrund der weitläufigen Welt die Reittiere.

Wir hatten beim Anspielen die Wahl zwischen zwei Pferden und einem Kamel namens Wanderer. Natürlich entschieden wir uns für das stilvolle Reisen auf dem Wüstenschiff. Alle die keine großen Tierfreunde sind, können sich auch per echtem Schiff und Streitwagen fortbewegen.

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Tags: Entwicklerbesuch   Open World   Singleplayer  

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