Test Layton's Mystery Journey - Katrielle und die Verschwörung der Millionäre: Layton mal ganz ohne Professor

von Emily Schuhmann (06. Oktober 2017)

Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm und so ist es kein Wunder, dass sich auch die Tochter des berühmten Professor Layton als Detektivin versucht.

Level 5 hat in den vergangenen Jahren vor allem mit den "Yo-Kai Watch"-Spielen und Ni no Kuni positive Schlagzeilen gemacht. Auch die Rätsel-Reihe rund um Professor Layton zählt zu den großen Erfolgen des japanischen Entwicklerstudios.

Pünktlich zum zehnten Geburtstag erscheint nach vier Jahren Pause endlich ein neues Spiel der Serie. In Layton’s Mystery Journey - Katrielle und die Verschwörung der Millionäre steht allerdings die Tochter des berühmten Professors im Rampenlicht. Darin begleitet ihr sie, ihren Assistenten Ernest und den an Gedächtnisverlust leidenden, sprechenden Hund Sherl auf Spurensuche durch Großbritanniens Hauptstadt.

Professor Hershel Layton erlebte sein letztes Abenteuer 2013:

Katrielle nimmt jeden Job an, um ihre neu gegründete Detektei bekannt zu machen, aber wirklich bei der Sache zu bleiben, fällt der jungen Dame verdammt schwer. Glücklicherweise stolpert sie trotz aller Umwege dann meistens ganz zufällig über die Lösung der Fälle.

Davon gibt es im Spiel insgesamt zwölf und sie führen euch kreuz und quer durch das liebevoll gestaltete London. Beispielsweise müsst ihr einen mysteriösen Mord aufklären, der an eine tragische Legende erinnert, oder den verschwundenen Zeiger des Big Ben auftreiben. Seit dem 20. Juli könnt ihr bereits auf dem Smartphone zocken, ab 6. Oktober soll das Rätselspiel dann auch für die "Nintendo 3DS"-Familie erhältlich sein.

Knifflige Kopfnüsse und alberne Denkspiele

Wie in vergangenen Serienablegern steuert sich auch dieses Spiel mit dem enorm langen Namen hauptsächlich über den Touchscreen. Oben läuft die Geschichte ab und unten findet ihr die Karte und das Menü. Die Dialoge sind oft herrlich schrullig und viele Figuren punkten mit skurrilem Charakter.

Wichtige Szenen werden in vollständig vertonten Zwischensequenzen gezeigt, die wirklich eine Augenweide sind. Die Story hätte etwas mehr Zusammenhang bieten können, denn dass Katrielle eigentlich ihren verschwundenen Vater sucht, rückt oft zu sehr in den Hintergrund.

Herzstück des Spiels sind nach wie vor die Rätsel, die ihr überall in London finden könnt. Katrielles Abenteuer bietet dabei so viel Auswahl wie noch kein Layton-Spiel zuvor. Manche Logik-Knobbeleien fordern eure grauen Zellen enorm und sind ohne Benutzung der Notizfunktion kaum machbar, aber oft lohnt es sich auch erstmal um die Ecke zu denken.

Wie oft müsst ihr beispielsweise eine analoge Uhr anfassen, damit sie Mitternacht anzeigt? Einmal, um mit dem Minutenzeiger die gewünschte Uhrzeit einzustellen? Leider falsch! Wenn ihr die Uhr kein einziges Mal berührt drehen sich die Zeiger von ganz allein und irgendwann zeigt die Uhr dann Mitternacht an.

Smartphone oder doch lieber Handheld?

Wer hätte das gedacht, aber tatsächlich spielt sich Katrielles Abenteuer auf dem Handy erstaunlich gut. Ihr könnt zu Anfang aus mehreren Sprachen wählen, die Farben sind viel satter und die Steuerung fühlt sich intuitiv an. Die meisten 3DS-Spiele nutzen den Touchscreen kaum, aber bei Layton lief schon immer fast alles darüber.

Wegen des Formats wird auf dem Handheld immer ein Teil des Hintergrundbilds abgeschnitten. Auf dem Handy ist nach oben hin mehr Platz.Wegen des Formats wird auf dem Handheld immer ein Teil des Hintergrundbilds abgeschnitten. Auf dem Handy ist nach oben hin mehr Platz.

Auf dem Smartphone lässt sich alles mit nur einer Hand erledigen und der episodische Spielaufbau eignet sich hervorragend für eine kurze Einlage zwischendurch. Auf dem Handy seht ihr dank des Formats wesentlich mehr vom Spielgeschehen. Bei der 3DS-Variante verdecken beispielsweise die Sprechblasen große Teile des Bildschirms, allerdings könnt ihr euch auf eine gute Laufleistung verlassen. Der Akku hält länger und das Gerät wird nicht warm.

Der Preis von knapp 18 Euro mag für eine App zunächst sehr hoch erscheinen. Dafür bekommt ihr allerdings ein hochwertiges Spiel, dass auf dem Handheld ungefähr das doppelte kostet. Allerdings müsst ihr euch einige Kostüme für Katrielle als DLC hinzukaufen. Die junge Dame kann sich nämlich umziehen und alle Individualisten dürfen sich in der Detektei sogar als Innenarchitekt beweisen.

Aber egal, ob auf eurem Handy oder doch auf der Konsole für unterwegs, Katrielle ist eine gebührende Nachfolgerin ihres Vaters und das Rätselspiel kann sich trotz Schwächen in der Handlung sehen lassen.

Meinung von Emily Schuhmann

Mein heimlicher Held der Geschichte ist ja der arme Ernest, der rettungslos in Katrielle verknallt ist und dafür von Vierbeiner Sherl konstant aufgezogen wird. Insgesamt gefällt mir das Dreiergespann ausgesprochen gut. Die Dialoge haben eine Leichtigkeit, die ich in den Abenteuern von Professor Layton manchmal vermisst habe.

Was Geschichte, angeht sollte sich die junge Detektivin allerdings nochmal Tipps vom Herrn Papa geben lassen. Die Fall-Struktur ist interessant, aber mir fehlt die Hintergrundhandlung, die alles verbindet. Stattdessen fühlt es sich fast konstant so an als hätte Katrielle vollkommen vergessen, dass sie eigentlich ihren verschwundenen Vater sucht.

Die Rätsel sind wie immer eine bunte Mischung aus anspruchsvollen Kopfnüssen und ziemlich albernen Denkspielen. Ich habe noch längst nicht alle Knobelaufgaben gelöst und für ein Jahr kommt täglich ein neues Rätsel dazu.

Eine große Überraschung für mich: ich zocke dieses Spiel tatsächlich lieber auf dem Smartphone. Grafisch ist die App wesentlich ansprechender als die 3DS-Variante und die Bedienung geht mir einfach besser von der Hand. Die perfekte Beschäftigung, wenn der Bus mal wieder auf sich warten lässt.

77

meint: Knobelspaß mit leichten Schwächen in der Geschichte. Erstaunlicherweise ist die Handy-Variante in vielen Punkten besser als das Spiel auf 3DS.

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Tags: Singleplayer  

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