Sparx: Rollenspiel als Hilfsmittel gegen Depressionen

von Sören Wetterau (Samstag, 07.10.2017 - 15:00 Uhr)

Von Neuseeland nach Japan: Das Rollenspiel Sparx, eine Abkürzung für "smart, positive, active, realistic, X-factor thoughts", soll depressiven Menschen helfen. Entwickelt wurde das Spiel einst von Forschern der University of Auckland. Die Unternehmerin Ayako Shimizu hat es nun in Japan als Smartphone-App veröffentlicht.

(Quelle: Youtube, Sparx)

Auf dem ersten Blick wirkt Sparx wie ein klassisches Rollenspiel: In einer Fantasy-Welt können Spieler sich einen eigenen Charakter erschaffen, Aufträge erledigen und bessere Ausrüstung erhalten. Doch hinter Sparx steckt viel mehr, genauer gesagt sieben Module, die auf Kognitiver Verhaltenstherapie basieren. Betroffene Personen sollen damit lernen, ihre Wut unter Kontrolle zu halten oder müssen bestimmte Atemübungen absolvieren, um Fortschritte zu erzielen.

In Neuseeland ist Sparx schon länger erhältlich. Seit wenigen Wochen ist nun auch eine japanische Version erhältlich, wie die englischsprachige Webseite Japantimes berichtet. Verantwortlich dafür ist Ayako Shimizu, die laut eigenen Angaben schon öfters feststellen musste, dass einige Personen in ihrem Umfeld unter psychischen Problemen leiden. Viele "hatten aber Angst davor, sich Hilfe zu suchen", so Shimizu. Betroffene Personen fürchten sich vor allem vor sozialen Konsequenzen, denn in Japan ist das Thema Depression ein noch viel größeres Tabu, als in den meisten westlichen Ländern.

Sparx soll hierbei helfen, denn die betroffenen Personen müssen nicht als ersten Schritt eine Therapie wahrnehmen, sondern können mit Hilfe ihres Tablets oder Smartphone erste Hilfsschritte einleiten. Eins sollte jedoch klar sein: Ein Spiel kann eine Therapie niemals ersetzen. Wer Probleme mit einer Depression hat, kann sich mit einem einfach Anruf beispielsweise bei der Deutschen Depressions Hilfe schon helfen lassen. Damit Sparx in Japan auch funktioniert, hat Shimizu mithilfe von ein paar Entwicklern die App grafisch entsprechend angepasst. Der Himmel ist nun beispielsweise blau und wird mit zunehmenden Spielfortschritt immer heller, wodurch eine Stimmungsänderung dargestellt werden soll.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Videospiele beim schwierigen und komplexen Thema Depressionen helfen können. Pokémon Go kann beispielsweise depressiven Menschen durch den Aufbau von sozialen Kontakten helfen. Nur eines sollte dabei beachtet werden: Sparx und andere Spiele sind kein Ersatz für eine professionelle Therapie oder für Medikamente.

Die Nintendo Wii war überaus erfolgreich und ist es teilweise auch heute noch. Dank der Bewegungssteuerung wird die Nintendo-Konsole in manchen Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen für therapeutische Maßnahmen genutzt.

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