Vorschau Lost Sphear: Ein Land, in dem es von unten nach oben schneit

von Emily Schuhmann (09. Oktober 2017)

Verloren, aber nicht vergessen. Die Welt von Lost Sphear zerfällt, aber durch die Erinnerungen ihrer Bewohner könnt ihr sie retten und nach euren Wünschen gestalten.

Wenn etwas klein gehalten wird, hat das meist einen negativen Effekt, aber im Fall von Tokyo RPG Factory ist das Gegenteil der Fall. Die japanischen Entwickler erfreuten Rollenspiel-Traditionalisten bereits mit I am Setsuna. Um ihren Spielen den besonderen, hausgemachten Charme zu verleihen, handelt es sich bei diesem kleinen Studio eher um eine Wohngemeinschaft als um eine Firma.

Voraussichtlich am 23. Januar 2018 erscheint mit Lost Sphear der geistige Nachfolger zu I am Setsuna für PlayStation 4, Nintendo Switch und PC.

Optisch hat sich zwischen den Spielen kaum etwas getan. Wie uns bei unserem Anspieltermin bei Square Enix in Hamburg erklärt wurde, gibt es dieses Mal allerdings wegen großer Nachfrage endlich Tavernen im Spiel. Juchu!

Ihr schlüpft in die Rolle des jungen Mannes Kanata, der eine mysteriöse Gabe besitzt. Ein nie gesehenes Phänomen bedroht das Gewebe der Realität und löscht ganze Gebiete einfach aus und macht auch vor deren Bewohnern nicht halt. Kanata kann diese Flächen wiederherstellen und versucht so mit seinen Gefährten die Welt zu retten.

Verloren, aber unvergessen

Der nahezu konstante Schneefall zählt zu den Hauptmerkmalen von I Am Setsuna. In Anlehnung daran schneit es in den vielen weißen Flächen in Lost Sphear ebenfalls, aber statt nach unten, schweben die Flocken gen Himmel.

Eure Reise beginnt in in Kanatas Heimatdorf. Gemeinsam mit seinen Kindheitsfreunden Locke und Lumina soll er einen Fisch für das Abendessen fangen. Doch Schockschwerenot, als sie zurück nach Hause kommen ist das Dorf mitsamt aller Einwohner verschwunden, oder "verloren" wie es im Spiel heißt.

Wie aus dem Nichts erscheint der geheimnisvolle Van. Dieser junge Mann scheint mehr über das Phänomen zu wissen, gibt aber nur kryptische Aussagen von sich.

Nach einigem Hin und Her schließt er sich eurer Gruppe an. Kanata kann die verlorenen Gebiete wiederherstellen, indem er Erinnerungen einsetzt. Diese erhaltet ihr als Beute von Gegnern. Vielerorts könnt ihr nur das herstellen was zuvor dort war, aber teilweise könnt ihr auch selbst entscheiden.

Beispielsweise könnt ihr einen Leuchtturm errichten und bekommt so eine Karte der Welt. Andere Bauwerke geben euch Boni im Kampf oder für die Erkundung. Ihr habt zwei Sets dieser Artefakte, zwischen denen ihr hin und herschalten könnt. So könnt ihr das Spiel zum Beispiel leichter oder schwerer machen. Wer Nier - Automata gespielt hat, fühlt sich vielleicht an dessen Chip-System erinnert.

Rundenbasiert mal anders

Herausfordernd ist das Spiel allerdings von Haus aus. In den rundenbasierten Kämpfen steht ihr dieses Mal nämlich nicht still, sondern müsst auch auf eure Positionierung achten. Manche Attacken verursachen in einem Umkreis Schaden, andere in Kegelform oder in einer Linie und treffen so mehrere Gegner gleichzeitig.

Außerhalb des Schlachtfeldes könnt ihr die metallenen Riesen als Bulldozer einsetzen, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen.Außerhalb des Schlachtfeldes könnt ihr die metallenen Riesen als Bulldozer einsetzen, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Nicht nur eure Position, sondern auch euer Timing ist in Lost Sphear entscheidend. Ihr solltet euch mit Entscheidungen nicht zu lange Zeit lassen. Typisch für den von Square Enix erfundenen Active Time Battle warten Monster und Banditen nicht darauf, dass ihr euren Zug macht. Zusätzlich gibt es noch den Momentum-Modus. Drückt ihr im richtigen Moment einen Knopf, wird eure ausgeführte Aktion verstärkt, sei es ein Angriff oder ein eingesetzter Heiltrank.

Eine weitere Besonderheit des Spiels sind die sogenannten Vulcosuits. Diese mechanisierten Rüstungen sind Überbleibsel einer Zivilisation aus lange vergangenen Zeiten. Im Kampf erhöhen sie die Werte ihrer Piloten drastisch, und diese erhalten ein zweites Set von Attacken.

Erfreulich bei der Häufigkeit der Kämpfe ist, dass ihr keinerlei Ladebildschirme erdulden müsst. Die Welt geht nahtlos in den Kampfbildschirm über, sodass ihr ungestört die schöne Umgebung genießen könnt. Ungestört bis euch ein Angriff aus der Träumerei reißt, versteht sich.

Meinung von Emily Schuhmann

Hätte sich meine Abreise wegen Sturmtief Xavier nicht als unglaublich umständlich herausgestellt, dann wäre der Tag in Hamburg fast perfekt gewesen. Das Drumherum kann ich so wirklich nicht bezeichnen, aber das vorgestellte Spiel hat mich positiv überrascht.

Rundenbasierte Spiele müssen etwas Einzigartiges haben, um mich wirklich zu packen. Die Geschichte schafft das dieses Mal nicht. "Hauptcharakter mit außergewöhnlicher Fähigkeit rettet mit seinen Gefährten die Welt", das habe ich dann doch schon das eine oder andere Mal gehört. Ob die Handlung später noch mit tollen Charakteren oder spannenden Wendungen punkten kann, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.

Das Kampfsystem von Lost Sphear trifft genau meinen Geschmack. Es fühlt sich flotter an als die meisten anderen rundenbasierten Spiele. Tatsächlich darauf achten zu müssen, wann und von wo ich meine Gruppe angreifen lasse, macht die Kämpfe wirklich anspruchsvoll. Mit der Holzhammermethode kommt ihr hier nicht weit, dass kann ich versprechen.

Tags: Retro   Singleplayer  

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