PUBG vs. Fortnite Battle Royale: Ein Vergleich

(Special)

von Robert Kohlick (09. Oktober 2017)

Schon vor Playerunknown's Battlegrounds gab es bereits eine Vielzahl von "Battle Royale"-Spielen auf dem Markt – H1Z1: King of the Kill, The Culling und selbst Ark - Survival Evolved hat mit dem Spielmodus „Survival of the Fittest“ einen Ableger innerhalb des Genres. Doch erst PUBG löste einen wahren Hype in der Spielergemeinde aus. Das Spiel erfreut sich sowohl auf Steam als auch auf Twitch größter Beliebtheit, und das, obwohl es noch im "Early Access"-Programm steckt. Kein Wunder also, dass auch andere Entwickler auf den Zug aufspringen wollen und ihre eigenen "Battle Royale"-Modi bauen.

So nun auch Epic Games. Die Entwickler erweiterten ihren PvE-Koop-Shooter Fortnite vor Kurzem um einen "Battle Royale"-Modus. Im Gegensatz zum Hauptspiel ist dieser jedoch komplett kostenlos und kann von jedem Spieler auf der Xbox One, PS4 und dem PC heruntergeladen und gespielt werden. Doch kann diese kostenlose Alternative mit PUBG mithalten? In welchen Aspekten unterscheiden sich die Spiele voneinander? Diese und weitere Fragen wollen wir euch mit diesem Vergleich beantworten.

Hier findet ihr einen ersten Trailer von Fortnite Battle Royale:

Bevor wir zu den Unterschieden der einzelnen Spiele kommen, fangen wir mit ihren Gemeinsamkeiten an. Sowohl in PUBG als auch in Fortnite Battle Royale startet ihr mit 99 weiteren Spielern auf einer frei begehbaren Karte, die nach und nach immer weiter begrenzt wird. Auf der Karte könnt ihr überall Ausrüstung und Waffen finden, die euch im Kampf gegen die anderen Spieler einen Vorteil verschaffen. Euer Ziel ist einfach: Überleben! Wer als letzter Spieler noch auf den Beinen steht, hat das Spiel gewonnen. Wer hingegen stirbt, ist aus der Runde ausgeschieden. Respawns gibt es keine. Willkommen bei Battle Royale!

Rundenstart

Schon vor dem Rundenstart gibt es den ersten Unterschied zwischen beiden Spielen. Während ihr euren Charakter bei PUBG individuell gestalten und ankleiden könnt, wird euer Charakter bei Fortnite bislang vor jeder Runde stets zufällig erstellt. Charakteranpassung fehlt hier komplett. Nachdem ihr euch dafür entschieden habt, ob ihr alleine, im Duo oder im Squad spielen wollt und einen Server gefunden habt, werdet ihr mit allen anderen Spielern zusammen in eine Art Warte-Lobby gesteckt, in der ihr euch frei bewegen könnt, um die Wartezeit etwas zu überbrücken.

Hier fällt ein weiterer Unterschied auf. Fortnite läuft auf dem PC deutlich stabiler und performanter als PUBG. Hier hat Epic Games einen deutlichen besseren Job bei der Optimierung geleistet als Bluehole. Nach ungefähr einer Minute geht es dann los! Zusammen mit allen anderen Spielern findet ihr euch in einem Flugzeug/Fluggerät wieder, welches in einer zufällig ausgewählten Richtung quer über die Insel fliegt. Wann genau ihr aus dem Flugzeug springt und wo ihr anschließend hinfliegt und landet, bleibt vollkommen euch überlassen. Hier kommen wir jedoch schon zum ersten Unterschied zwischen Fortnite Battle Royale und PUBG: Die Größe der Karte.

Während die Spielwelt von PUBG mit ihren 64 Quadratkilometern recht groß ausfällt, ist die Karte von Fortnite im Vergleich dazu sehr klein. Alleine diese Tatsache führt zu deutlichen Unterschieden zwischen den beiden Spielen. Während ihr in PUBG meist minutenlang über die riesige Karte rennen oder fahren könnt, ohne einen einzigen Gegner zu sehen, habt ihr bei Fortnite meist gar keine ruhige Minute. Das sorgt für ein rasches Spieltempo. Anstatt euch 15 Minuten lang nur um eure Ausrüstung zu kümmern, seid ihr recht schnell dazu gezwungen euch mit anderen Spielern anzulegen.

Looten, Ballern, Rennen

Insgesamt fällt die Anzahl der Ausrüstungsgegenstände bei PUBG deutlich umfangreicher aus als bei Fortnite. Rauchgranaten, Rüstung, unterschiedliche Nahkampfwaffen und Waffenaufsätze sucht ihr hier vergebens. Viel Zeit mit Looten werdet ihr in Fortnite jedoch sowieso nicht verbringen. Mit insgesamt fünf Inventarplätzen müsst ihr euch hier ganz genau überlegen, was ihr mitnehmen wollt und was ihr liegen lasst. Eine Möglichkeit euer Inventar zu erweitern, gibt es nicht. Ganz anders bei PUBG. Hier könnt ihr extrem viele Items mitnehmen, solange ihr den passenden Rucksack dafür habt.

Pistolen, Maschinenpistolen, Sturmgewehre, Schrotflinten und Scharfschützengewehre könnt ihr in beiden Spielen finden. Granat- und Raketenwerfer hingegen gibt es nur bei Fortnite. Die hätten jedoch gerne draußen bleiben können. Sowohl der Granat-, als auch der Raketenwerfer sind auf kurze bis mittlere Distanzen so übertrieben stark, dass ihr trotz guter Ausrüstung meist nach einem indirekten Treffer direkt ins Gras beißt.

Generell lässt die Waffenbalance bei Fortnite noch etwas zu Wünschen übrig. Hier könnte sich das Spiel noch eine Scheibe von PUBG abschneiden. Hier hat fast jede Waffe ihren eigenen optimalen Anwendungsbereich. In Fortnite könnt ihr aufgrund der kargen Spielwelt Gegner bereits auf größere Entfernung gut erkennen. Aufgrund der eher kurzen Sichtlinien spielen sich die Feuergefechte jedoch meist auf kürzere Distanz ab. Deckungsmöglichkeiten sind zudem auf der Karte rar gesät, aber das ist kein Problem! Fortnite bietet euch ein Feature, welches PUBG nicht hat – Basebuilding.

Mit der Spitzhacke könnt ihr fast alle Objekte in der Spielwelt abbauen, um daraus Holz, Ziegel oder Stahl zu gewinnen. Mit diesen Rohstoffen könnt ihr dann wiederum Wände, Treppen und Dächer bauen und euch somit selbst Deckung schaffen, wenn ihr sonst keine findet. Dieses Feature gibt Fortnite die spielerische Tiefe, die es an anderen Stellen gegenüber PUBG einbüßt. Durch die Bauoptionen eröffnen sich euch zahlreiche Möglichkeiten. So könnt ihr euch ganz einfach über Hindernisse hinweg bauen, euren Gegner in eine Falle locken, seine frisch gebaute Hütte mit einem einzigen Schuss aus dem Raketenwerfer wieder wegpusten, und so weiter ...

PUBG hingegen bietet euch aufgrund der zahlreichen Deckungs- und Ausrüstungsmöglichkeiten für euch und eure Waffen eine große taktische Vielfalt. Die Feuergefechte können sowohl auf kurze als auch auf sehr lange Distanzen stattfinden. PUBG belohnt meistens die Leute, die etwas langsamer und bedachter vorgehen und sich die Zeit nehmen, die aktuelle Lage zu analysieren und dann entsprechend darauf zu reagieren.

Neben den 99 anderen Spielern ist euer größter Feind in beiden Spiele, die immer kleiner werdende Zone. Während euch diese bei PUBG jedoch gleich zum Anfang in Schwierigkeiten bringen kann, wird die Zone in Fortnite meist erst zum Ende ein echtes Problem. Die langen Wege, die ihr in PUBG zurücklegen müsst, gibt es nämlich in Fortnite schlichtweg nicht. Somit habt ihr meist kein Problem damit, der Zone einfach davonzulaufen. Zonentode in PUBG hingegen gehören beinahe zur Tagesordnung.

Winner, Winner, Chicken Dinner!

Die Zone wird immer kleiner, ebenso wie die Anzahl der verbleibenden Spieler. Der Adrenalinpegel steigt, das Finale steht an. Sowohl in Fortnite, als auch in PUBG schlägt euch das Herz bis zum Hals, wenn die Spieleranzahl in den einstelligen Bereich fällt und ihr wisst, dass ihr dem Sieg so nah seid. Während in PUBG nun meist alle Spieler sich ganz langsam von Zone zu Zone bewegen und die Spannung langsam unerträglich wird, artet Fortnite in eine wahre Materialschlacht aus.

Alle, die noch Baumaterialien haben, bauen sich Türme, Mauern mit Schießscharten und versuchen sich auf diese Weise einen Vorteil zu verschaffen. Am Ende gewinnt meist der, der die besseren Ressourcen hat und geht als Sieger vom Platz. Bei PUBG hingegen kann es bis zur letzten Sekunde sein, dass ihr nicht wisst, wo euer Gegner jetzt ist. Hier kommt es im Finale vor allem auf eine gute Position und vor allem auch Zonenglück an. Wer das beides mit sich bringt und halbwegs gescheit zielen kann, wird auch in PUBG einige Erfolge feiern können.

Fazit

Fortnite und PUBG bieten trotz des gleichen Genres stark unterschiedliche Spielerfahrungen. Während Fortnite ein eher "arcadiges" und schnelles Spiel unterstützt, in dem die Runden meist nicht länger als 20 Minuten dauern, bietet PUBG ein gänzlich anderes Spielgefühl. Hier stehen Strategie und Taktik stark im Vordergrund. Des Weiteren kann eine Runde PUBG auch gut und gerne mal bis zu 45 Minuten dauern. PUBG bietet sich vor allem für Hardcore-Gamer an, die eine echte Herausforderung suchen und gerne auch mal im Team spielen. Fortnite hingegen richtet sich an die eher breite Masse von Casual-Spielern, die gerne einfach mal eine Runde alleine nach der Arbeit spielen wollen. Wer einen ersten Einstieg in das Genre sucht und keine 30 Euro ausgeben will oder keinen Spiele-PC hat, der sollte Fortnite auf jeden Fall eine Chance geben. Schließlich ist das Spiel von Epic Games im Gegensatz zu PUBG Free to Play und sowohl auf PC, Xbox One und PS4 erhältlich.

Wer übrigens lieber Lust auf den PvE-Teil von Fortnite hat, der sollte mal einen Blick auf unsere Fortnite-Bilderstrecke werfen:

Was sagt ihr zu unserem Vergleich? Welches "Battle Royale"-Spiel findet ihr persönlich besser? Oder könnt ihr mit dem Genre gar nichts anfangen? Schreibt eure Meinung einfach in die Kommentare!

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Tags: Multiplayer   Koop-Modus  

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