Rassistisches Spiel nach Protesten eingestellt

von Chiara Bruno (10. Oktober 2017)

Als das Entwickler-Studio Big-O-Tree Games das Spiel Dirty Chinese Restaurant entwickelt hat, war es sich definitiv nicht über die Konsequenzen im Klaren. Nach zahlreichen Protesten wurde es nun eingestellt. Warum, erklären wir euch.

Hier seht ihr den Trailer für das Spiel:

"Weil es so langweilig ist, politisch korrekt zu sein"

In Dirty Chinese Restaurant spielt ihr einen chinesischen Koch. Eure Aufgabe ist es, streunende Katzen und Hunde einzufangen, sie zusammen mit Resten aus dem Müll zu einem Gericht zu verarbeiten und die Speisen euren Gästen zu servieren. Das Spiel endet, sobald ihr von der Einwanderungsbehörde geschnappt und deportiert werdet. Nebenbei wehrt ihr euch gegen Banden von Menschen mit dunkler Hautfarbe. Der Name Dirty Chinese Restaurant deutet schon auf die Richtung des Spiels hin und den Trailer ziert der Satz "Weil es so langweilig ist, politisch korrekt zu sein".

Das Spiel ist einigen Twitter-Usern negativ aufgefallen.

Was folgte war ein Shitstorm. Den Höhepunkt löste allerdings ein Facebook-Post einer chinesischen US-Politikerin aus, in dem es unter anderem hieß: "Ich wünschte, ich könnte ausdrücken, wie schockiert ich von dem Spiel Dirty Chinese Restaurant bin. Dieses Spiel verwendet jedes negative und erniedrigende Klischee, dem ich je als chinesische Amerikanerin begegnet bin. Dieses Spiel verkörpert Rassismus gegen asiatische Amerikaner, von den Namen, die für die Charaktere des Spiels verwendet werden, über die Art der Nahrung, die sie kochen, bis hin zur verstörenden Darstellung ihrer Gesichter."

Mittlerweile reagierte das Studio Big-O-Tree - dessen Name bigotry ausgesprochen wird, was übersetzt Engstirnigkeit bedeutet - und äußerte sich auf Facebook: "Nach sorgfältigen Überlegungen haben wir uns entschieden, dass es in niemandes Interesse liegt, Dirty Chinese Restaurant zu veröffentlichen. Wir würden uns bei der chinesischen Bevölkerung entschuldigen und versichern, dass es nicht im rassistischen Interesse entwickelt wurde (...)." Die Entwickler deaktivierten mittlerweile auch ihre Internetseite und einige "Social Media"-Kanäle.

Auf der gamescom 2017 wurde deutlich, dass Videospiele auch ein politisches Thema sind:

In einer Zeit, in der Rassismus ein stetiges Problem ist, ist es traurig, dass das Potential ein Spiel zu entwickeln, für rassistisches Gedankengut genutzt wird. Was haltet ihr von dem Spiel? Schreibt es uns in die Kommentare!

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