Test The Evil Within 2: Eine Welt voller Alpträume

von Michael Krüger (12. Oktober 2017)

"Resident Evil"-Erfinder Shinji Mikami liefert kurz vor Halloween abermals eine große Portion Horror ab und entführt euch in eine Welt voller Irrsinn und Leid.

Trotz der einen oder anderen Kritik kann The Evil Within durchaus als Erfolg bezeichnet werden. Da ist es kein Wunder, dass nun drei Jahre später ein Nachfolger für PS4, Xbox One und PC erscheint. Die Geschichte rund um den geplagten Ermittler Sebastian Castellanos geht weiter und Horror-Urgestein Shinji Mikami gibt sich wieder einmal größte Mühe, euch in Angst und Schrecken zu versetzen.

Während wesentliche Aspekte des Vorgängers beibehalten wurden, bricht The Evil Within 2 das Gameplay in weiten Teilen auf und präsentiert sowohl frische Ideen als auch einen ausgewogenen Mix aus Ruhe und Spannung. Das Ergebnis ist ein intensiver Trip durch kranke Gedanken, gespickt mit allerhand gestörten Bildern.

Verzweiflungstaten mit Folgen

Eigentlich war Sebastian Castellanos im ersten Teil davon ausgegangen, dass seine Tochter Lily nicht mehr am Leben sei. Wie sich nun herausstellt, entspricht das nicht der Wahrheit. Doch anstatt einer glücklichen Wiedervereinigung erwartet den Ermittler die ernüchternde und vor allem bittere Wahrheit, dass seine Tochter Teil eines Experiments der Firma Mobius ist. Diese verwendet den Geist von Lily, um mit der aus dem ersten Teil bekannten Technik STEM eine Art Geisterwelt am Laufen zu halten.

Eigentlich ist der Vorstadt-Charme von Union ja ganz einladend.Eigentlich ist der Vorstadt-Charme von Union ja ganz einladend.

Da Lily nun in eben dieser übernatürlichen Welt gefangen scheint und der losgeschickte Suchtrupp nicht mehr reagiert, ist es Sebastians Aufgabe sich ebenfalls an die Gerätschaften anschließen zu lassen und sich erneut in die verdrehte Horrorwelt zu begeben, die er bereits im Vorgänger zu Genüge kennenlernen durfte. Doch zwischen ihm und seiner geliebten Tochter liegt ein morbider Pfad, der ihn unzählige Male an den Rand seines Verstandes treibt.

Die Abläufe entsprechen im Grunde denen des ersten Teils. Ausgestattet mit Waffen, von Pistolen über Schrotflinten bis hin zum Bogen, durchquert ihr Gebiete, in denen sich Gegner tummeln. Auch diese sind wieder voller Variation und reichen von eher klassischen Zombies bis hin zu gigantischen Monstrositäten, die allerhand Werkzeug anstelle von Körperteilen besitzen. Sowohl Fähigkeiten als auch Waffen können verbessert werden, so dass neben dem Überlebenskampf auch die Suche nach Komponenten und grünem Gel stets eine Rolle spielt. Beide setzt ihr wie schon im Voränger an Werkbänken oder dem Spritzen-Stuhl aus dem ersten Teil ein.

Häppchenweise Horror

Bereits früh im Spiel fällt auf, dass die generelle Spannung akzentuierter als im Vorgänger ausfällt. Das liegt einerseits vermutlich daran, dass ihr dieses Mal schon wisst, dass sich Sebastian in einer künstlichen Umgebung aufhält, andererseits ist die Spielwelt aber auch deutlich offener. Über ein größeres Gebiet, das ihr weitestgehend frei erkunden könnt, betretet ihr diverse Orte des Schreckens. Jedes der Häuser im Städchen Union ist sozusagen ein kleines Horror-Überraschungsei.

Wann euch das Spiel wieder einmal in die Mangel nimmt, ist oftmals eine Überraschung.Wann euch das Spiel wieder einmal in die Mangel nimmt, ist oftmals eine Überraschung.

Welche Gebäude ihr betretet und wann, entscheidet ihr. Das gibt euch die Möglichkeit, das Spieltempo selbst zu bestimmen und euch je nach Bedarf auf die Suche nach Verbesserungen zu begeben, die euch später nützlich sein könnten. Viele Geschichten sind dadurch optional und präsentieren Horror-Elemente in kleinen Episoden, die ihr mal mehr oder mal weniger selbst einteilt. Doch die verhältnismäßig ruhigeren Abschnitte wiegen euch oft in falscher Sicherheit. Denn wenn ihr gerade nicht damit rechnet, setzt euch das Spiel eine der vielen alptraumhaften Wesen vor, die euch das Blut in den Adern gefrieren lassen. An denen kommt ihr alleine wegen der Haupthandlung schon nicht vorbei.

Durch die offenere Spielwelt ergibt sich aber auch ein weiterer Vorteil. Die Schwierigkeitsgrade lassen sich nun weiter fächern. Während ihr auf der unteren der drei Einstellungen, relativ entspannt die Gegend nach Verbrauchsgegenständen und Komponenten zum Craften absuchen könnt, konfrontiert euch der höchste Schwierigkeitsgrad mit waschechtem "Survival Horror"-Feeling. Munition ist oft knapp und wenn ihr euch ein paar Extras schnappen wollt, müsst ihr Risiken eingehen. Eine schöne Balance, die das Spiel einem breiteren Publikum öffnet.

Meinung von Michael Krüger

The Evil Within 2 übernimmt bewährte Mechaniken des Vorgängers und ergänzt diese um sinnvolle Funktionen. Der Schritt, eine offene Spielwelt zu erschaffen, ist mutig, aber vollkommen richtig. Der Grusel fährt an manchen Stellen zwar etwas herunter, doch das nimmt den Schreckmomenten nichts von ihrer Intensität. Muss es für euch nicht ein Dauerfeuer aus schockierenden Szenen sein, wisst ihr die Ruhephasen sicher zu schätzen.

Auch technisch hat sich in den vergangenen drei Jahren einiges getan. Einzig die Gesichter der Charaktere dürften an manchen Stellen gerne noch etwas lebendiger sein. Kreative Eliminierungen spielen in The Evil Within 2 ebenfalls wieder eine große Rolle und bestimmen einen ordentlichen Teil des Spielspaßes. Der Überlebenskampf aus oft schier aussichtslosen Situationen liefert erneut einige Momente, die sich ins Gedächtnis brennen.

85 Spieletipps-Award

meint: Die offene Spielwelt entschleunigt und ermöglicht wohl platzierte Schockmomente, sowie ergiebige Spielmechaniken.

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Tags: Singleplayer   Horror   Open World  

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