Nacon Revolution Pro Controller 2: Was er kann, für wen er ist

(Special)

von Matthias Kreienbrink (13. Oktober 2017)

Es ist ein ewig währender Streit: Welcher Controller ist eigentlich der beste? Fans streiten sich darum, ob der Dual Shock 4, der Controller der Xbox One oder der Pro Controller der Nintendo Switch auf den Thron gehört. Im höherpreisigen Segment liefern Dritthersteller derweil Controller ab, die noch mehr wollen. Einer davon ist der Revolution Pro Controller 2 von Nacon für PlayStation 4 und PC.

Wie der Pro Controller 2 sich vom Elite-Controller der Xbox One unterscheidet, zeigt das Video:

Vorweg müsst ihr euch selbst eine Frage stellen: Was für Spieler seid ihr eigentlich? Denn wenn ihr ein Uncharted einem Battlefield 1 vorzieht, dann wird für euch wahrscheinlich der Dual Shock 4 ausreichen. Wenn ihr jedoch sehr gerne Shooter und Kampfspiele zockt, oder Spiele mit mehrfachen Button-Belegungen wie etwa ein Assassin's Creed, dann solltet ihr wohl weiterlesen. Vor allem jedoch dann, wenn ihr nicht nur zur Entspannung zockt, sondern das ganze auch als Herausforderung seht.

Ein Controller nicht für jeden

Denn der Pro Revolution 2 hat seine Zielgruppe schon im Namen. Er möchte vor allem sogenannte Pro-Gamer ansprechen. Also jene, für die jeder Abschuss, jede Millisekunde in einem Spiel zählt. Denn der Controller bietet euch vielfältige Konfigurations-Möglichkeiten, mit denen ihr ihn ganz auf eure Fähigkeiten hin programmieren könnt. Doch schlägt der Controller mit 129,99 Euro Preisempfehlung auch ganz gut rein. Daher könnte für euch vielleicht der erste "Pro Revolution"-Controller der richtige sein, denn der kostet nur um die 85 Euro. Den Nacon Pro Revolution Controller haben wir auch schon getestet.

Wenn ihr ihn euch mal genau anschauen wollt, werft doch mal einen Blick in diese Bilderstrecke:

Ihr werdet wohl im Vergleich direkt erkennen, dass sich optisch nicht sehr viel getan hat. Nach wie vor hat der Pro Controller eine matte Oberfläche, die ihr wohl öfters mit dem beiliegenden Mikrofasertuch abwischen werdet - es sei denn, ihr mögt Fingerabdrücke auf eurem Controller. Ebenso könnt ihr noch immer Gewichte in die Controller einsetzen, um ihn nach Wunsch leichter oder schwerer zu machen. Wir haben uns für das Maximum entschieden, zweimal 17 Gramm.

Für Casual-Gamer sicherlich störend, für Pro-Gamer aber durchaus sinnvoll, ist auch der Pro Controller 2 kabelgebunden. Das Kabel ist drei Meter lang und hat einen USB Type-C Anschluss, ist damit also abnehmbar. Die Latenz des Controllers wird durch Kabelverbindung verringert, was für Pro-Gamer ein durchaus wichtiger Faktor sein kann.

Spielen, wie ihr wollt

Nun zu den Neuerungen des Controllers. Die zweite Version des Pro Controllers bietet euch drei frei konfigurierbare Profile, die ihr an der Unterseite auswählen könnt. Eines dieser Profile ist extra für den PC.

Anders als zuvor, könnt ihr nun auch den linken Stick individualisieren und damit die Empfindlichkeit ganz so einstellen, wie ihr es mögt. Weiterhin habt ihr die Möglichkeit, beim Steuerkreuz zwischen einer Vier-Weg- und Acht-Weg-Steuerung zu wählen. Das kann etwa für Fans von Kampfspielen sehr interessant sein. Anders als zuvor, müsst ihr nun nicht mehr den Controller per Software auf dem PC konfigurieren.

Die vier Shortcut-Tasten auf der Rückseite könnt ihr mit der Profil-Taste (ebenfalls auf der Rückseite) direkt über eure PlayStation 4 programmieren. Auch während des Spielens - sehr praktisch. Das gestaltet sich einfach: Ihr drückt die Profil-Taste auf der Rückseite so lange, bis sich die LED am rechten Stick blinkt. Dann drückt ihr die Taste, deren Funktion ihr auf eine Shortcut-Taste legen wollt. Im Anschluss dann die gewünschte Shortcut-Taste selbst drücken. Erneut die Profil-Taste drücken, bis das Blinken aufhört und fertig.
Für eine tiefergehende Programmierung - denn jede Taste des Controllers könnt ihr so individuell wie ihr es möchtet programmieren - steht euch eine überarbeitete Software für PC und Mac zur Verfügung.

Die Eigenschaften des Nacon Revolution Pro Controller 2 im Überblick:

  • 2 benutzerdefinierbare Sticks mit 46°-Amplitude
  • 3 Meter abnehmbares Typ-C-USB-Kabel
  • 4 konfigurierbare Shortcut-Tasten auf der Rückseite
  • 2 analoge Triggertasten deren Empfindlichkeit und Totzone ihr konfigurieren könnt
  • 2 Schultertasten
  • 4- oder 8-Wege-Steuerkreuz
  • PS- / Share- / Options-Tasten
  • Touchpad
  • LED-Spielerstatusanzeige
  • 3,5-mm-Headset-Anschluss
  • 2 x einstellbare Vibrationsmotoren
  • Gewichtsfächer mit sechs zusätzlichen Gewichten (2 x 10g, 2 x 14g, 2 x 17g)

Meinung von Matthias Kreienbrink

Für mich war dieser Controller zunächst eine Umgewöhnung. Die Schultertasten fühlten sich irgendwie merkwürdig an, dass die Sticks anders angeordnet waren als auf dem Dual Shock 4 war ungewohnt. Doch wenn ich jetzt darüber nachdenke, merke ich, dass ich beim Spielen gar nicht mehr darüber nachdenke. Bedeutet, dass der Revolution Pro Controller 2 sehr intuitiv funktioniert. Besonders die Positionierung der Sticks ist ein Vorteil gegenüber dem Dual Shock 4 von Sony.

Der Controller liegt sehr gut in der Hand, fühlt sich samtig an. Die Programmierbarkeit des Controllers ist dabei sehr praktisch - und das, obwohl ich kein Pro-Gamer bin. Allein das Rennen vom Pressen des linken Sticks auf eine der Shortcut-Tasten zu legen ist ungemein angenehm. Und obwohl ich eigentlich kein großer Shooter-Fan bin, hat mich der Controller dazu gebracht, für Battlefield 1 an der Sensitivität der Sticks und Trigger herumzuschrauben.

Ebenso musste ich jedoch auch den Rumble runterschrauben, denn das massierte mir zum Beispiel am Anfang von Destiny 2 - Explosionen überall - zu sehr die Hände. Kurzum, mir gefällt der Controller sehr gut. Ob er euch die 130 Euro wert ist, müsst ihr aber selbst abwägen. Für Gelegenheitsspieler tut es sonst vielleicht auch der gerade angekündigte Controller von Nacon für nur 40 Euro.

Meinung von Markus Rehmann

Ich bin nach wie vor zwiegespalten was den Profi-Controller von Nacon angeht: Als großer Fan des Elite-Controllers für die Xbox One warte ich schon lange auf ein adäquates Eingabegerät für meine PS4. Der erste Revolution Pro konnte da meiner Meinung nach längst nicht mithalten. Bei der zweiten Auflage kann ich jetzt immerhin schon die Buttons auf der Rückseite sehr schnell und vor allem ohne PC konfigurieren. Das ist immer noch nicht ganz so praktisch gelöst, wie beim Elite, bei dem ich wirklich alle Tasten direkt an der Xbox ändern kann und teils im Menü schon vorkonfigurierte Settings für die wichtigsten Spiele habe. Aber für die allermeisten Einsatzgebiete reicht mir das.

Ein gewaltiger Minuspunkt ist für mich allerdings nach wie vor das zwingend notwendige Kabel: Ich spiele selten kompetitiv, wo wirklich jede Nanosekunde zählt, dafür aber umso öfter chillig auf meiner Couch. Und dafür ist das Kabel schlicht zu kurz. Ganz abgesehen davon, dass ich echt froh bin, die Zeiten hinter mir zu haben, in denen ich auf dem Weg zum Kühlschrank regelmäßig über quer durch den Raum gespannte Strippen stolperte.

Und auch wenn es im Zockeralltag vielleicht egal ist: Im Vergleich zum Elite fühlt sich der Nacon-Controller um Welten billiger an - obwohl er ähnlich teuer ist. Handschmeichelnde Gummierung oder stylische Alu-Elemente sucht ihr hier vergeblich. Ebenso wie wechselbare Sticks oder Trigger mit verkürzbarem Hebelweg (die ich in Shootern mittlerweile sehr zu schätzen gelernt habe).

Der Revolution Pro 2 ist sicherlich kein schlechter Controller, im Gegenteil! Aber für mich ist er eben auch weit weg vom perfekten Joypad und dafür ein gutes Stück zu teuer.

Tags: Hardware  

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