Gaming-Zubehör für Frauen: Das Problem mit der Farbe Rosa

(Kolumne)

von Emily Schuhmann (19. Oktober 2017)

Ich mag Gelb nicht, mochte ich noch nie, aber die Farben die mir wirklich auf den Zeiger gehen, sind Pink und Rosa. Vor allem neonpinke Dinge müssen wirklich nicht sein, aber ich kann sie hauptsächlich deswegen nicht leiden, weil sie für mich der Inbegriff von Schubladendenken sind. Jungs dürfen sie nicht mögen und Mädchen mögen automatisch alles was rosa ist ... der einzige Fall, in dem das für mich zutrifft, ist der rosarote Panther.

Huawei geriet kürzlich ins Fadenkreuz, weil CEO Richard Yu bei einer Präsentation "Pink Gold" als bevorzugte Farbe von Frauen bezeichnete. Es hagelte daraufhin Kritik. Die Farb-Debatte lässt sich nahezu unbegrenzt ausweiten, aber dieser Text soll sich auf Gaming-Zubehör konzentrieren und allein in diesem Bereich gibt es noch immer mehr als genug Konfliktpotenzial.

Umdenken angesagt

Ich habe euch bereits einen kleinen Einblick in mein Leben als weiblicher Spieler und Schreiberling gegeben. Dieses Mal geht es nicht nur um persönliche Erfahrungen, sondern allgemein um die Missverständnisse zwischen Firmen und Frauen.

Je größer die Bühne, desto vorsichtiger sollten Redner mit ihrer Wortwahl sein. Je größer die Bühne, desto vorsichtiger sollten Redner mit ihrer Wortwahl sein.

Denn ich glaube nicht, dass Nintendo den pinken Nintendo 3DS mit bösen Absichten veröffentlichte oder Sony mit rosa PlayStations einen perfiden Plan verfolgt. Die Sache ist die: Natürlich kommen diese Farben bei einigen Kunden gut an, aber sie als "weiblich" zu verkaufen ist der Überrest einer archaischen Denkweise.

Warum sollte eine dämliche Farbe definieren, wer den Gegenstand benutzen darf? Wenn ein Mann gern einen "Xbox One"-Controller in schweinchenrosa haben möchte, dann soll er doch. Ich als Teil der eigentlichen Zielgruppe bevorzuge zum Beispiel Blau- und Grüntöne.

Klein, aber nicht rosa

Wie viele Frauen habe ich keine riesigen Hände. Mir wurde deshalb von einem eifrigen Elektromarkt-Mitarbeiter schon mal von der "brandneuen, perfekten Gaming-Maus für die Damen" vorgeschwärmt - die natürlich zur Hälfte knallpink sein muss. Der Verkäufer im nächsten Laden hat mir dann mit mildem Lächeln erklärt, dass so eine High-Tech-Maus nur für richtige Zocker interessant sei. Na dann, tausend Dank für diese großartige Beratung.

Selbstverständlich hält das Mädchen die rosa Variante des Nintendo Handhelds.Selbstverständlich hält das Mädchen die rosa Variante des Nintendo Handhelds.

Ihr habt bestimmt alle schon mal einen dieser Gaming-Sessel gesehen. Die Monstrositäten die aussehen, als wären sie aus einem Rennauto geklaut worden. Von einem Freund wurde ich schon mal um Rat gefragt, was ich von einem solchen Stuhl in rosa und gold als Lady-Edition halten würde. Dreimal dürft ihr raten, wie meine Reaktion ausfiel.

Liebe Hersteller von Gaming-Zubehör und eigentlich auch allem anderen, ihr müsst eurer Kundschaft nicht alles vorkauen. Verkauft pinke Peripherie als knallig oder sonst was, aber bitte nicht als "für Frauen". Und wenn bei diesem Umdenken, dann auch noch eine kompakte, nicht rosafarbene Gaming-Maus herausspringt, dann wäre ich gleich doppelt glücklich.

Tags: Hardware   Politik  

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