Test AER - Memories of Old: Ein stilles Spiel in einem lauten Monat

von Matthias Kreienbrink (23. Oktober 2017)

AER wird in diesem Monat der AAA-Produktionen mit viel Bombast und viel Getöse sicherlich untergehen. Denn das Spiel möchte leise sein, es verzichtet auf Gewalt und Kräftemessen. Dabei macht es alles richtig - und ist deshalb nicht für alle das richtige Spiel - für PC, PlayStation 4 und Xbox One

Als wir auf der gamescom 2017 AER - Memories of Old anspielen durften, haben uns die Entwickler ein interessantes Detail zur Entwicklung des Spiels preisgegeben. Nachdem wir das Spiel nun gute fünf Stunden gespielt haben, können wir diese Äußerung nur bestätigen: AER ist stark inspiriert von der Zelda-Reihe und von Journey.

Darum ist AER ein wenig wie Zelda

In AER spielt ihr eine Frau in polygonaler Optik. Auf Knopfdruck kann diese sich in einen Vogel verwandeln. Das ist in dieser Welt auch nötig, denn sie besteht aus vielen schwebenden Inseln, die ihr nur fliegend erreichen könnt. Damit liegt der erste Vergleich mit Zelda auch schon auf der Hand. AER erinnert vom Aufbau der Welt sehr an The Legend of Zelda - The Wind Waker. Ihr entdeckt stets neue Inseln mit Überbleibseln einer bereits untergegangenen Zivilisation. Das Gefühl des Entdeckens eines Abenteuers samt des Gedankens, dass ihr die Auserwählte steuert, die allein eine Welt retten kann, könnten so auch aus jedem Zelda-Spiel stammen.

In AER müsst ihr drei Tempel erkunden. Um diese zu öffnen, müsst ihr Öffnungsmechanismen an verstecken Orten finden und an diesen dann kleinere Rätsel lösen. Jeder der Tempel wurde zur Ehrung einer Gottheit erbaut - an die Götter jedoch erinnert sich in der jetzigen Zeit niemand mehr. Der Aufbau dieser Tempel erinnert ebenso an Zelda. So müsst ihr in einem etwa verschiedene Leuchtplatten finden, auf die ihr euch mit eurer heiligen Laterne - dem einzigen Item in diesem Spiel - stellt. Diese öffnen dann Türen, die wiederum weitere Leuchtplatten zugänglich machen. Schlussendlich ist es eure Aufgabe, die größte der Türen zu öffnen, die durch drei Siegel verschlossen ist.

Ihr müsst euch also Wege einprägen, Rätsel lösen und die Gänze eines Tempels erfassen, um schlussendlich die letzte Tür zu öffnen. Hinter dieser findet ihr dann jeweils eine der Gottheiten, die euch einen Teil von einem dreiteiligen Siegel gibt - kommt euch bekannt vor? Mit diesem Siegel öffnet ihr dann den letzten, den vierten Tempel, in dem das Spiel sein Ende findet.

Darum ist AER ein wenig wie Journey

In AER gibt es keine Gewalt. Ihr habt keine Waffen, mit denen ihr Gegner erlegt - es gibt einfach gar keine Gegner. In diesem Faktum besteht auch der größte Gegensatz zur Zelda-Reihe. Denn in dieser gibt es die stete Bedrohung durch Gegner. Jeder Dungeon wird dadurch besonders stressig und herausfordernd, dass ihr nicht nur Rätsel lösen, sondern auch Gegner besiegen müsst. Bis ihr schließlich dem Endgegner gegenüber steht. All das gibt es in AER nicht.

Stattdessen funktioniert es eher wie Journey. Denn nicht nur erinnert die Optik der Welt und der Figuren an das Spiel, auch ist es ein eher meditatives Spielen, das beide Titel auszeichnet. Es geht um ein ruhiges und selbstbestimmtes Erkunden einer Welt, die zwar nicht viele Überraschungen bietet, aber euch doch in den Zustand tiefer Entspannung versetzen kann.

Auch das Thema von Leben und Wiedergeburt wird in beiden Spielen aufgegriffen. So erzählt auch AER die Geschichte eher durch Fragmente, die ihr selbst entdecken könnt. Ihr findet die Geister von den Menschen, die hier einst lebten. Ihr beginnt zu ahnen, was damals passiert sein könnte. Doch das Spiel wird nie explizit. Weder am Anfang, noch am Ende.

Meinung von Matthias Kreienbrink

AER schafft genau das, was es schaffen will. Es nimmt Elemente von Zelda und von Journey und macht ein neues Spiel daraus. Zwar bietet es durch die Tempel mehr Herausforderungen als Journey, kann in diesem Bereich aber niemals mit Zelda mithalten. Andererseits bietet es das meditative Spielen von Journey, ohne jedoch ganz so in die Tiefe eindringen zu können, wie es jenes Spiel tat. Für einige mag sich das anfühlen wie nichts Halbes und nichts Ganzes.

Für andere jedoch wie genau der richtige Mittelweg. Technisch ist an dem Spiel nichts auszusetzen: Der Grafikstil muss gefallen, hat dann aber auch keine Aussetzer. Steuerung funktioniert wunderbar intuitiv. Die Entwickler haben auf Anzeigen im Bild verzichtet. Hilfestellungen gibt es nur durch einen Kompas und eine Karte, die ihr aufrufen könnt.

75

meint: Für Menschen, die gerne ruhige, nachdenkliche Spiele mögen. Viel länger als sieben Stunden werdet ihr mit dem Spiel aber wohl nicht verbringen.

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