Dieser eine Moment: Der erste Schritt in Super Mario World

(Special)

von Micky Auer (25. Oktober 2017)

Was gibt es Schöneres als eine brandneue Konsole auszupacken, das erste Spiel einzulegen, den Schalter zu betätigen und voller Spannung darauf zu warten, was auf dem Bildschirm passiert? Umso schöner und unvergesslicher ist dieser Moment, wenn es eine beliebte und bekannte Videospielfigur ist, die das neue Konsolenzeitalter einläutet.

Oft ist es nicht bloß die tolle Grafik, die spannende Geschichte oder der sympathische Hauptcharakter, der Spielern noch Jahre nach dem Genuss eines Abenteuers im Gedächtnis bleibt. Solche Erinnerungen drehen sich häufig um einen kurzen Moment. Einen besonderen Moment. >>Diesen einen Moment!<< Dem widmen wir diese Artikel-Serie und beschreiben aus unserer persönlichen Sicht, was diesen Moment so besonders und unvergesslich macht.

Hier findet ihr alle bisher in der Reihe erschienenen Artikel.

Habt ihr diesen flüchtigen Moment schon mal genießen können? Der Moment, in dem ihr eine nagelneue Konsole aus der Verpackung holt. Fabriksneu, unbefleckt, makellos. Kein Kratzer, kein Schmutzfleck, kein Staub auf der Oberfläche. Und dazu der sanfte Duft von Verpackungsmaterial und Luftentfeuchter-Granulat.

Das allein ist ein Moment, den ihr in euch aufsaugen solltet. So schön und voller Vorfreude der schon ist, es geht noch ein ganzes Stück intensiver: Das erste Spiel starten und mit offenem Mund und hochgezogenen Mundwinkeln dasitzen und sich zeigen lassen, was das neue Spielzeug kann!

Am 15. August 1992 hatten viele Gamer in Deutschland die Gelegenheit, einen solchen Moment zu erleben. Als stolze Besitzer eines Super Nintendo Entertainment System durften sie endlich erfahren, wie sich (theoretisch) gewaltige 32.768 Farben und 8 × 16 Bit-Stereo-Soundkanäle (mit bis zu 32 kHz Samplingrate) im eigenen Wohnzimmer anfühlen. (Und wer sich ein Nintendo Classic Mini SNES geleistet hat, darf das sogar jetzt nochmal ganz aktuell erleben.) Behilflich dabei war der Flagschiff-Charakter von Nintendo.

Super Mario persönlich gab sich die Ehre, neue SNES-Besitzer in die fabelhafte 16-Bit-Konsolenwelt zu entführen. Super Mario World lag in einem Bundle der neuen Konsole bei und wartete nur darauf, jedem treuen Nintendo-Fan zu zeigen, dass er am Beginn einer legendären Zeit steht. Wer keines dieser Bundles ergattern konnte, griff früher oder später dennoch zu diesem wegweisenden Jump and Run.

Es werde Licht! Und Farbe! Und Sound!

Als der offizielle vierte Teil der "Super Mario"-Saga hatte Super Mario World ein schweres Erbe anzutreten. Bereits dreimal zuvor hatte der kleine, dicke (ehemalige) Klempner auf dem NES gezeigt, wie ein hervorragendes Jump and Run aussieht. Nicht nur die Bürde der hohen Qualität lag auf den Schultern des virtuellen Schnauzbartträgers, sondern auch die schwere Verantwortung, eine neue Hardware stilgerecht in Szene zu setzen.

(Quelle: YouTube, Bella Holloway)

Und da kam er dann, dieser eine Moment: Ein schwarzer Bildschirm mit dem simplen, weißen Schriftzug: "Nintendo presents". Kaum merklich, doch schon als optisches Hintergrundrauschen vernehmbar, haben viele Spieler registriert, dass der Schriftzug nicht einfach verschwindet, sondern stufenlos ausgeblendet wird. Und dann: eine kreisrunde Blende öffnet sich und gibt den Blick auf den animierten Titelbildschirm frei. Auf den ersten Blick wird klar: Vorbei ist die Zeit der blassen Farben, der kratzenden Sounds und der einfarbigen Hintergründe. Willkommen im 16-Bit-Zeitalter!

Der Moment hält an: Wo heute eine bombastische CG-Intro-Sequenz die Bude zum Beben bringt, reicht in Super Mario World ein statischer Bildschirm und eine simple Textbox, die euch erklärt, dass Peach mal wieder abhanden gekommen ist und vermutlich Bowser dahinter steckt. Alles bekanntes Terrain, dennoch so frisch, so neu und unerforscht. Die Vorfreude steigt, der Moment dauert noch immer an.

Danach folgen drei schnelle Schritte auf der Oberwelt-Karte, bevor endlich der erste Level beginnt! Doch was ist das? Ein Mosaik-Effekt erfüllt den Bildschirm. Scheinbar wahllos zusammengewürfelte, bunte Klötzchen werden immer schärfer und formen innerhalb einer Sekunde ein Bild! In diesem Moment haben Spieler zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem "Mode 7"-Chip des SNES gemacht. Dieser Hardware-Zusatz ist in der Lage, solche Effekte zu produzieren. Sein bekanntester Effekt soll später noch demonstriert werden: Der Chip ist in der Lage, ein Objekt vor einem einfarbigen Hintergrund stufenlos zu drehen und zu zoomen. Nach heutigen Maßstäben: "Ähm ... ja, und weiter?" Nach damaligen Verhältnissen: "Oh, verdammt ... WOW!!!"

Weiter mit: Bei Licht betrachtet ...

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Tags: Retro   Dieser eine Moment  

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