Xbox One X im Technikcheck: Ein Gegner für die PS4 Pro?

von Stephan Schünke (10. November 2017)

Konsolen buhlen immer mehr um die Performance-Herrschaft, denn gute Grafik ist nicht nur auf dem PC-Monitor gerne gesehen. Vor allem in Zeiten von erschwinglichen 4K-Fernsehern, wollen viele Gamer ein umwerfendes Grafikerlebnis haben. Nachdem schon Sony mit der PS4 Pro ordentlich für Wirbel sorgte, schiebt Microsoft nun seine Xbox One X hinterher, die lange Zeit unter dem Projektnamen „Scorpio“ unterwegs war. Doch wo sind die Unterschiede zu einer normalen Xbox One? Lohnt sich ein Upgrade oder ist vielleicht sogar die PS4 Pro immer noch stärker?

Technische Spezifikationen bringen euch zum Sabbern

Microsoft spendiert der Xbox One X nicht nur einen dezent neuen Look, sondern auch erheblich mehr Leistung. Auf dem Papier stellt die neue Konsole nicht nur die hauseigene Xbox One in den Schatten sondern kann auch die PS4 Pro problemlos auf ihre Plätze verweisen. Während die neue Konsole auf satte 6 TFLOPS kommt, schleichen die Xbox One mit 1,31 und die PS4 mit 184 TFLOPS hinterer. Auch die PS4 Pro kann der One X mit 4,2 TFLOPS nicht das Wasser reichen. Somit hat Microsoft auf schon einmal auf dem Papier die Hose an.

Die Mehrleistung kann Microsoft vor allem durch eine schnellere CPU sowie GPU aber auch durch mehr RAM erwirken. So setzt das Unternehmen bei der Xbox One X auf einen AMD Jaguar Chip mit acht Kernen und einer Taktfrequenz von 2,3 GHz. Die PS4 pro vertraut auf den gleichen Prozessor, taktet allerdings 200 Mhz weniger. Auch der Grafikchip bei beiden Modellen ist identisch, doch sind beim AMD Radeon HD Chip der Xbox One X mehr Recheneinheiten, mehr Shader und auch eine höhere Taktfrequenz vorhanden, als bei der PS4 Pro. Nahezu lächerlich wirkt dann der Vergleich zur normalen kleinen Xbox One, deren CPU nur mit 1,75 GHz taktet und die nur 12 Recheneinheiten besitz.

Grafikkarte fast auf Desktop-Niveau

Der Grafikchip der Xbox One X wurde kräftig aufgebohrt und sorgt in der neuen Konsole für eine sehr hohe Performance. Sie ähnelt von der reinen Rechenstärke sowie den technischen Eigenschaften einer RX 480 von AMD, die wir von Desktop-PCs kennen. Zwar ist dieses Modell nicht mehr lieferbar, allerdings gibt es mit der RX 580 einen würdigen Nachfolger. Besonders interessant ist, dass der neue Grafikchip der Xbox One X nun auch FreeSync unterstützt. Diese Technologie sorgt für ein schlierenfreies Spielerlebnis auf kompatiblen Monitoren. Leider unterstützen Fernseher diese Technologie aktuell noch nicht, sodass nur PC-Monitore in den Genuss kommen würden. Hierfür ist die Xbox One X allerdings nur eingeschränkt zu empfehlen, da sie die volle Grafikpracht nur am 4K-TV ausfahren kann.

Kinect stirbt aus

Die Xbox One X ist die erste Konsole seit langem, die auf die Gestensteuerung „Kinect“ von Microsoft verzichtet. Wie der Hersteller und Entwickler bereits bekannt gegeben hat, wird die Verbreitung von Kinect komplett eingestellt. Somit verfügt auch die Xbox One X nicht mal mehr über einen Anschluss für die Kamera. Allerdings spendiert Microsoft der Konsole ein integriertes Netzteil mit 245 Watt Leistung sowie ein UHD-Blu-Ray Laufwerk. Dieses ist aber auch bei der Xbox One S auffindbar, sodass dies keine großartige Neuerung ist. Doch halten wir uns noch einmal beim Netzteil auf. Alle Vorgängerversionen der Xbox mussten noch mit einem riesigen externen Netzteil auskommen. Das aktuell integrierte Modell vereinfacht nicht nur das Verlegen der Kabel, sondern auch den Transport der Konsole.

Gibt es eine Alternative?

Auf dem Papier kann die Xbox One X definitiv überzeugen, denn die Weiterentwicklung zur Xbox One aber auch zur PS4 Pro ist aus der Sicht der Hardware ein ordentlicher Sprung nach vorn. Doch wie bei jeder Konsole lässt sich die Hardware nicht aufrüsten, sodass auch diese Konsole auch in wenigen Jahren nicht mehr aktuell ist. Verglichen mit einem Gaming-PC, den ihr aufrüsten könnt kommt ihr mit der Xbox One X aber durchaus gut weg. Möchtet ihr ein System zusammenbauen, das die gleiche Leistung hat, müsst ihr euch auf rund 600 Euro vorbereiten und das ohne ein UHD-Laufwerk. Der Vorteil dann ist allerdings, dass ihr den PC auch noch in naher Zukunft immer aufrüsten könnt. Natürlich ist aber auch hier wieder die Voraussetzung, dass ihr euch mit der Thematik beschäftigt und auskennt, das müsst ihr bei einer Konsole nicht.

Tags: Hardware  

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