Test Need for Speed - Payback: Endlich wieder Vollgas!

von Thomas Stuchlik (07. November 2017)

Legenden sterben nie: Nach dem umstrittenen Serienableger von 2015 ist Need for Speed mit ungewohnten Stärken und fetten Tuning-Möglichkeiten zurück. Aber reicht das zum Raser-Hit?

Die schwedischen Entwickler von Ghost Games haben es nicht leicht. Schließlich werkeln sie schon zum dritten Mal an der traditionsreichen Raser-Serie mit Kultstatus. Zuletzt 2015 kam vom Studio mit Need for Speed eine Racing-Episode, die sich an den Fan-Liebling Need for Speed Underground anlehnte. Doch mangelnder Umfang und Online-Zwang stießen der Community sauer auf. Nun melden sich die Skandinavier zurück und ließen sich für das neueste Need for Speed - Payback von der Konkurrenz inspirieren. Im Test erfahrt ihr, warum sich das Rennspiel oftmals wie Forza Horizon 3 anfühlt.

Die Kampagne führt euch in einen Feldzug gegen das fiese Kartell mit dem wenig einfallsreichen Namen "House". Selbiges kontrolliert Kasinos und die illegale Straßenrennen-Szene. Doch das Helden-Trio, bestehend aus Straßenraser Tyler, Offroad-Experte Mac und Fluchtfahrerin Jess, hat da etwas dagegen und stemmt sich mit seinen Fahrkünsten gegen die Unterweltler. Willkommen in der (laut Entwickler) größten "Open World" der Serie! Willkommen in Fortune Valley!

Spannung vs. Open World

Need for Speed - Payback versucht sich an einem Spagat: Zum einen treiben Story-Sequenzen und Spielkapitel das Geschehen voran. Dabei gibt es auch exakt gescriptete Action-Einsätze, in denen ihr beispielsweise hollywoodreif Trucks einholt und der Polizei ausweicht – "The Fast & The Furious" lässt grüßen!

Wie in klassischen Serienteilen rast ihr über langgezogene Landstraßen - diesmal aber mit offener Spielwelt.Wie in klassischen Serienteilen rast ihr über langgezogene Landstraßen - diesmal aber mit offener Spielwelt.

Auf der anderen Seite wirkt der Spielablauf wie aus Forza Horizon entnommen - und das im positiven Sinne! Denn die meiste Spielzeit über steht euch die offene Welt für Ausfahrten zur Verfügung. Und diese erscheint weitaus farbenfroher und sonniger als im Vorgänger. Denn das weitläufige Wüstenland bereist ihr bei Tag wie bei Nacht. Vor allem die Dämmerung sorgt für eine malerische Stimmung, wenn die Sonne am Horizont nieder- oder aufgeht. Regen gibt es dagegen nicht.

Die Story führt euch durch verschiedene Regionen. Ihr besucht die Glücksspiel-Stadt Silver Rock, die dem realen Vorbild Las Vegas nachempfunden ist. Vor allem bei Nacht erinnert diese aber auch an ältere "Need for Speed"-Teile. Ebenso rast ihr durch steinige Nationalparks, vorbei an sandigen Bergmassiven oder über bewaldete Landstraßen. Im Grunde erwartet euch eine virtuelle Version des US-Bundesstaats Nevada. Unterwegs erfreut ihr euch an Sehenswürdigkeiten wie einer riesigen Solaranlage oder einem Flugplatz, der übrigens auch als Basis dient.

Bleifuß-Paradies

Innerhalb der Spielkapitel offeriert Need for Speed - Payback mehrteilige Rennserien in fünf Klassen. Begebt euch zum Veranstaltungsort, um bei Straßen-Sprints, Drift-Wettbewerben oder Dragster-Rennen anzutreten. Noch interessanter sind Offroad-Ausflüge quer durchs Gelände (Vorsicht bei den Sprungschanzen!) sowie zeitlich begrenzte Fluchtfahrten gegen die Obhut.

Diesmal düst ihr nicht nur auf dem Asphalt, sondern auch durchs hügelige Gelände.Diesmal düst ihr nicht nur auf dem Asphalt, sondern auch durchs hügelige Gelände.

Serientypisch startet ihr vom letzten Platz und bahnt euch den Weg durchs kleine Fahrerfeld. Der Streckenverlauf wird nur durch übergroße Checkpoints vorgegeben, entsprechend könnt ihr hier und da abkürzen. Die Kontrahenten sind in Sachen Geschwindigkeit meist gleichauf mit euch und nicht leicht zu überholen. Ihr könnt jedoch mittels Tuning nachhelfen und euch so den entscheidenden Vorteil sichern (dazu gleich mehr). Vor jedem Wettbewerb dürft ihr eine Wette mit einem zusätzlichen Bonusziel eingehen. Beispielsweise sollt ihr eine bestimmte Anzahl an Objekten umfahren oder eine bestimmte Distanz driften. Schafft ihr das, winkt mehr Kohle. Schafft ihr es nicht, schrumpft das Preisgeld.

Meist genießt ihr die freie Fahrt, regulärer Straßenverkehr hält sich in der Wüste arg in Grenzen. Die Umgebung wirkt deshalb etwas leblos, denn auch Passanten lassen sich nur vereinzelt blicken. Bei einigen Veranstaltungen kämpft ihr nicht nur gegen das Fahrerfeld, sondern auch gegen die Polizei. Bei den Verfolgungsjagden rammt ihr die Ordnungshüter von der Piste, bis deren Schadensleiste voll ist. Dank Zeitlupen-Kamera fliegen die Gegner oft spektakulär ab – ganz im Stile von Burnout. Passt bei massiven Straßensperren auf, die ihr besser umfahren solltet!

Mehr Power!

Was wäre Need for Speed ohne Tuning und Modifikationen? Auch in diesem Teil lassen sich die Wagen vielfältig umbauen. Für mehr Leistung erhaltet ihr nach jedem gewonnenen Rennen eine Speed-Karte. Denn euer Vehikel lässt sich in den sechs Kategorien Block, Kopf, Turbo, Auspuff, Steuergerät und Getriebe hochzüchten. Jede Karte von Stufe 1 bis 18 steigert entsprechend die Werte eures Wagens, wie zum Beispiel die Beschleunigung oder die Bremskraft.

So könnt ihr den Wagen auch gezielt an eine gewünschte Klasse oder einen Wettbewerb anpassen. Doch Vorsicht: In jeder Kategorie darf immer nur eine Karte verteilt werden! Übrige Karten könnt ihr deshalb verkaufen, einlagern oder gegen bessere eintauschen. Als Boni winken außerdem Loot-Boxen (Standard und Premium), die als "Lieferungen" bezeichnet werden. Darin finden sich neue Einbauteile, Geld oder Karten. Die Kisten erwerbt ihr mit verdienten Speed-Points (aus täglichen Herausforderungen) oder umstrittenerweise auch mit Echtgeld. Zumindest sind die Lieferungen in der Karriere kein echtes Muss, schließlich könnt ihr alles nach und nach selbst freispielen.

Wie tief darf es sein? Mit Body-Kits und neuem Fahrwerk macht ihr den Wagen zum Hingucker.Wie tief darf es sein? Mit Body-Kits und neuem Fahrwerk macht ihr den Wagen zum Hingucker.

Natürlich lässt sich auch die Optik der 80 enthaltenen Wagen aufpeppen. So verbaut ihr neue Spoiler, Flügel, Seitenschweller, Diffusor, Felgen, Bremssättel oder komplette Body-Kits. Außerdem bearbeitet ihr die Lackierung und zaubert Folien und Aufkleber aufs Blechkleid. Zur Individualisierung stehen massig Muster, Logos, Flaggen und Schriftzüge zur Verfügung.

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Tags: Open World   Singleplayer  

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