Montana Black: Wie PewDiePie, nur noch unreflektierter

(Special)

von Spieletipps-Team (15. November 2017)

Ihr erinnert euch sicher noch an PewDiePie und seine vielen Ausfälle. Zu Recht, denn was der erfolgreiche YouTuber immer wieder vom Stapel lässt ist - besonders in der Paarung mit seinen lapidaren Entschuldigungen - teilweise untragbar. Doch auch in Deutschland benehmen sich viele YouTuber und Streamer sehr oft daneben. Einer davon ist Montana Black.

Montana ist vor allem auf Twitch und YouTube bekannt geworden. Auf YouTube hat er gut 1,2 Millionen Abonnenten, auf Twitch sind es 720.000 Follower. Neben Videos, in denen er etwa im Auto fährt und dabei über alltägliche Dinge spricht, macht Montana Black vor allem Let's Plays. Fifa, Playerunknown's Battlegrounds und Call of Duty gehören zu den Spielen, die er teilweise stundenlang vor der Kamera zockt.

So weit so üblich. Doch fällt auf, dass Montana Black vor der Kamera häufig ausfällig wird, zu diskriminierenden Äußerungen greift - und damit kaum anzuecken scheint.

(Quelle: YouTube, Die Crew)

Ab Minute 2:05 findet ihr im obigen Video etwa die Bemerkung, dass Activision "Zigeuner-Söhne" seien. Eine diskriminierende Äußerung - hier wird eine ethnische Gruppe genutzt, um Entwickler zu beleidigen. In einem anderen Video bezeichnet er dann Call of Duty - WW2 als "Drecks-Zigeuner-Spiel", weil er mehrfach hintereinander verliert. Da kommt die Frage auf, wieso es für Montana Black ganz natürlich zu sein scheint, aus Reflex zu diesen diskriminierenden Worten zu greifen.

(Quelle: YouTube, Die Crew)

Da passt es nur zu gut, dass er in diesem Video versucht, das N-Wort zu verteidigen. Auch er habe das schon oft genutzt, es aber nie rassistisch gemeint. Das ist für ihn, als weißer Mann, natürlich einfach zu sehen. Ob die Menschen, die dieser Begriff rassistisch beleidigt, das auch so sehen, ist eine andere Frage.

Denn Worte können verletzen. Sie haben eine Geschichte, die sie nicht einfach so abschütteln können, nur weil jemand sagt, dass er es nicht rassistisch meint. Wenn jemand Worte wie Zigeuneur, Schwuchtel oder das N-Wort benutzt, dann wiederholt er damit diese Beleidigungen und lässt sie auf Zuschauer los, die diese vielleicht auch jeden Tag im Alltag hören müssen und deren Leben dadurch sicherlich nicht einfacher wird.

Die Fans scheint das derweil kaum zu beeindrucken. Daher blieb eine kritische Resonanz bisher größtenteils aus. Und anders als ein PewDiePie, der es wenigstens mit halbgaren Entschuldigungen versuchte, scheint Montana Black das Gesamte komplett unreflektiert und ungefiltert zu verbreiten. Das ist bei jemandem, der über eine solche Reichweite verfügt, sehr bedenklich. Jemand, der ein Millionenpublikum erreichen kann, sollte sich überlegen, welche Wörter er benutzt - und vor allem auch, welche er nicht benutzen möchte. Denn so ein junges Publikum ist beeinflussbar. Es wird auch durch solche Videos sozialisiert. So entsteht eine Normalität, die nicht normal sein sollte. Wir würden uns freuen, wenn Montana Black das zukünftig bedenken würde.

Ein häufig gespielter Titel von Montana Black: Call of Duty - WW2

Doch wie sieht das eigentlich ein großer Publisher wie Activision, wenn jemand auf YouTube sein Produkt - in diesem Fall die Marke Call of Duty - für sein Programm nutzt und sich dabei solche Entgleißungen leistet? Auf Nachfrage beim Publisher wurde uns bestätigt, dass keinerlei Kooperation zwischen Activision und Montana Black besteht. Entsprechenderweise hat die Firma auch keinen Einfluss auf die Inhalte der Videos. Eine entsprechende Anfrage bei Twitch blieb bislang unbeantwortet.

Tags: Politik  

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