Test Life of Black Tiger: Was hat sich Sony dabei nur gedacht?

von Emily Schuhmann (26. Januar 2017)

2017 hat gerade erst begonnen und es gibt bereits einen Kandidaten für das schlechteste Spiel des Jahres, wenn nicht sogar das schlechteste Spiel, das bisher überhaupt für PlayStation 4 erschienen ist.

Schon durch den dazugehörigen Trailer erhielt Life of Black Tiger einiges an Aufmerksamkeit, denn bereits dort sorgte die Grafik und der Spielinhalt für Fragezeichen über den Köpfen der Zuschauer. Wie konnte Sony so etwas zulassen?

Wer sich von der "Qualität" der Ankündigung selbst überzeugen möchte, hier das Video:

Life of Black Tiger erscheint am 12. Januar für PS4, aber eigentlich existiert das Abenteuer, in dem ihr in die Rolle des namensgebenden schwarzen Tigers, schlüpft bereits seit einigen Jahren als App für iOS und Android. Sony beglückt Besitzer einer PlayStation 4 also mit einem Port eines Mobile Games, das sogar auf Smartphones mehr schlecht als recht läuft.

Bäume sind zu viel für die Konsole

Das Spielprinzip ist simpel: Ihr startet in einem von mehreren Gebieten, die allerdings alle ungefähr gleich spannend sind, nämlich überhaupt nicht. Es gibt Eiswüsten und normale Wüsten, aber sogar eine Grasebene mit dem einen oder anderen Baum. Scheinbar ist ein bisschen Flora bereits zu viel des Guten, denn diese Karte schickt die Bildwiederholungsrate in den Keller. Sogar die Kamera kann das Elend kaum ertragen und taucht regelmäßig unter den Boden ab.

Dieser Wolf verfolgt bereits die beste Überlebensstrategie für dieses Spiel: In Schockstarre verfallen und warten bis alles vorbei ist.Dieser Wolf verfolgt bereits die beste Überlebensstrategie für dieses Spiel: In Schockstarre verfallen und warten bis alles vorbei ist.

Es gibt zwei verschiedene Missionstypen: Überleben und Jagd. Zu Beginn jeder Aufgabe versucht euch das Spiel mit einem Introtext auf das Folgende einzustimmen. Obwohl die Abschnitte nur kurz sind, ergeben sie sowohl grammatikalisch wie auch inhaltlich kaum Sinn und sind aus unerfindlichen Gründen mit einem unpassenden Gitarrenriff unterlegt.

Die Steuerung des schwarzen Tigers ist ein ebenso großes Desaster. Selbst die großen Namen in der Spieleindustrie müssen sich häufig Kritik an ihren nicht perfekten Animationen gefallen lassen. Die Animationsqualität von Life of Black Tiger steht allerdings auf einem völlig anderen Blatt. Raubkatze und Beute bewegen sich abgehackt und nahezu konstant im Zickzack-Muster, statt in geraden Linien.

Schlimmer geht immer

Glücklicherweise besitzen weder Gegner wie Wölfe und Bären, noch Bäume und Felsen eine Kollisionserkennung und ihr könnt trotz furchtbarer Steuerung zumindest einigermaßen erfolgreich manövrieren. Gedrückthalten der Kreis-Taste resultiert in einem Angriff. Befindet sich ein Feind in eurem Umkreis, schadet ihr ihm. Es ist dabei völlig egal ob er hinter euch steht, obwohl euer Tatzenhieb eigentlich nur nach vorn zielt.

Übrigens ist es keine schlechte Idee den Ton vor Spielstart auszuschalten. Die Soundeffekte übertreffen die Animationen nämlich sogar noch an nicht vorhandener Qualität und im Hintergrund laufen dieselben Geräusche in Dauerschleife. Nichts davon lässt sich abschalten. Und auch bei der Kamera sind die Entwickler von games1 konsequent: Sie ist invertiert und das lässt sich nicht ändern.

Im Multiplayer könnte so eine Einschränkung zum Problem werden, allerdings nur dann, wenn er auch funktionieren würde. Wählt ihr diesen Modus im Menü aus, könnt ihr euch zwischen mehreren Tieren als Spielfigur entscheiden. Vom Huhn bis zum merkwürdigen, auf zwei Beinen laufenden Braunbär ist alles dabei. Anschließend steht ihr allerdings allein auf weiter Flur. Die Spielerliste ist und bleibt leer. Was hat sich Sony dabei nur gedacht?

Meinung von Emily Schuhmann

Meine Erfahrung mit Life of Black Tiger lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: schmerzhaft. Während der gesamten Spielzeit ging mir immer wieder die Frage durch den Kopf, wer bei Sony der Meinung war, dass wir ohne dieses Spiel auf PlayStation 4 nicht leben können.

Vermutlich sollten wir uns alle glücklich schätzen, dass es das Spiel nicht im europäischen PlayStation Store gibt und so niemand aus Versehen über dieses Meisterwerk stolpern kann. Wer tatsächlich nicht auf die Erfahrung verzichten möchte, kann sich das Spiel kostenlos auf sein Handy laden. Das Entwicklerstudio hat sonst auch noch "Life of Deer" und "Life of Wolf" im Portfolio.

Ich kann das Spiel einfach niemandem empfehlen. Die Grafik- und Audioqualität sind unterirdisch, es gibt eigentlich nichts zu tun und das alles zum vollkommen gerechtfertigten Preis von knapp 10 Dollar (das war Sarkasmus). Life of Black Tiger ist mit Abstand das schlechteste Spiel, das ich seit langem gespielt habe.

5

meint: Das bisher schlechteste Spiel der PlayStation 4. So furchtbar, dass es schon fast wieder Kult ist.

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Tags: Multiplayer   Singleplayer  

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