Vorschau L.A. Noire: Das Krimi-Abenteuer feiert sein Comeback

von Emily Schuhmann (09. November 2017)

L.A. Noire war seiner Zeit voraus und sogar heute noch übertreffen die Gesichtsanimationen so manche aktuelle AAA-Produktion. Das dachte sich wohl auch Rockstar Games und schickt das sechs Jahre alte Spiel gleich mit vier Versionen erneut ins Rennen.

Bereits im Juni machte das Gerücht die Runde, dass der Krimi-Thriller von Rockstar eine Neuauflage mit VR-Unterstützung spendiert bekommen soll. Zwar lässt sich das Spiel nicht wie zunächst vermutet komplett mit "Virtual Reality"-Brille genießen, aber tatsächlich erscheinen voraussichtlich am 14. November überarbeitete Fassungen für PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch.

Die separate VR-Auskopplung für HTC Vive sollte ursprünglich ebenfalls nächste Woche erscheinen, aber die Entwickler peilen für eine Veröffentlichung mittlerweile den Dezember an.

Wir haben uns angeschaut, was euch bei der Neuauflage erwartet, aber zunächst eine kleine Auffrischung für alle, die 2011 Besseres zu tun hatten, als mit Ex-Soldat Cole Phelps Verbrechen zu lösen. Schauplatz von L.A. Noire ist das Los Angeles der 40er Jahre, mitten im Nachkriegs-Boom der Goldenen Ära Hollywoods. Korruption ist allgegenwärtig, der Drogenhandel explodiert und die Mordrate ist so hoch wie nie zuvor.

Nach seinem traumatischen Einsatz in Japan kehrt Phelps in die Staaten zurück und will als Polizist nur noch Gutes tun. Ihr begleitet ihn auf seinem Weg nach oben auf der Karriereleiter durch verschiedene Dezernate des Los Angeles Police Departments.

Schau mir in die Augen, Kleines

Die größte Besonderheit des Krimiabenteuers L.A. Noire ist der sogar für heutige Verhältnisse noch enorme Detailgrad der Gesichtsanimationen. Das rührt daher, dass die Synchronsprecher mit einer speziellen MotionScan-Technik aufgezeichnet wurden und die Mimik der Charaktere darauf aufbaut. Dass ihr die Gesichtsausdrücke im Spiel gut lesen könnt, ist essenziell.

Bei den Verhören müsst ihr entscheiden, ob euer Gegenüber lügt, euch etwas verschweigt oder die Wahrheit sagt. Je nach Einschätzung wählt ihr dann aus, in welchem Stil ihr darauf reagieren wollt. Die Optionen heißen jetzt "Guter Cop", "Böser Cop" und "Beschuldigen", was nach Meinung der Entwickler besser zu den folgenden Dialogen passt, als die Bezeichnungen "Wahrheit", "Anzweifeln" und "Lüge" in der Originalfassung.

Stellt ihr Zeugen die falschen Fragen oder schlagt ihr einen unpassenden Tonfall an, verweigern sie womöglich die Aussage.Stellt ihr Zeugen die falschen Fragen oder schlagt ihr einen unpassenden Tonfall an, verweigern sie womöglich die Aussage.

Beachtenswerte Hinweise sind das Zupfen am Kragen oder nervös herumhuschende Augen. Meistens sind Frauen wesentlich schwerer zu durchschauen als Männer, da ihre Mimik und Gestik lebendiger ist. Zusätzlich zu normaler Polizeiarbeit erwarten euch auch Faustkämpfe, natürlich stilvoll mit Anzug, Krawatte und Fedora, und Verfolgungsjagden in Oldtimern.

Auf Xbox One und PlayStation 4 könnt ihr dabei dann in der Neuauflage unter anderem verbesserte Lichteffekte und schönere Wolken am Himmel bewundern. PS4 Pro und Xbox One X locken zusätzlich mit 4K-Auflösung. Für den PC gibt es übrigens keine überarbeitete Fassung, da die grafische Qualität dort seit jeher mit der entsprechenden Hardware skaliert. Konsolen bekommen verbesserte Texturen, zwei neue Kamerapositionen, zusätzliche Sammelobjekte und alle erschienen Zusatzinhalte spendiert.

Zeitreise auch für Switch

L.A. Noire auf Nintendo Switch enthält alle oben genannten Boni, hat aber noch weitere plattformspezifische Besonderheiten, wie etwa HD-Vibration. Über (optionale) Bewegungssteuerung mit den Joy-Cons könnt ihr die Kamera bewegen, eine Taschenlampe schwenken und an Tatorten Beweise genauer untersuchen, in dem ihr sie dreht und wendet. Ein Großteil des Spiels lässt sich (ebenfalls auf Wunsch) auch ausschließlich über den Touchscreen steuern. Zoomen, Bewegung, Untersuchung - alles lässt sich mit Gesten bedienen.

Bereits im Vorfeld versetzte jedoch ein ganz anderes Thema der Vorfreude einen Dämpfer. 27 GB Speicherplatz frisst die digitale Version des Spiels. Wer sich für die physische Kopie entscheidet, muss immer noch 14 GB an Daten herunterladen. Demnach befindet sich L.A. Noire auf einem der 16 GB fassenden Module. Nintendo bietet den Entwicklern allerdings auch eine 32 GB große Cartridge an. Im Grunde wälzt der Publisher also die Kosten für mehr Speicher auf euch ab.

Hautnah dabei

Die exklusive Version für HTC Vive heißt L.A. Noire - The VR Case Files. Darin könnt ihr sieben alleinstehende Fälle des Hauptspiels noch einmal erleben, als wärt ihr selbst vor Ort. Die Fälle sind ungekürzt, lediglich die Rahmenhandlung und das Herumspazieren in der offenen Welt fallen weg.

Tatortuntersuchungen, Schießereien, Autofahrten und Prügeleien sind enthalten und wurden von Rockstar für Virtual Reality angepasst. Durch die "Room-Scale"-Funktion der Vive könnt ihr mit eurem ganzen Körper spielen. Bückt euch, um Patronen einzusammeln oder taucht im Faustkampf unter einem Schwinger hindurch.

Phelps Büro fungiert als Lobby von wo aus ihr euren nächsten Fall auswählen könnt. Rockstar hat sich bemüht, jeden Schauplatz zu einem kleinen Entdeckerspielplatz zu machen. Viele Gegenstände lassen sich bewegen und bei Unterhaltungen mit anderen Charakteren könnt ihr auf Tuchfühlung gehen. Eine besondere Reaktion darauf zeigen sie allerdings nicht, selbst wenn ihr mit ihnen Nasenspitze an Nasenspitze steht.

Meinung von Emily Schuhmann

Ich habe mich bereits vor sechs Jahren durch den harten Alltag eines Mitglieds des LAPD in den 40er Jahre gekämpft und bin mir deshalb ziemlich sicher, dass ich bei den Versionen für PlayStation 4 oder Xbox One nicht zugreifen werde. Die anderen beiden Varianten sind jedoch wesentlich interessanter. Die Gestensteuerung auf Nintendo Switch benötigt zwar etwas Eingewöhnung, aber dann lässt sich das Spiel damit sehr bequem steuern.

Ganz besonders neugierig bin ich allerdings auf die L.A. Noire - The VR Case Files. Quasi selbst Teil des ebenso glamourösen, wie gewalttätigen Los Angeles von 1947 zu sein, klingt einfach spannend.

Von allen "Virtual Reality"-Headsets ist HTC Vive für mich am reizvollsten, da durch den zusätzlichen Sensor der gesamte Körper spielrelevant ist. Endlich kommt mir meine Größe von 1,65 auch mal zugute, denn große Menschen müssen sich beispielsweise tiefer ducken, um einem Fausschlag auszuweichen.

Rockstar hat die einzelnen Schauplätze so überarbeitet, dass ihr so gut wie jeden Gegenstand virtuell in die Hand nehmen könnt. So wird der Krimi-Thriller schnell zur Reifeprüfung. Es macht einfach viel zu viel Spaß euren Dienstkollegen Schuhe an den Kopf zu werfen. Und spätestens das Notizbuch, in dem ihr frei herumkritzeln könnt, weckt unweigerlich das Kind im Spieler.

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Tags: Singleplayer  

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