PUBG: So wurde der Erfinder vom Sozialhilfeempfänger zum Liebling der Industrie - Hilfe aus Südkorea, Zeitpunkt der Entscheidung

(Special)

Hilfe aus Südkorea

PUBG ist natürlich kein Stück Software, das einzig und allein von Brendan Greene verwirklicht wurde. Zur Umsetzung seiner Ideen holte er sich die Hilfe des südkoreanischen Entwicklers Bluehole Inc. Die bis zu diesem Zeitpunkt eher unbekannte Software-Schmiede ist aufgrund des großen Erfolgs von PUBG im Marktwert um das Fünffache gestiegen, und zwar innerhalb eines Zeitraums von gerade mal drei Monaten.

"Ich glaube nicht, dass irgendjemand in der Industrie mit so etwas gerechnet hat," sagt Piers Harding-Rolls, Leiter der Sparte Analyse des Spielemarktes beim Marktforscher IHS Markit. PUBG hat sich zum Beispiel schon vor seiner Veröffentlichung auf der Xbox One zum wichtigsten Exklusivspiel für Microsoft in diesem Jahr entwickelt. "Ich bezweifle, dass selbst Microsoft damit gerechnet hat," meint Harding-Rolls.

Bei all dem Hype und Erfolg darf jedoch eines nicht außer Acht gelassen werden: Überraschungserfolge dieser Größenordnung sind in der heutigen, von großen Firmen dominierten Spieleindustrie eine absolute Ausnahmeerscheinung. Die vorhersehbaren Updates großer Franchises, die dann als "neue Teile" den Markt erreichen sind genau das, was Brendan Greene gestört hat. Mit seiner kleinen, privaten Revolution hat er bewiesen, dass er mit dieser Ansicht nicht allein dasteht.

Jetzt wird es sich entscheiden

Brendan Greene darf er nicht übersehen, dass der aktuell große Erfolg und die plötzliche Popularität keine Garanten für anhaltenden Erfolg sind. Gerade auf Steam finden sich tonnenweise Eintagsfliegen, an die heute niemand mehr denkt, die jedoch irgendwann im Mittelpunkt des Interesses der Spieler standen. Weder Brendan Greene noch seine Partner von Bluehole haben die nötige Erfahrung, um ein Spiel einer solchen Größenordnung zu managen.

Nicht bugfrei: Bis zur Perfektion von PUBG bleibt dem Schöpfer nicht mehr viel Zeit.Nicht bugfrei: Bis zur Perfektion von PUBG bleibt dem Schöpfer nicht mehr viel Zeit.

Auf Reddit werden bereits endlos lange Foren zu teils heftigen Bugs im Spiel geführt. Noch ist der Erfolg von PUBG ungebrochen, jedoch sollte allen Beteiligten klar sein, wie schnell die Gunst und das Interesse der Spieler umschlagen können.

Man kann sagen, dass Greene und das von ihm ersonnene Playerunknown's Battlegrounds zurzeit auf dem Höhepunkt ihres Erfolges sind. Wie lange das anhält, bleibt abzuwarten. Deswegen sind große Investoren und finanzstarke Partner mit Nachdruck daran, sich die Popularität des Spiels nutzbar zu machen. Für Microsoft muss die Umsetzung für Xbox One astrein funktioneren, Deals mit Publishern für Smartphone-Spiele stehen an, Vertriebspartner für China, den größten Spielemarkt, bieten ihre Dienste an. Es ist der Punkt erreicht, an dem die kreativen Köpfe die Hilfe von Geschäftsleuten brauchen, um aus ihren guten Ideen auch Geld zu erwirtschaften.

Derweil ist Greene damit beschäftigt, bis zum Jahresende die finale PC-Version von PUBG auf die Beine zu stellen. Zu diesem Zweck ist er nun in Südkorea bei Bluehole und sieht sich dort wohl noch einige Jahre verweilen. Am Anfang war es nur ein Traum, jetzt ist Greene entgegen allen Chancen an der Spitze angelangt. Um dort zu bleiben oder zumindest nicht tief zu fallen, ist jetzt viel Durchhaltevermögen, Fleiß, Geschick und auch Glück vonnöten. Das wünschen wir ihm von ganzem Herzen. Denn wie oft kommt es vor, dass jemand nicht nur an seinem Traum festhält, sondern diesen auch verwirklicht?

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Tags: Online-Zwang   Multiplayer   Steam  

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