Need for Speed - Payback: Das sagt die Community zum neuen Teil

(Special)

von Micky Auer (16. November 2017)

Zahltag bei Electronic Arts. Mit Need for Speed - Payback will der Publisher die Marke in neuem Glanz erstrahlen lassen. Die Resonanz seitens Community und Presse zeigt aber wenig Begeisterung.

EA rührte bereits im Vorfeld der Veröffentlichung von Need for Speed - Payback am 10. November 2017 mächtig die Werbetrommel. Im Zuge dessen fielen - wie gewohnt - PR-übliche Superlative in Gestalt von "Spektakulär!", "Packend!", "Noch nie zuvor gesehen", "Hollywoodreif!" und dem nahezu unvermeidlichen "Episch!". (Für jedes "episch" in einer Pressemitteilung hätte ich gerne die Möglichkeit, den jeweiligen Autor einmal boxen zu dürfen.)

Versteht uns nicht falsch: Es ist klar, dass ein Publisher versucht, seine Produkte entsprechend anzupreisen und an den Kunden zu bringen. In einer Branche, in der gefühlt jeder dritte Spieler dank Internet und entsprechender Plattformen zum Medienkritiker wird, können so große Worte aber auch für eine entsprechende Fallhöhe sorgen.

Das scheint gerade das neue Rennspektakel am eigenen Leib zu erfahren. Denn international ist die Resonanz im besten Fall verhalten, von manchen Seiten geradeheraus negativ. Wir haben uns mal umgesehen und gesammelt, was die Community dazu zu sagen hat.

International im roten Bereich

Laut der Wertungsübersicht auf Metacritic wird Need for Speed - Payback von der internationalen Presse gerade mal mit einer Wertung von 62 bedacht. Das entspricht schon nahezu einem medialen Todesurteil. Es gibt in der Wertung natürlich einige Ausreißer nach oben und unten, doch bekanntere Magazine wie USGamer, Game Informer und GamesRadar pendeln sich bei Wertungen von 60 bis 70 ein.

Malerischer Ausblick, das schützt Need for Speed - Payback jedoch nicht vor Kritik.Malerischer Ausblick, das schützt Need for Speed - Payback jedoch nicht vor Kritik.

Wesentlich härter fällt das Urteil seitens der User aus. Denn das liegt bei 4,9 von 10, errechnet aus 629 Einzelwertungen (Stand: 16. November 2017). Die Hauptkritik, die sich aus den Aussagen herauskristallisiert, dreht sich um repetitive Spielabläufe und - brandaktuell - die Monetarisierung durch Lootboxen.

User rhoxwen auf Metacritic bringt es auf den Punkt:

"ok, just 2 things to ruin your exprerience: LOOTBOXES and microtransactions. you did it again, EA! Why they only want money? The free roam just sucks, can't even play with your friends, controls just sucks and horrible characters. I only liked the customization system and the car list, I think this is the worst NFS entry on the series"

O.K., es braucht nur zwei Dinge, um deine Erfahrung zu vernichten: LOOTBOXEN und Mikrotransaktionen! Ihr habt es schon wieder getan, EA! Warum wollen sie nur Geld? Das Free Roaming ist mies, man kann kaum mit seinen Freunden spielen, die Steuerung ist schlecht und die Charaktere sind grauenvoll. Mir haben nur die Customize-Optionen und die Auto-Liste gefallen. Ich finde, das ist das schlimmste Need for Speed.

User Ryknow schreibt:

"Just disappointed EA. Pumping the machine with paid cards? Really. This game is a shame, you did not come up with anything new, but brazenly copied other people's ideas."

Bin nur enttäuscht, EA. Die Umsatz-Maschine mit bezahlten Karten schmieren? Wirklich? Dieses Spiel ist eine Schade. Ihr habt keine neuen Ideen eingebracht, stattdessen schamlos die Ideen anderer Leute kopiert.

Und User gamer rebellion stellt seine Kritik am repetitiven Spielablauf schon durch sein Text-Design dar:

Selbsthilfe auf Reddit

Bereits einige Monate vor der Veröffentlichung haben sowohl Entwickler Ghost Games als auch Publisher Electronic Arts die Tuning-Möglichkeiten für das Äußere der Fahrzeuge vorgestellt. Jetzt, da das Spiel seit einer Woche auf dem Markt ist, zeigt sich, dass die Versprechungen wohl etwas vollmundiger ausgefallen sind als die Software es in der Realität zulässt.

Gut, dass es Reddit gibt! Denn dort haben sich sehr schnell Spieler zusammengefunden, um in Gemeinschaftsarbeit eine Tabelle zu erstellen, in der leicht ersichtlich aufgeführt wird, welches Auto welche Tuning-Möglichkeiten erlaubt. Denn die sind durchaus von Wagen zu Wagen unterschiedlich. Bei manchen Fahrzeugen lassen sich zum Beispiel Spiegel, Stoßstange oder Scheinwerfer nicht verändern.

In einer Pressemitteilung, die EA zum Verkaufsstart von Need for Speed - Payback verschickt hat, steht: "Wir haben die Spielereihe vor zwei Jahren mithilfe des Feedbacks unserer Fans neu belebt, und ein Spiel entwickelt, das zu den Kernelementen von Need for Speed zurückkehrt." Inwieweit dieser Ansatz nun nach den aktuellen Kritikpunkten weiter verfolgt wird, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall ist es nicht undenkbar, dass weitere Tuning-Möglichkeiten mithilfe eines Patches (wünschenswert) oder im Zuge eines kostenpflichtigen DLCs (das wäre ein Aufschrei) nachgereicht werden. Allerdings sollte betont werden, das bereits alle Download-Inhalte für dieses Spiels als kostenlos angekündigt wurden

Harte Worte von der Presse

Eine der spitzesten Zungen im Spielejournalismus gehört Mister Jim Sterling, der sich im Normalfall kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, Publisher, Entwickler und entsprechende Produkte an den Pranger zu stellen und nach Strich und Faden auseinanderzunehmen. Auch zu Need for Speed - Payback hat er auf Twitter ein paar Worte zu verlieren. Dabei treibt er mit dem Subtitel des Spiels (Payback = Zurückzahlen) ein sarkastisches Wortspiel:

"Need for Speed - Payback heißt so, weil ihr EA Geld zurückzahlen sollt. Schließlich hattet ihr den Nerv, nur 60 Dollar für ein Spiel auszugeben. - Der Hashtag spricht wohl für sich selbst.

Sein Kollege Angry Joe vermittelt seine ersten Eindrücke in einem Video auf YouTube. Ein Test ist das laut der Beschreibung unter dem Video noch nicht, jedoch will er damit seine ersten Eindrücke vermitteln. Dabei spricht er bereits auf kritische Weise genau die Punkte an, die auch Jim Sterling sowie der gesamten Community vordergründig sauer aufgestoßen sind. Hinweis: Wenn ihr auch das Video anschaut, dreht die Lautstärke etwas runter. Angry Joe ist mitunter recht laut, wenn er ... nun ja: angry wird.

(Quelle: YouTube, AngryJoeShow)

Apropos Beschreibung unter dem Video: Angry Joe vermittelt bereits darin seinen Unmut über Need for Speed - Payback. Seht selbst:

"For the rest of the RF Review please purchase an AngryJoe Loot Box, your chance will be random. 1 in 1000000 will win the Full RF Review which is Legendary!"

Für den Rest der Review kauft bitte eine AngryJoe-Lootbox. Die Gewinnchancen sind zufällig. 1 aus 1.000.000 gewinnt eine vollständige Review, die legendär ist.

Und wie seht ihr das?

Die Meinungen in Sachen Need for Speed - Payback gehen recht eindeutig in eine gemeinsame kritische Richtung. Wie bereits eingangs erwähnt, dreht sich die zentrale Kritik um die Lootboxen, die auch in vielen anderen Spielen zurzeit recht heftiger Kritik ausgesetzt sind. Wie dieses Konzept weiterverfolgt wird, bleibt abzuwarten.

Auch ein Kritikpunkt: Die Verbesserung durch Karten ist ein Glücksspiel.Auch ein Kritikpunkt: Die Verbesserung durch Karten ist ein Glücksspiel.

Aber wo steht ihr in der Diskussion? Seid ihr vom neuen Need for Speed auch enttäuscht? Falls ja, aus welchen Gründen? Oder findet ihr das Spiel doch eher gelungen und ihr habt euren Spaß damit? Lasst uns eure Meinung wissen! Entweder in der Kommentaren unter diesem Artikel, oder ihr schreibt eine ausführlichere Meinung, in der ihr mal ausführlich euren Standpunkt vertreten könnt. Die Möglichkeit dazu findet ihr mithilfe dieses Links. Und keine Sorge: Das ist für euch natürlich völlig kostenlos.

Aktuell seid ihr, liebe Leser, noch recht wohlwollend gegenüber dem Spiel. Stand: 16. November 2017:

Eure Meinung zählt! Schreibt uns, wie ihr Need for Speed - Payback findet und lasst uns gerne auch wissen, woran ihr eure Ansicht festmacht. Speziell die Themen Lootboxen und Mikrotransaktionen sorgen immer wieder für erhitzte Gemüter. Wir sind gespannt auf eure Meinung!

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