Skyrim für Switch und PlayStation VR: Große und kleine RPG-Dimensionen - Das VR-Experiment, Fakten, Meinung

(Special)

Das VR-Experiment

Skyrim in Virtual Reality umzusetzen, klingt nach einer schier absurd großen Aufgabe. Doch Bethesda ging das Wagnis ein – teilweise mit Erfolg. Denn das Spielareal Himmelsrand zieht euch auf PlayStation VR mitten ins Geschehen. Per Datenbrille guckt ihr euch um und bewundert das Rundum-Panorama.

Dank 360°-Optik und 60fps erscheint das Geschehen etwas detailarm – vor allem aus der Nähe.Dank 360°-Optik und 60fps erscheint das Geschehen etwas detailarm – vor allem aus der Nähe.

Das hat jedoch seinen Preis, denn die VR-Umsetzung ist optisch deutlich abgespeckter im Vergleich zu Skyrim - Special Edition. Teils erscheint die Grafik auf dem Niveau der Urversion. Die Welt besitzt weitaus weniger Bepflanzung, auch Texturen wirken aus der Nähe gröber. Obendrein stören sogenannte Pop-Ins: Objekte wie Grasbüschel und Felsbrocken tauchen in bestimmter Entfernung und Regelmäßigkeit wie aus dem Nichts vor euch auf. Daneben ist mit VR-Brille ein leichtes Kantenflimmern allgegenwärtig. Außerdem fehlt die (von vielen Spielern ungenutzte) Schulterperspektive. Der Grund ist simpel: Das Spiel muss zu jeder Situation 60 Bilder pro Sekunde abliefern.

Experiment misslungen? Nicht ganz. Denn trotz grafischer Abstriche erzeugt Skyrim in Virtual Reality eine klasse Atmosphäre. Vor allem in Dungeons knistert die Luft, wenn ihr euch an Gegner heranschleicht oder von Riesenspinnen überraschen lasst. Vor allem, da die Umgebung zum Greifen nah erscheint. Schade nur, dass dadurch Gesprächspartner und NPCs noch lebloser wirken, als sie es sowieso schon sind.

Witzig: Vom Hersteller Numskull gibt es speziell für dieses Spiel die Skyrim VR Candle. Eine offiziell lizenzierte Kerze, die bei VR-Betrieb auch noch eure Nase stimulieren soll und nach den Wäldern und Wiesen von Himmelsrand duftet.

Durchdachte Fortbewegung

Vorbildlich für ein VR-Spiel sind die vielen Steuermethoden mit PS4-Controller und Move. Je nach Vorliebe dürft ihr euch stufenlos oder mit einstellbarem Winkel umdrehen. Bei Bewegung schaltet ihr außerdem eine schwarze Berandung zu (Vignette). Ähnlich wie in anderen Spielen sorgt dieser Effekt für ein reduziertes Schwindelgefühl.

Ein Trick, den viele VR-Spiele nutzen: Bewegt ihr euch, werden die Randbereiche des Blickfeldes abgedunkelt um Übelkeit zu verhindern.Ein Trick, den viele VR-Spiele nutzen: Bewegt ihr euch, werden die Randbereiche des Blickfeldes abgedunkelt um Übelkeit zu verhindern.

Die Steuerung mit zwei Move-Controllern ist gewöhnungsbedürftig, da den Geräten die gewohnten Steuerelemente fehlen – allen voran die Analogsticks. Vor allem die Belegung der Action-Tasten verwirrt, wenn es hektisch wird. Allerdings dürft ihr euer Schwert stilecht mit der richtigen Bewegung schwingen. Auch die Zweihand-Bedienung mit Pfeil und Bogen bringt Freude. Außerdem habt ihr die Wahl zwischen normaler Fortbewegung oder Teleport-Funktion. Bei letzterer visiert ihr einen Punkt in der Umgebung an, an den ihr euch beamt. Das ist gewöhnungsbedürftig, verhindert jedoch etwaiges Unwohlsein. Doch per Teleporter ist es unmöglich, Kämpfe vernünftig zu bestreiten oder schnell zu flüchten.

Beim Test stellt sich selbst nach einigen Stunden Spielzeit kaum Übelkeit ein, was der relativ langsamen Fortbewegung des Spiels zuzuschreiben ist. Ungewohnt: Menüs und Dialog-Optionen erscheinen nun mitten im virtuellen Raum. Der Kompass mit Orten und Missionszielen ist nun unterhalb eures Sichtfelds gerutscht. Schade, dass der Spielstand der Special Edition der PS4 nicht übertragbar ist. So müsst ihr das Abenteuer von vorn beginnen. Überraschend auch, dass die Installationsgröße mit 33 Gigabyte über doppelt so groß wie auf der Switch ausfällt.

Fakten:

  • genial gestaltete Open World
  • 10 spielbare Rassen
  • 20 Talentbäume für personalisierte Charakterentwicklung
  • Hauptgeschichte + unzählige Nebenmissionen
  • visuell überarbeitet, aber mit Abstrichen
  • enthält alle 3 Erweiterungen
  • nicht mit Mods kompatibel
  • unterstützt Bewegungssteuerung z. B. für den Kampf
  • umständliche Bedienung mit Move-Controllern
  • Skyrim für Switch auf Amazon bestellen
  • Skyrim für PlayStation VR auf Amazon bestellen

Meinung von Thomas Stuchlik

Die 2011er Originalfassung von Skyrim hat mich jahrelang beschäftigt. Komischerweise hatte ich 2016 deswegen gar keine Lust mehr auf die Special Edition in 4K auf der PS4 Pro. Doch ausgerechnet die Nintendo Switch hat das alte Feuer neu entfacht! Denn unterwegs für die Hosentasche gibt es nichts Vergleichbares. Jahrelang war ich auf der Suche nach einem derartigen Action-RPG für meine Mobil-Geräte. Mein Wunsch wurde endlich erhört!

Auch wenn Skyrim gar nicht das beste "Open World"-Abenteuer auf der Switch ist – denn das ist nach wie vor The Legend of Zelda - Breath of the Wild - erhalten Spieler nichtsdestrotrotz endlich ehrwürdigen Nachschub, der jedoch schnell am Akku zehrt. Unterwegs solltet ihr immer eine Powerbank parat haben. Denn Skyrim wird euch stundenlang fesseln und garantiert dafür sorgen, dass ihr unterwegs die nächste Haltestelle verpennt.

Kritischer sehe ich die Umsetzung für PlayStation VR. Klar, das Ding ist ambitioniert, vor allem in der unterversorgten Sparte der Virtual Reality. Ich würde sogar behaupten, dass Skyrim in Sachen Spielspaß und Umfang das vielleicht größte VR-Spiel überhaupt ist. Doch im Vergleich zu anderen Plattformen zieht es einfach den kürzeren – vor allem auf technischer Seite. Auch die Move-Steuerung überzeugt mich nicht und beweist nur, dass es den Controllern an Eingabemöglichkeiten mangelt. Unterm Strich freue ich mich über neues VR-Futter, dennoch werde ich meine Himmelsrand-Expeditionen lieber auf der Switch unternehmen.

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Tags: Virtual Reality   Amiibo   Remake  

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