3 Dinge, die ich von Call of Duty - WW2 gelernt habe

(Kolumne)

von Robert Kohlick (26. November 2017)

Am neuen Call of Duty – WW2 scheiden sich einmal wieder die Geister. Viele Spieler hatten das Zukunftsszenario satt und freuen sich darüber, dass der neue Ableger der Reihe wieder im zweiten Weltkrieg angesiedelt ist. Andere hingegen sind trotz des Szenario-Wechsels noch kritisch eingestellt. Ist Call of Duty – WW2 am Ende doch nichts anderes als alter Wein in neuen Schläuchen?

Dabei hat der Live-Action-Trailer doch so viele von euch richtig heiß auf das Spiel gemacht:

Bringt das alte Squad noch einmal zusammen!

Obwohl Call of Duty - WW2 sich innerhalb der ersten Tage doppelt so oft verkaufte, wie der direkte Vorgänger Call of Duty – Infinite Warfare, fallen die Nutzer-Wertungen auf Metacritic mit 4,1 von 10 möglichen Punkten eher bescheiden aus.

Diese schlechte Wertung weckte mein Interesse und so habe ich selbst einmal ein paar Stunden in die Kampagne des Spiels gesteckt, um mir selbst ein Bild zu machen. Begeistert hat mich das Spiel nicht, ein paar Dinge habe ich aber trotzdem lernen können. Drei davon möchte ich euch heute vorstellen.

Von Videospielen lernen. Das ist so eine Sache. Freilich soll das Medium in erster Linie unterhalten und nicht lehren. Dennoch kann es vorkommen, dass man aus einem guten Spiel - und auf ganz andere Art und Weise auch aus einem schlechten Spiel - etwas mitnimmt. Dass man etwas über sich selbst lernt, etwas fürs Leben lernt, oder auch einfach nur unnützes Wissen anhäuft, das man dann nie wieder aus dem Hirn bekommt. In dieser Reihe wollen wir euch von unseren Erfahrungen berichten, die wir während des Spielens gemacht haben. Von lebensverändernden Weisheiten bis zu erspieltem Blödsinn kann alles dabei sein.

Ein Held zu sein, lohnt sich nicht

In vielen „Call of Duty“-Teilen könnt ihr überall im Level Sammelgegenstände finden und mitnehmen. Das ist auch in Call of Duty – WW2 wieder der Fall. Neben diesen Sammelgegenständen gibt es in den Missionen nun auch die Möglichkeit, Heldentaten zu vollbringen.

Bei diesen müsst ihr mal einen Kameraden in Deckung ziehen, ihn in einem Kampf gegen einen Deutschen helfen oder eure Widersacher zur Aufgabe zwingen, anstatt sie gnadenlos zu erschießen. Eine nette Mechanik, die sich jedoch leider viel zu schnell wiederholt und somit kaum Abwechslung bietet. Außerdem bringen euch diese Heldentaten einfach nichts. Zwar erhaltet ihr insgesamt drei unterschiedliche Errungenschaften, wenn ihr alle Heldentaten abschließt, aber eine echte extrinsische Motivation gibt es nicht. Das klingt jetzt vielleicht grausam, aber wieso soll ich meinen Kameraden aus dem Kreuzfeuer ziehen und damit riskieren, selber das Zeitliche zu segnen, wenn ich dafür als Spieler keine Belohnung erhalte?

Vielleicht bin ich inzwischen zu abgebrüht dafür, aber ist es wirklich zu viel verlangt, dass mir die geretteten Kollegen nochmal kurz auf die Schulter klopfen oder ich zumindest etwas Munition oder einen Verbandskasten von ihnen bekomme? Vielleicht sehe ich die ganze Sache etwas zu eng und bin in diesen Momenten einfach zu sehr "Gamer" - aber ein Held zu sein, lohnt sich in Call of Duty – WW2 irgendwie nicht.

Weniger ist manchmal mehr

Call of Duty lebte schon seit seinem Debüt im Jahr 2003 von seiner bombastischen Inszenierung und seinen cineastischen Zwischensequenzen. WW2 treibt es dieses Mal jedoch etwas zu weit. Ich habe kein Problem damit, mir vor dem Start der Mission eine Render-Sequenz anzugucken. Wenn ich mich jedoch nach dem kleinen Filmchen exakt fünf Sekunden bewegen kann, bevor das nächste geskriptete Event abgespielt wird, geht das einfach zu weit. Weniger ist manchmal einfach mehr.

Ein weiteres Problem ist, dass die Serie versucht, bei jedem weiteren Teil noch einmal eine Schippe draufzulegen. ACHTUNG SPOILER! In einer Mission besteht eure Aufgabe darin einen Zug zu stoppen. Wie so häufig läuft mal wieder nicht alles nach Plan und am Ende haltet ihr den Zug nicht an, sondern bringt ihn zum Entgleisen. Das Entgleisen wird in einer mehr als einminütigen Zwischensequenz so übertrieben in Szene gesetzt, dass mir irgendwie die Tränen vor Lachen gekommen sind.

Call of Duty war schon immer mehr Vorschlaghammer als Präzisionswerkzeug, aber etwas mehr Subtilität hätte dem Spiel an einigen Stellen wirklich gut getan.

Wenn ihr wollt, dass es gemacht wird, macht es selbst

In Call of Duty – WW2 seid ihr beinahe immer mit eurer Einheit unterwegs. Zusammen stellt ihr euch dem Kampf und rückt immer weiter in das deutsche Reich vor. So sollte es zumindest sein. Einen echten Beitrag dafür leisten eure Kameraden aber nicht. Anstatt euch im Kampf mit Sperrfeuer zu unterstützen oder mal selber einen deutschen Soldaten aufs Korn zu nehmen, verstecken sie sich lieber hinter der nächsten Deckung, schießen blind in der Gegend herum und warten darauf, dass ihr ganz allein das vor euch liegende Gebiet sichert.

Zumindest die handlungsrelevanten Mitstreiter unterstützen euch ab und an noch, indem sie euch mit Verbandskasten, Munition oder Granaten versorgen. Alle anderen Soldaten hingegen scheinen lediglich eingebaut worden zu sein, damit es auf dem Bildschirm nicht so leer aussieht. Es ist natürlich absolut verständlich, dass ihr auf dem Schlachtfeld den größten Einfluss habt. Aber ist es zu viel verlangt, dass eure Kameraden zumindest ein Mindestmaß zum Erfolg eurer Mission beitragen und nicht nur blöd im Schützengraben hocken? Wenn ihr wollt, dass es voran geht, müsst ihr es selbst machen.

Wer im Multiplayer von Call of Duty immer auf die Schnauze bekommt, der sollte einen Blick auf unsere Bilderstrecke werfen. Hier stellen wir euch einige Tipps und Tricks vor, mit denen ihr euch in Ego-Shootern verbessern könnt:

Habt ihr das neue Call of Duty schon gespielt? Wie gefällt es euch? Welche Lektionen habt ihr beim Spielen lernen können? Schreibt es uns einfach in die Kommentare.

Jetzt eigene Meinung abgeben

Tags: Singleplayer   Multiplayer   Drei Dinge gelernt  

Kommentare anzeigen

Diese 8 Dinge darf der Entwickler nicht versauen

Diese 8 Dinge darf der Entwickler nicht versauen

Nach vier Hauptspielen und zwei Spin-Offs sollte ja eigentlich bei einer Fortsetzung nichts zu befürchten sein, (...) mehr

Weitere Artikel

Horror-Game der "Dragon Ball FighterZ"-Macher?

Horror-Game der "Dragon Ball FighterZ"-Macher?

Wie einer Mitteilung von Arc System Works zu entnehmen ist, arbeitet das Entwicklerstudio derzeit an einem ungewöh (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Call of Duty - WW2 (Übersicht)