Test Warhammer Quest: Tisch oder Bildschirm, das ist hier die Frage

von Emily Schuhmann (21. Februar 2017)

Das fast schon legendäre Brettspiel hat seinen Weg auf Konsolen gefunden. Ist es eine großartige Videospielumsetzung des Brettspiels oder ein schäbiger Port eines gealterten Mobile-Games?

Warhammer Quest ist eine Adaption des bekannten Brettspiels von Games Workshop. Es war damals ein bezahlbares "Dungeon Crawler"-Spinoff des populären, aber kostspieligen Warhammer-Brettspiels, in dem sich vier Helden auf der Suche nach Ruhm und Gold auf gefährliche Missionen begeben. Das Spiel war brutal schwer und hat gerade deswegen Spaß gemacht.

Zeitsprung ins 21. Jahrhundert: Eine Vidospieladaption von Warhammer Quest erscheint 2013 erst für iOS, dann für Android und PC und soll am 21. Februar auch PlayStation 4 und Xbox One erreichen. Die Umsetzung zeigt Respekt für das Quellmaterial und ist eine akkurate Nachbildung des Brettspiels für die digitale Generation.

Viel Text, wenig Action

Jede Runde bewegt ihr eure Helden aus der Top-Down-Perspektive durch einen Kerker, greift an, benutzt Fähigkeiten oder zaubert. Anschließend ist der Feind in Gestalt von Spinnen, Ratten oder Kobolden an der Reihe. Am Ende des Gewölbes wartet ein Schatz auf euch.

Damit könnt ihr auf dem Markt neue Ausrüstung für euer Heldenquartett kaufen und unnötige Gegenstände verkaufen. Zusätzlich erwarten euch in der Stadt, die eigentlich nur aus Menüs besteht, auch ein Tempel, ein Trainer und das eine oder andere Zufallsereignis. Die Reise außerhalb der Dungeons findet auf einer 2D-Karte statt.

Auf Warhammer Quest hätten wir auch verzichten können:

Hauptmissionen setzen die Handlung fort, während die Nebenmissionen vor allem euren Reichtum vergrößern. Im Laufe des Spiels stellt ihr euch immer schwereren Gegnern und schaltet neue Regionen frei. Leider sehen die meistens fast identisch aus und auch die dortigen Verließe bieten kaum Abwechslung. In jedem der gleich aussehenden Kerkergänge hallen eure Schritte lächerlich laut aus den Lautsprechern.

Wie in Rollenspielen üblich sammeln eure Charaktere Erfahrungspunkte, die ihr in Statuswerte und Fähigkeiten investieren könnt. Einen Großteil des Spiels verbringt ihr in eintönigen Menüs, die dem Spiel jede Spannung nehmen. Besonders, da der wichtigste Aspekt wegfällt: Die Interaktion mit den Mitspielern.

Ich mach dich fertig!

Das Brettspiel Warhammer Quest war am besten, wenn man seine Kumpels bestehlen und über deren Würfelpech lachen konnte. Der Videospieladaption fehlt jede Form von Mehrspieler-Modus und damit die freundschaftliche Rivalität, die das Original so großartig gemacht hat. Im virtuellen Brettspiel geschieht jeder Würfelwurf hinter den Kulissen und statt Figuren von Hand zu bewegen, müsst ihr euch mit einer umständlichen Steuerung herumärgern, die eindeutig nicht für Controller optimiert wurde.

Die lieblose Aufmachung des Videospiels kommmt längst nicht an das detaillierte Brettspiel heran.Die lieblose Aufmachung des Videospiels kommmt längst nicht an das detaillierte Brettspiel heran.

Zuletzt ein Wort über Geld: knapp 40 Euro für einen Port eines fünf Jahre alten Smartphone-Spiels zu verlangen ist schlicht und ergreifend eine Frechheit. Zwar sind hier alle Erweiterungen erhalten, aber das rechtfertigt den Preis keineswegs. Die veraltete Grafik und das hauptsächlich textbasierte Spielgeschehen sind einfach keine Summe wert, die ihr sonst fast für ein neues AAA-Spiel zahlt.

Meinung von Emily Schuhmann

Hinter den klobigen Menüs und einer insgesamt langweiligen Inszenierung versteckt sich eigentlich ein tolles Brettspiel. Leider haben sich die Entwickler wirklich größte Mühe gegeben, das zu verschleiern und waren damit auch noch erfolgreich.

Warhammer Quest ohne Mitspieler ist wie Kochen ohne Gewürze: fad und traurig. Wo bleibt der Spaß sich über Freunde lustig zu machen, die beim Würfeln einfach kein Glück haben? Prahlerei, Schadenfreude und freundschaftliche Konkurrenz gehören einfach dazu.

Für Warhammer-Fans und Freunde des Genres nicht schlecht, aber für ein in die Jahre gekommenes, geportetes Spiel so viel Geld zu verlangen, ist einfach nur frech. Bereits nach einigen Missionen hatte ich das Gefühl, dass eigentlich ich fürs spielen bezahlt werden müsste und nicht umgekehrt. Kein gutes Zeichen.

Hat euch dieser Artikel gefallen? Oder habt ihr Anregungen, Kritik, Verbesserungsvorschläge? Lasst es uns gerne wissen! Schreibt uns eine Mail an redaktion@spieletipps.de und verratet unserer Redaktion eure Meinung.

30

meint: Eine überteuerte, lieblose Umsetzung eines eigentlich großartigen Brettspiels.

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Tags: Retro  

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