Fan-Spiele: Ob es Publishern passt oder nicht - es wird sie immer geben - Wer ein Spiel cracked, löst Alarm aus

(Special)

Wer ein Spiel cracked, löst Alarm aus

Am Beispiel des mittlerweile eingestellten Fan-Projekts Red Dead Redemption V zeigt sich, was von Publishern grundsätzlich nicht gerne gesehen und entsprechend verfolgt wird. Bestandteile aus dem Code von Red Dead Redemption für Xbox 360 sollen in GTA 5 für PC eingebracht werden. Diese Art der Manipulation in sich geschlossener Systeme hat vermutlich die Aufmerksamkeit von Entwickler Rockstar stärker auf sich gezogen als die etwaige Verletzung von Trademarks oder Brand Marketing.

So schön hätte das Fan-Projekt RDR V werden können.So schön hätte das Fan-Projekt RDR V werden können. (Bildquelle: GTA Forum)

Das passt exakt zu den Grundsätzen, die auch der oben erwähnte Stephen McArthur vertritt. Alles, was nach dem "Cracking" eines Spiels aussieht, wird sehr schnell unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Auch - oder vielleicht gerade wenn - ein Publisher vorher ein verständliches Regelwerk für Fan-Projekte dargelegt hat.

McArthurs hat zwei wichtige Ratschläge an Modder und Fan-Entwickler: Bleibt nicht-kommerziell, bietet das Ergebnis eurer Arbeit umsonst an. Nutzt keine Firmenlogos oder Musik und stellt klar, dass das Spiel eine nicht offizielle Veröffentlichung ist und vom Publisher weder gesponsert, noch unterstützt wird.

Und der zweite Ratschlag: Bleibt sauber! Vermeidet kontroverse Inhalte, die rassistisch, sexistisch oder auf andere Weise anstößig sein könnten. Oder kürzer ausgedrückt: Tut nichts, was der Original-Marke oder dem Hersteller schaden könnte.

Der verstorbene Nintendo-Chef Satoru Iwate wäre zum Dialog bereit gewesen.Der verstorbene Nintendo-Chef Satoru Iwate wäre zum Dialog bereit gewesen.

Der mittlerweile verstorbene Nintendo-Präsident Satoru Iwata hat während der Jahresversammlung 2010, der ich selbst beigewohnt habe, auf eine direkte Frage eines Kollegen geantwortet, dass er es durchaus in Erwägung ziehen würde, die Guidelines für Fan-Projekte anzupassen. Ihm schien bewusst zu sein, wie viele starke Emotionen mit diessem Theme verknüpft sind. Er äußerte dazu drei Punkte:

  1. Es ist nicht möglich, dass die Firma stillschweigend allen Aktivitäten zustimmt, die eine Gefährtdung der IPs darstellen könnten.

  2. Es ist nicht angemessen, Leute, die ihre Wertschätzung gegenüber Nintendo und seinen Produkten in Fan-Projekten Ausdruck verleihen, wie Kriminelle zu behandeln.

  3. Aus dem Gedächtnisprotokoll: "Wir glauben, dass ein Kriterium, das zur Entscheidung beiträgt, wie wir auf einzelne Fälle reagieren, die Art der Umsetzung eines Projekts sein sollte. Nimmt dadurch auf sozialer Ebene die Würde oder der Wert unserer IP Schaden oder nicht?"

Ein Fan-Projekt wird es wohl nicht mehr geben, aber zumindest ist RDR 2 offiziell angekündigt.

Das sind im Kern genau die Punkte, die auch Stephen McArthur vertritt. Iwata schien bereit zu sein, den Dialog zu öffnen und Fan-Spielen eine Tür zu öffnen. Leider ist mit ihm auch dieser Ansatz verstorben. Denn seit Iwatas ableben hat Nintendo knallhart ein Fan-Spiel nach dem anderen aus dem Netz entfernen lassen. Ob Hoffnung für eine Veränderung besteht, wie sie Satoru Iwata vielleicht im Sinn hatte, bleibt offen. Abhalten lassen sich Fans jedoch nicht: Fan-Projekte wird es immer geben. Macht das Beste daraus, liebe Publisher!

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Tags: Hacks   Mod  

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