Bcon: Ein Fußcontroller ... wer braucht denn sowas?

(Special)

von Emily Schuhmann (28. November 2017)

Controller-Revolution oder Schuss in den Ofen - Der Bcon möchte zum unverzichtbaren Gerät an der Seite aller PC-Spieler werden, aber hat er das Zeug dazu?

Professionelle E-Sportler lassen ihre Hände bereits so schnell über die Tasten fliegen, dass es oft so scheint, als hätten sie ein paar zusätzliche Finger. Das deutsche Unternehmen CapLab möchte euch bald tatsächlich eine Art dritte Hand zur Verfügung stellen ... auch wenn diese Hand eigentlich einer eurer Füße ist. Neben Maus und Tastatur sollt ihr bald den Bcon (kurz für "Better Control") als weitere Eingabemöglichkeit nutzen können. Mehr Aktionen pro Minute ganz ohne Knoten in den Gliedmaßen.

Das kleine Gadget sieht ziemlich schick aus, aber wie so oft zählen auch hier vor allem die inneren Werte. Im aktuellen Prototyp sind unter anderem Beschleunigungssensor, Gyroskop und Bluetooth-Adapter verbaut. Über eine Magnethalterung könnt ihr den diamantförmigen Kasten oben an einem Halteband befestigen, das ihr euch um den Fuß schnallt. Über Bluetooth koppelt ihr den Bcon mit dem Computer eurer Wahl. Alle Spiele, die ihr mit Maus und Tastatur bedient, unterstützen auch dieses Gerät als Eingabemethode.

Wären Bcon-Nutzer Cheater?

Wer Fußcontroller hört, denkt vermutlich erstmal an ein Pedal, wie ihr es für Autorennspiele nutzen könnt, aber falsch gedacht. Ihr bedient den Bcon durch alle möglichen Bewegungen eures Fußes. Neigen, drehen, kippen - insgesamt stehen euch sechs Richtungen zur Verfügung, die ihr mit Tasten eurer Wahl belegen könnt. Sogar bestimmte Winkel lassen sich im dazugehörigen Programm mit Tasten verknüpfen.

Ein Beispiel: In Overwatch könnt ihr Junkrats Fähigkeiten mit aufeinanderfolgende Gradzahlen verbinden und so durch eine größere Bewegung theoretisch alle Attacken nacheinander einsetzen. Hebt ihr beispielsweise eure Ferse leicht, wirft er eine Mine, etwas mehr und er zündet sie, noch mal ein Stückchen höher und er springt aus dem Gefahrenbereich. Unterbrecht ihr die Aufwärtsbewegung frühzeitig, löst ihr nur einen Teil der Kette aus.

Die Entwickler legen großen Wert darauf zu betonen, dass der Bcon keinerlei Automatisierung erlaubt und ihr damit demnach nicht cheatet, aber wie groß ist der Unterschied zwischen einem Makro und einer einzigen Bewegung, die mehrere Aktionen nacheinander auslöst? Es bleibt abzuwarten wie die Spieler das sehen.

Eure Einstellungen für den Bcon könnt ihr abspeichern und sogar mit anderen Spielern austauschen.Eure Einstellungen für den Bcon könnt ihr abspeichern und sogar mit anderen Spielern austauschen.

Voraussichtlich im Februar nächsten Jahres wollen die Entwickler eine Kickstarter-Kampagne starten, um die Massenproduktion zu finanzieren. Momentan befinden sie sich in einer ausführlichen Testphase. Wir konnten den Bcon ebenfalls kurz ausprobieren und waren positiv überrascht. Die Kopplung über Bluetooth klappte beim gezeigten Prototyp problemlos, die Bewegungserkennung arbeitete exakt, es gab keine spürbare Eingabeverzögerung und die Bedienung war nahezu selbsterklärend.

Kleiner Kasten, großes Potenzial

Profis können mit dem Bcon ihr Spielverhalten weiter optimieren und Otto-Normal-Spieler ermöglicht er einige Bequemlichkeiten oder mehr Aktionen ohne Krämpfe in den Fingern. Er richtet sich vorrangig an Spieler, die ihre Leistung verbessern wollen, aber das ist nicht der einzige Anwendungszweck. Spannend sind auch die Möglichkeiten, die das Gadget für in der Bewegung eingeschränkte Personen bietet.

Spezielle Peripherie wie die mit dem Mund bedienbare IntegraMouse oder Eye-Tracking ermöglichen bereits vielen körperlich behinderten Menschen zu zocken oder einfach nur am Computer zu arbeiten und der Bcon hat in diesem Feld ebenfalls großes Potenzial.

Der Steamcontroller besitzt keine Analogsticks, das macht viele Spieler skeptisch:

Wenn schon ein so kleiner Unterschied für Skepsis sorgt, wie reagiert die Spielerschaft wohl auf den Bcon?

Wenn das Gadget nächstes Jahr tatsächlich in die Massenproduktion geht, könnt ihr eure gespeicherten Profile hoch- und runterladen und so ausprobieren, wie andere Spieler ihre Geräte nutzen. Auf der offiziellen Website könnt ihr euch bereits für den Newsletter anmelden und so angeblich bis zu 40 Prozent des finalen Kaufpreises sparen.

Tags: E-Sport   Hardware  

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