Deshalb wird das Jahr 2017 die Spieleindustrie nachhaltig beeinflussen

(Kolumne)

von Chiara Bruno (30. November 2017)

Das Videospiel-Jahr 2017 hat einiges zu bieten. Vom Aufstieg der Nintendo Switch - einer Konsole, an deren Erfolg nur die Wenigsten glaubten - bis hin zu neuen Trends, wie dem Battle-Royale-Genre. Einige Ereignisse allerdings, werden meiner Meinung nach das kommende Jahr in Sachen Videospiel-Kultur beeinflussen. Die wichtigsten Punkte nenne ich euch nun.

Sogar Spiele wie Pokémon beinhalten mittlerweileden Battle-Royale-Modus

Das Lootboxen-Drama

Lootboxen. Ein Thema, das bisher immer präsent war und lange niemanden gestört hat. Bis es ein Unternehmen anscheinend auf die Spitze getrieben hat. Die Rede ist von Electronic Arts und dem Star Wars Battlefront 2-Debakel. Vorreiter des Systems ist Blizzards Mehrspieler-Shooter Overwatch.

Bereits vor dem Early Access von Star Wars Battlefront 2 sorgten die Lootboxen für heiße Diskussionen. Einigen Spielern fiel dann auf, dass sie entweder 40 Stunden Spielzeit investieren müssen, um einen Helden freizuschalten, oder sie das virtuelle Portemonnaie öffnen und zu Mikrotransaktionen greifen müssen, um wesentliche Charaktere spielen zu können. Die Folgen: Zuerst erntet EA die meisten Downvotes in der Geschichte von Reddit. Daraufhin deaktiviert das Unternehmen Mikrotransaktionen - vorübergehend - und schlussendlich deklariert die belgische Spielkommission Lootboxen als Glücksspiel.

Allerdings sind nicht alle derselben Meinung: Während sich Hawaii der Ansicht Belgiens anschließt, ist Großbritannien da anderer Meinung. Auch zahlreiche Entwickler sehen die Pauschalisierung von Mikrotransaktionen als etwas Schlechtes sehr kritisch. So stellt sich Rami Ismail, Gründer von Vlambeer, einem Videospielentwickler, vor, dass bei einem Verbot von Lootboxen "etliche kostenlose Spiele einfach untergehen" würden.

Es ist abzuwarten, wie sich das zurzeit am heißesten diskutierte Thema in der Zukunft entwickeln wird und ob Lootboxen wirklich gänzlich verboten werden.

Die Lootboxen-Kontroverse machte außerdem deutlich, dass sich euer Protest lohnt. Eure Stimmen zählen. Kürzlich gründete sich in den USA außerdem das "National Committee for Games Policy", welches aus Entwicklern besteht und als Schnittstelle zwischen Politik und den Interessen der Spieler und Entwickler fungieren will. Allerdings gibt es Stimmen, die behaupten, dass es sich dabei um eine Fake-Organisation handelt. Ein Grund sei unter anderem die mangelnde Seriosität der Mitglieder. Daher ist bis dato unklar, wie sehr die "Organisation" die Zukunft der Videospiele beeinflussen wird.

Hybrid-Konsolen

"Ich glaube der Erfolg wird auf dem Niveau der Vorgänger sein. Wii, Wii U", so Lorne Lanning, der Gründer von Oddworld Inhabitants. "Das größte Problem für Nintendo ist die Denkweise. Ich persönlich glaube, dass das Iwata umgebracht hat, dass er die Firma nicht erfolgreich machen konnte". Harte Worte. Doch wie zahlreiche Statistiken zeigen, sollten sich Lanning und andere Skeptiker täuschen. Im November lagen die Verkaufszahlen der Hybrid-Konsole bereits bei sieben Millionen verkauften Einheiten und schlussendlich dominierte Nintendo auch noch den "Black Friday"-Sale. Iwata wäre sicherlich stolz.

Vielleicht nimmt sich ja Konkurrent Sony ein Beispiel an dem Hybrid-Model der Switch und veröffentlich in der kommenden Zeit eine eigene portable Konsole.

Die Zukunft der Einzelspieler-Spiele

Nachdem sich online-Multiplayer-Spiele wie Overwatch oder Call of Duty - WW2 an einer immer größer werdenden Beliebtheit freuen, ist klar: Die Zukunft der Einzelspieler-Spiele ist ungewiss. Deutlich wurde dies vor allem durch den "Black Friday"- Sale. Wie Auswertungen zeigen, verkauften sich viele Single-Player-Spiele, wie zum Beispiel Wolfenstein 2 - The New Colossus erst in Massen, als sie reduziert wurden. Mussten Unternehmen wie Bethesda ihre Spiele reduzieren? Auch sorgt die steigende Beliebtheit des E-Sports für den immer größer werdenden Fokus auf Multiplayer-Spiele. Zu guter Letzt entschied sich EA für die Schließung des Studios Visceral Games. Der Grund sei laut Blake Jorgensen, dem Finanzvorstand von Electronic Arts, die immer weiter sinkende Popularität von linearen Spielen.

Die Zukunft der sonst so beliebten Single-Player-Spiele scheint ungewiss. Vielleicht werden bald Multiplayer-Spiele die Ladenzeilen dominieren.

Was haltet ihr von dem Gaming-Jahr 2017? Welches Thema wird eurer Meinung nach den größten Einfluss auf das nächste Jahr haben? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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