Dieser eine Moment - Herzklopfen und Schweiß auf der Stirn (Kolumne)

von Robert Kohlick (Freitag, 29.12.2017 - 10:01 Uhr)

Das Battle-Royale-Genre ist einer der Spielephänomene des Jahres. Vor allem Playerunknown‘s Battlegrounds kann jeden Tag eine riesige Zahl von Spielern vor die Bildschirme fesseln, die wiederum die Server in die Knie zwingen. Sowohl beim Spielen als auch beim Zuschauen baut kaum ein anderes Spiel einen derart riesigen Spannungsbogen auf. Doch es gab einen Moment, der alle anderen für mich überschattete - und das war NICHT mein erstes Chicken Dinner.

Oft ist es nicht bloß die tolle Grafik, die spannende Geschichte oder der sympathische Hauptcharakter, der Spielern noch Jahre nach dem Genuss eines Abenteuers im Gedächtnis bleibt. Solche Erinnerungen drehen sich häufig um einen kurzen Moment. Einen besonderen Moment. >>Diesen einen Moment!<< Dem widmen wir diese Artikel-Serie und beschreiben aus unserer persönlichen Sicht, was diesen Moment so besonders und unvergesslich macht.

Hier findet ihr alle bisher in der Reihe erschienenen Artikel.

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PUBG - das Spielephänomen aus dem Hause Bluehole hat auch mich in seinen Bann gezogen. Jedesmal wenn mein Kumpel und ich Zeit haben, starten wir das Spiel und machen zusammen Erangel unsicher. Vor allem die ersten Runden jedes Abends laufen bei uns immer besonders gut. Hier sind wir noch konzentriert und vorsichtig unterwegs, achten auf jede noch so kleine Bewegung und gehen taktisch klug vor.

Gestern war dem leider nicht so. Bereits nach wenigen Minuten biss mein Kumpel ins Gras, sodass ich mich fortan alleine durchschlagen musste. Während die Mörder meines Freundes anfingen, sich seine Sachen unter den Nagel zu reißen, schlich ich mich von hinten an und konnte sie hinterrücks über den Haufen schießen - noch 57 andere Spieler am Leben.

Eine grandiose Idee

Nachdem ich mir den kompletten Loot geschnappt hatte, kam ich auf eine grandiose Idee. Da ich dachte, dass ich sowieso nicht mehr lange am Leben bleiben würde, entschloss ich meinen Kumpel kurzerhand für die Dauer des Matches zu meinem General zu erklären. Mit anderen Worten: Er gibt mir Befehle, ich befolge sie. Ganz egal wie sinnlos sie mir erscheinen mögen und wie sehr sich alles in mir dagegen sträubt - dem Befehl des Generals muss Folge geleistet werden. Und so befahl mir mein General in ein Auto zu steigen und mich auf den Weg zur Militärbasis zu machen. Gesagt, getan.

Als ich dort ankam, meldete sich mein General erneut bei mir. Anstatt mir Deckung in einem der Häuser zu suchen, sollte ich mich offensiv auf einem der Berge platzieren, um den Überblick zu behalten. Das würde mich zwar zu einem gefundenen Fressen für jeden Scharfschützen machen, aber als guter Soldat wird der Befehl des Generals natürlich ausgeführt.

Der General weiß, was er tut

Trotz meiner Bedenken ging der Plan auf. Auf meiner erhöhten Position konnte ich mehrere Gegner aufs Korn nehmen und dank des Schalldämpfers auf meiner M16 blieb ich auch noch vier Abschüssen weiterhin unentdeckt. Der Zone schien das nicht zu gefallen. Die neue Begrenzung zwang mich dazu meine Position aufzugeben. Mein General befahl mich mit dem Zonenrand zu bewegen und obwohl ich damit über einen große freie Fläche laufen musste, tat ich, wie mir geheißen.

Unterschätzt die Zone nicht! Weder die blaue, noch die roteUnterschätzt die Zone nicht! Weder die blaue, noch die rote

Während die Anzahl der verbleibenden Spieler immer weiter absank, ging mein Puls immer weiter nach oben. Meine Hände fingen an zu schwitzen und zu zittern und ich bekam einen leichten Tunnelblick. Das war der Moment, in dem mein General zu einer echten Hilfe wurde. Er behielt den Überblick, versorgte mich mit zusätzlichen Positionsangaben der Gegner und behielt den Randbereich meines Blickfeldes im Auge. Auf diese Weise schlichen wir uns von Deckung zu Deckung, eliminierten ein Team nach dem anderen, bis nur noch eines zwischen uns und dem Sieg stand.

Das große Finale

Der finale Showdown - Nach einem kurzen Salvenaustausch zwischen mir und einem der Gegner ist mein Überraschungsmoment dahin. Dazu kommt auch noch die Tatsache, dass die neue Zonenbegrenzung genau bei meinen Feinden liegt. Vor mir lediglich freie Fläche - Worst-Case-Szenario. Während ich meine Position unbemerkt ändere, habe ich weiterhin die kleine Hütte im Visier. Die Tür der Hütte schwingt auf und ein Spieler tritt hinaus - ein großer Fehler. Mit meiner ebenfalls schallgedämpften UMP schieße ich ihn zu Boden und nehme die rechte Ecke ins Visier. Mein Herz pocht inzwischen so stark, dass ich kaum noch die Geräusche des Spiels wahrnehmen kann. "Links von dir!" meldet sich auf einmal mein General. Ich vertraue ihm, ziele mit meiner Waffe nun auf die linke Ecke und kann somit das Feuer einen Bruchteil vor meinem Gegner auf ihn eröffnen. Er geht zu Boden, das Spiel ist aus, ich habe gewonnen...Nein, WIR haben gewonnen. Ohne meinen General hätte ich das nicht geschafft.

Langsam fällt die Spannung ab. Mein Herz beruhigt sich wieder und der ganze Stress wandelt sich in Endorphine um. Mein General und ich brechen in pures Gelächter aus: "Alter, das ist so absurd, dass wir das noch gerockt haben!". Zusammen lassen wir noch einmal das Spiel Revue passieren, machen uns beide ein Bier auf und starten in die nächste Runde. Egal, wie die läuft - diesen Sieg kann uns keiner nehmen.

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Tags: Dieser eine Moment  

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