19-Jähriger hat über 10.000 Dollar für Mikrotransaktionen ausgegeben

von Daniel Kirschey (30. November 2017)

Dass Lootboxen und Mikrotransaktionen wirklich ein Problem sind, das haben nun schon einige erkannt. Dass Mikrotransaktionen aber auch auf eine Art und Weise einschneidend in das alltägliche Leben eines Menschen eingreifen können, zeigt nun Reddit-User Kensgold in seinem offenen Brief an Electronic Arts. In dem beschreibt er, wie er schon als junger Mensch in Berührungen mit Mikrotransaktionen in Handy-Spielen gekommen ist und mit dem Verlauf der Zeit über 10.000 Dollar für Spiele und die darin enthaltenen Mikrotransaktionen ausgab. Denn Kensgold ist süchtig.

Das englischsprachige Magazin Kotaku hat den offenen Brief aufgegriffen und ein Interview mit Kensgold, dessen echter Name nicht veröffentlicht werden soll, geführt. In der Reportage berichtet er davon, wie er mit jungen Jahren angefangen hat in Handy-Spielen wie Hobbit - Kingdoms of Middle-earth sich für Geld Vorteile zu erkaufen. In dem Spiel ist das nicht verwunderlich, ist seine ganze Struktur doch darauf ausgelegt, Leute dazu zu bekommen, die Währung Mithril mit Echtgeld zu erstehen. Die wir nämlich benötigt, die eigenen Ressourcen vor feindlichen Übergriffen zu schützen. Wer kein Mithril kauft, hat oft Pech und verliert seine erspielten Materialien.

Später setzte sich Kensgold Mikrotransaktionen-Sucht hauptsächlich in Spielen wie Counter-Strike Global Offensive und Smite fort. Durch die das in CS:GO angehängte Glücksspiel, vertsrickte er sich immer weiter in der Sucht. Inzwischen hat er 13.500,25 Dollar (circa 11.400 Euro) für die "kleinen Käufe" bezahlt. Doch zum Glück hat sich mittlerweile etwas geändert: Durch eine Therapie hält er sich nun von Spielen mit Mikrotransaktionen fern. Er weiß auch und schreibt dies im offenen Brief, dass seine Sucht nicht die Schuld der Publisher ist. Doch weist er daraufhin, dass auch niemand ihn als Kind davor gewarnt hat. Es gibt keine rechtlichen Regelungen, keine Kontrollinstanz, die sich Glücksspiel, Lootboxe und Mikrotansaktionen in Spielen annimmt.

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