Overclocking: Was ist es und wie geht es (Einsteiger Guide)

von Stephan Schünke (03. Dezember 2017)

Stellt euch einmal vor, ihr kauft euch ein Auto mit nur 80 PS und sobald es ausgeliefert ist, könnt ihr es ohne große Schwierigkeiten und Mehrkosten auf 120 PS tunen. So oder so ähnlich ist auch die Übertaktung von Bauteilen in PCs. Vor allem der Prozessor und die Grafikkarte sind beliebte Bauteile, die selbst Anfänger schnell in andere Sphären heben können. Mit nur wenig Know-How könnt ihr eurem PC so bis zu 15% mehr Leistung in Spielen beschaffen, was sich natürlich auch auf die FPS auswirkt. Wir zeigen euch in diesem Artikel, wie Anfänger eine CPU oder eine Grafikkarte schnell und einfach übertakten.

Vorwort: Einsteiger Guide

Bitte beachtet, dass es sich hierbei um einen Einsteiger-Guide handelt, der nur oberflächlich am Thema „Overclocking“ kratzt. Wir wollen vor allem Einsteigern ein paar nützliche Tipps geben, was OC (So die Abkürung“ ist, wie es funktioniert und was ihr für den Anfang benötigt. Dieser Guide beschäftigt sich nicht mit professionellen Übertaktungsmöglichkeiten. ACHTUNG: NICHT ÜBERTREIBEN! Alle hier beschrieben Übertaktungsmöglichkeiten sollten stets mit bedacht durchgeführt werden. Es können Schäden an der Hardware entstehen, solltet ihr zu schnell und zu stark übertakten.

Was ist Overclocking?

Viele Neulinge im PC-Bereich fragen sich oftmals, was denn Overclocking überhaupt ist. Denn während Profis und Fortgeschrittene sofort wissen, worüber man spricht, denkt sich ein Einsteiger oftmals nur „Was labern die da?“. Overclocking oder kurz „OC“ ist das übertakten eines Prozessors, egal ob Hauptprozessor (CPU) oder Grafikprozessor (GPU). Dabei hebt ihr die Arbeitsgeschwindigkeit, die in Herz (Megaherz, Gigaherz) angegeben wird um einige Prozent an. Arbeitet ein Prozessor beispielsweise mit vier Prozessorkernen und einem Grundtakt von 3 GHz, könnt ihr ihn auf 3,2 GHz übertakten, um mehr Geschwindigkeit herauszuholen. Vergleichen könnt ihr das Übertakten mit dem Auto-Tuning. Ein Auto, das ihr von 80 PS auf 120 PC „tuned“, bekommt ebenso eine schnellere Beschleunigung und Endgeschwindigkeit.

Was könnt ihr übertakten

Wie im Text erwähnt, lassen sich der Prozessor und die Grafikkarte einfach und schnell übertakten. Das ermöglicht euch zum einen eine schnellere Rechenleistung, was sich vor allem für Gamer positiv auf dem Bildschirm in Form von mehr FPS auswirkt. Aber auch andere Bauteile des PCs lassen sich übertakten. So zum Beispiel auch der Arbeitsspeicher oder sogar der Monitor. Mit diesen OC-Funktionen möchten wir uns allerdings in diesem Einsteiger-Guide nicht beschäftigen.

Bildquelle: NVIDIABildquelle: NVIDIA

Übertakten der Grafikkarte

Das Übertakten der Grafikkarte ist denkbar einfach und geht mit wenigen Klicks in verschiedenen Programmen einfach von der Hand. Eines der besten Programme dafür ist der MSI Afterburner, mit dem ihr nicht nur die Leistung der Grafikkarte anheben könnt, sondern auch gleichzeitig die Mehr-Performance messen könnt. So kann der Afterburner FPS, GPU,- und CPU-Auslastung und auch die Temperaturen anzeigen. Je nach Grafikkartengeneration und Hersteller lassen sich eure Grafikkarten unterschiedlich gut übertakten. Gehen wir hier einmal von einer Geforce GTX 1080 aus, die beispielsweise einen Grundtakt von 1607 MHz besitzt. Um mehr Frames herauszukitzeln, könnt ihr diesen Grundtakt ein wenig anheben. Wichtig hier: Geht nicht mit dem Schlaghammer vor, sondern hebt den Takt in langsamen Schritten an und testet zwischendurch die Stabilität der Karte. Ein zu hoher Takt kann zu Grafikfehlern und sogar zu Schäden führen. Ein guter Wert sind 10er Schritte bei jeder Grafikkarte. Sobald die GPU den Takt nicht mehr verarbeiten kann oder zu warm wird, setzt die Technologie der Grafikkarte den Takt automatisch zurück.

Übertakten des Prozessors

Das Übertakten des Prozessors ist etwas anders, denn hier gibt es nicht nur die Software-Variante. Viele Fortgeschrittene und Profis übertakten ihre CPU direkt im UEFI/BIOS, da dieses umfangreichere Möglichkeiten bietet. Da dies allerdings ein Anfänger-Guide ist, zeigen wir euch lediglich die Übertaktung über ein Tool. Möchtet ihr AMD Prozessoren übertakten, dann verwendet ihr das Tool „AMD Overdrive“. Für Intel Prozessoren eignet sich das „Intel Extreme Tuning Utility“. Beachtet zusätzlich noch, dass sich nahezu alle AMD Prozessoren (Außer auf AM4 Boards mit A320 Chipsatz) übertakten lassen, während ihr bei Intel ausschließlich Modelle mit dem Kürzel „K“ am Ende der Bezeichnung übertakten könnt.

Übertaktet wird bei Prozessoren nicht mehr der Takt selbst, sondern ihr hebt hier lediglich den so genannten Multiplikator an. Hat ein Prozessor einen Multiplikator von 40 bei einem Takt von 100 MHz, taktet ein Kern mit 4 GHz. Für 4,1 GHz müsst ihr demnach den Multiplikator auf 41 setzen. Geht auch hier wieder vorsichtig und mit Bedacht vor. Tests zwischendrin mit Tools wie „Cinebench“, ob der Takt stabil läuft oder nicht.

Gute Kühlung ist stets ein Muss

Das A und O beim Übertakten ist eine starke Kühlung, die auch bei leichtem Übertakten immer notwendig ist. Die Grafikkarte sollte möglichst über starke Axial-Lüfter verfügen. Für den Prozessor sind etwas größere Kühler empfehlenswert, die mehr Abwärme verarbeiten können, als die normalen Boxed-Versionen. Je höher der Takt, desto wärmer die CPU und desto mehr Abwärme wird produziert, was die empfindlichen Bauteile beschädigen kann.

Tags: Hardware  

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