Assassin's Creed - Origin's: Deshalb ist es für mich der schlechteste Teil der Reihe

(Kolumne)

von Chiara Bruno (01. Dezember 2017)

Eines Vorweg, da ich mir vorstellen kann, dass diese Kolumne auf viel Gegenwind stoßen wird: Assassin's Creed - Origins ist keineswegs ein schlechtes Spiel. Es ist sogar ein gutes Spiel. Es ist einfach nur kein sehr gutes Assassin's Creed.

Als ich im Laufe der E3 den Trailer zu Assassin's Creed - Origins gesehen habe, konnte ich es kaum glauben: Ein Assassin's Creed, das vielversprechend aussieht und in Ägypten spielt. Ägypten war tatsächlich der ausschlaggebende Punkt für mich, der meine Vorfreude in die Höhe trieb. Nach Assassin's Creed 4 - Black Flag schaffte es irgendwie kein Teil der Reihe mehr, mich vor den Bildschirm zu fesseln. Wohlgemerkt: Ich habe Black Flag nicht einmal durchgespielt. Da mich die ägyptische Geschichte und Mythologie fasziniert, hatte ich große Hoffnung, nach Assassin's Creed 2 endlich wieder ein Assassin's Creed zu spielen, das nicht nur okay ist. Meine Hoffnung habe ich mittlerweile leider begraben.

Der Hauptgrund für meine Enttäuschung ist der Schwierigkeitsgrad. Origins ist schlichtweg zu leicht. Ja, den Grad kann man verstellen, das bringt mir aber trotzdem nicht den Nervenkitzel, den ich in einem Assassin's Creed brauche. Ich kann mich noch an das Herzrasen erinnern, das die vorigen Teile in mir auslösten. Die Anspannung, die ich verspürte, wenn mich die Wachen durch halb Rom jagten. Dieses Verlangen, selbst ein Assassine zu sein. Etwas Verbotenes zu tun - und nein, einen Löwen zu töten gibt mir diese Befriedigung nicht. Im Gegenteil.

Und dann sind da diese unzähligen Nebenmissionen, die sich alle gleich nach Arbeit anfühlen. Klar, niemand zwingt mich, sie allesamt abzuschließen, aber grundlos sollten sie schließlich auch nicht existieren. Leider reizt es mich auch nicht, wie in den vorigen Teilen, auf Gebäude zu klettern und mich umzusehen. Gefühlt sehe ich immer entweder Sand, die selben Gebäuse oder den Nil. Auch der Rollenspiel-Aspekt, von dem ich mir einiges erhofft habe, finde ich nicht sehr gelungen, geschweige denn inovativ. In einem Assassin's Creed sogar eher fehl am Platz. Die Kämpfe gestalten sich immer gleich: Ich pfeife, die Gegner kommen zu mir und Zack - sind sie tot.

Zwar ist der geschichtliche Teil äußerst interessant, Assassin's Creed - Origins schafft es allerdings nicht, ihn mir auf eine spannende Weise zu vermitteln, sodass ich mir irgendwann einen Netflix-Account zugelegt habe, um mir Dokumentationen zur ägyptischen Mythologie anzusehen.

Ich kann mich nur wiederholen. Assassin's Creed - Origins ist kein schlechtes Spiel. Und einen sehr guten Punkt hat es sogar: Ubisoft hat sich endlich wieder Mühe gegeben, ein ordentliches Assassin's Creed zu schaffen. Wer weiß, vielleicht fesselt mich der nächste Teil ja.

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