Freddy Fazbear's Pizzeria Simulator: Alles nur Fassade!?

(Special)

von Emily Schuhmann (06. Dezember 2017)

Ein Minispiel für Zwischendurch? Der Abschluss der erfolgreichen Serie "Five Nights at Freddy's"? Auf jeden Fall viel mehr, als es zu sein scheint: Hinter der 8-Bit-Maske verbergen sich serientypisch subtiler Horror und massig Futter für Fan-Theorien.

Scott Cawthon ist bekannt dafür, Fans seiner Spiele über besessene Animatronics (mechanische Spielzeugpuppen wie aus einer Freizeitpark-Attraktion) in einer Restaurant-Kette von Pizzarien zu überraschen. Am 4. Dezember veröffentlichte der Schöpfer von Five Nights at Freddy's ein neues Spiel auf Steam. Freddy Fazbear's Pizzeria Simulator ist nicht nur kostenlos, sondern wurde im Vorfeld in keiner Form angekündigt. Und das ist bei einem Entwickler, der Hinweise nicht nur in seinen Projekten, sondern sogar im Quelltext der dazugehörigen Seiten versteckt, wirklich ungewöhnlich.

Auf den ersten Blick sieht das Spiel wie ein fröhliches Minispiel aus, mit dem euch Scott die Feiertage versüßen möchte. In der Rolle des mechanischen Bären Freddy, einem der vielen Animatronics der Serie, verteilt ihr die frisch gebackenen Leckereien an hungrige Kinder. Satte Gäste belohnen mit Punkten und es ist euer Ziel einen möglichst hohen Wert zu erreichen.

Vom Nachtwächter zum Restaurantbesitzer

So präsentiert sich Freddy Fazbear's Pizzeria Simulator auf der entsprechenden Steam-Seite und wer selbst herausfinden möchte, was wirklich auf die Spieler wartet, sollte nach dem folgenden Video nicht weiterlesen. Schaut mal rein und kommt dann wieder, vielleicht haben wir ja noch das eine oder andere Detail entdeckt, das ihr übersehen habt?

Mit diesem Trailer begann vor drei Jahren eine riesige Erfolgsgeschichte:

Kommt für einen kurzweiligen Pizzeria-Simulator und bleibt für ein überraschend langes Spiel, vollgepackt mit Hintergrundinformationen und Jumpscares.

Nach den ersten Minuten ist die Nummer mit den Pixelpizzen auch schon wieder vorbei und die Optik wechselt zur gewohnten Grafik. Das eigentliche Spielgeschehen beginnt mit einer körperlosen Stimme, die euch von dem großartigen Leben als Franchise-Nehmer vorschwärmt. Im Anschluss beginnt euer erster Tag als Besitzer eines aufstrebenden Restaurants der "Fazbear Entertainment"-Kette. Euer Ziel ist es möglichst viele Besucher glücklich und so reichlich Umsatz zu machen. Der Spielverlauf ähnelt einem typischen Tycoon-Game: Ihr kauft Gegenstände und platziert sie im Verkaufsraum. Je mehr ihr ausgebt, desto umfangreicher wird der Katalog aus dem ihr Ausstattung und Attraktionen wählen könnt.

Immer diese elenden Luftschächte

Der Ausbau eurer Pizzeria ist aber nur ein Rahmen für das, was nachts passiert. Jeden Abend habt ihr die Wahl einen schrottreifen Animatronic zu zerlegen und seine Einzelteile zu Geld zu machen oder das Ding in der Gasse hinter dem Restaurant zu entsorgen. Freddy, Baby und Springtrap dürften den meistens Fans bekannt vorkommen, nur der schwarze Bär Lefty ist ein neues Gesicht im stetig wachsenden Kader blutdürstiger, mechanischer Figuren.

Schmeißt ihr die Viecher unverrichteter Dinge auf die Straße, seid ihr im nächsten Spielabschnitt sicher. Nehmt ihr die Animatronics jedoch auseinander, machen die "netten Kerlchen" euch im Folgenden das Leben schwer.

Funtime Freddy sieht in diesem Format wesentlich freundlicher aus und hat zum Glück seine Bonnie-Handpuppe daheim gelassen.Funtime Freddy sieht in diesem Format wesentlich freundlicher aus und hat zum Glück seine Bonnie-Handpuppe daheim gelassen.

Nach Ladenschluss müsst ihr nämlich noch den nächsten Tag vorbereiten. Geschirr bestellen, neue Menüs drucken, verstopfte Toiletten wieder flott machen; das geschieht alles mit einem einzigen Klick auf die jeweilige Option am PC in eurem Büro, aber es dauert seine Zeit. Ein Blick auf die Gegebenheiten des Raums sollte jedem Fan klar machen, was hier auf ihn wartet: Fünf Nächte bei Freddys. Dieses Mal müsst ihr nicht bis sechs Uhr durchhalten, sondern eine Liste von Pflichten abarbeiten.

Vor euch der PC, links und recht zwei Luftschächte, durch die euch die Animatronics einen Besuch abstatten können. Jeder normale Mensch hätte hier vermutlich spätestens am zweiten Tag Rotoren eingebaut, die unerwünschte Eindringlinge draußen halten. Hier ist die Sache etwas komplizierter. Während ihr eure Aufgabenliste durchgeht, könnt ihr am Computer verschiedene Dinge aktivieren: Bewegungsscanner, Audiosignale als Ablenkung und lautlose Ventilation. Immer nur eine dieser Funktionen kann gleichzeitig aktiv sein, obwohl euer Überleben selbst mit allen dreien nicht gesichert wäre. Schaffen es Freddy und Co. ins Büro, folgt ein Jumpscare und die Nacht geht von vorn los.

Das Ende?

Die Serie ist berühmt für eine ebenso komplexe wie makabere Geschichte, die dem normalen Spieler verborgen bleibt. Von versteckten Minispielen im Atari-Look, über winzige Details mit großer Wirkung, bis hin zu Abkürzungen im Quelltext der Spieleseiten, die erst im Zusammenhang mit den erschienenen Büchern Sinn ergeben. Auch in diesem Spiel sind unzählige Informationen verborgen, die ihr erst durch Interaktion mit den Attraktionen in eurer Pizzeria aufdeckt.

Manche Animatronics könnt ihr für einen Spottpreis erstehen, aber ihr holt euch damit auch ein Sicherheitsrisiko ins Haus.Manche Animatronics könnt ihr für einen Spottpreis erstehen, aber ihr holt euch damit auch ein Sicherheitsrisiko ins Haus.

Der Roboter "Candy Cadet" erzählt euch manchmal schaurige Geschichten. Beispielsweise berichtet er von einem Mann, der seine fünf toten Kinder zusammen nähte, weil er nur einen Sarg hatte. Beweist ihr euer Können an den beiden Arcade-Automaten erhaltet ihr Zusatzinformationen über Mitglieder der Afton-Familie, den wichtigsten Charakteren der Reihe. Und endlich klärt sich die Frage, welches der vielen ermordeten Kinder in die Puppe geschlüpft ist und seither den Seelen der anderen Opfer neues Leben in den Animatronics schenkt.

Wie so oft bei Scott Cawthon könnt ihr auch dieses Spiel abschließen, ohne etwas von der Hintergrundgeschichte mitzubekommen. Entscheidet ihr euch allerdings dafür, die Animatronics zu zerlegen und übersteht ihr die fünf Nächte, belohnt euch Freddy Fazbear's Pizzeria Simulator mit etwas ganz Besonderem:

Vorsicht Spoiler! Eine Sequenz, die ihr als Abschluss der gesamten Serie verstehen könnt: (Quelle: YouTube, ProdCharles)

Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Einblendung "This game is dedicated to the fans. It's been a pleasure making games for you." am Ende der Credits. Scott erklärt hier, dass er das Spiel den Fans widmet und es ihm eine Freude war, Spiele für sie zu entwickeln. Klingt nach einem Abschied, aber bei Scott Cawthon weiß man ja nie.

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Tags: Gratis   Horror  

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