Lernende KI: Bitte viel mehr davon!

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (12. Dezember 2017)

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, mir zwei Spiele nochmal genau anzusehen. Hello Neighbor und Echo. Auf den ersten Blick mögen diese Spiele nichts gemein haben. Doch eines verbindet sie: Eine lernende Künstliche Intelligenz.

Hello Neighbor - so funktioniert die KI

Stellt euch vor, ihr habt die ultimative Strategie gefunden, um ein Spiel zu besiegen. Ihr habt die KI ausgetrickst, wisst genau, wie ihr schleichen müsst, wann ihr besser angreift. Und dann stellt euch vor, dass die KI sich das alles genau einprägt und gegen euch verwendet.

So in der Art funktionieren Hello Neighbor und Echo. Im Ersteren müsst ihr in das Haus eines fiesen Nachbarn eindringen und dort einen Schlüssel finden. Mit dem öffnet ihr eine Tür, hinter der sich Mysteriöses verbirgt. So könnt ihr etwa im Vorgarten einen Rasenmäher starten. Das lockt den Nachbarn raus. In diesem Moment könnt ihr euch dann in das Haus schleichen. Doch wenn ihr diesen Trick zu oft anwendet, wir die KI wissen, wie sie sich jetzt zu verhalten hat. Sie wird euer Spiel durchschauen.

In Echo seid ihr selbst euer größter Gegner

In Echo wiederum erkundet ihr einen riesigen Palast. Dieser mag euch jedoch nicht, schickt euch Gegner an den Hals, die genauso aussehen wie die Protagonistin. Ihr habt nun die Wahl: Verhaltet ihr euch offensiv? Nutzt ihr eure Pistole? Oder schleicht ihr doch lieber? Vielleicht wählt ihr sogar den Weg der Flucht und rennt immer davon? Nun, die KI wird sich euch anpassen. Wenn ihr rennt, werden auch die Gegner schneller. Wenn ihr schießt, schießen die Gegner irgenwann zurück. Wenn ihr schleicht, werden sie noch aufmerksamer.

Während Künstliche Intelligenz Spiele schon immer bestimmt hat, ist lernende KI noch ziemlich neu. Und ich möchte wetten, dass es irgendwann kaum noch ein Spiel geben wird, das nicht dazulernen wird. Und das ist auch gut so.

Denn nicht nur könnten Gegner zukünftig viel intelligenter - viel menschlicher werden. Auch könnten nicht-spielbare Charaktere dadurch viel interessanter werden. Plötzlich fühlen sich diese virtuellen Partner nicht mehr an wie leere Hüllen. Auch sie würden auf das reagieren, was ihr tut. Sie werden sich zu eurem Verhalten äußern, werden zu euch Stellung beziehen.

Ich denke, dass wir mit lernender KI am Anfang einer Entwicklung stehen, die Videospiele noch viel interessanter, vielschichtiger und menschlicher machen könnten. Denn wenn diese Künstliche Intelligenz von euch lernt, dann lernt ihr, dass euer Verhalten immer Konsenquenzen hat. Dann lernt ihr euch selbst kennen.

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