Die größten Kontroversen des Jahres 2017

(Special)

von Emily Schuhmann (29. Dezember 2017)

Und wieder geht ein Jahr zu Ende. Das bedeutet einmal mehr, auf viele spannende Dinge zurückzublicken, die in den vergangenen zwölf Monaten passiert sind. Die folgenden Themen schlugen dieses Jahr besonders hohe Wellen und sorgten für heiße Debatten.

Lootboxen: Fluch oder Segen?

Ganz oben auf dieser Liste von Kontroversen steht eine Frage: Wie viel seid ihr bereit für Glücksspiel zu zahlen? Mit Mikrotransaktionen beschäftigten sich dieses Jahr sicher viele unter euch. Kein Wunder, denn kein Videospiel-Thema sorgte für so große Aufregung wie die Lootboxen-Debatte. Mittelerde - Schatten des Krieges enthält beispielsweise zahlreiche verschiedene Beutekisten, die ihr euch mit Echtgeld kaufen könnt. Ihr braucht sie nicht, aber die so erworbenen Orks erleichtern euch das Leben signifikant. Den Vogel abgeschossen hat allerdings EA mit Star Wars Battlefront 2.

Das Unternehmen stellte sogar einen Rekord auf und kassierte die meisten Downvotes in der Geschichte von Reddit. Die meisten Spieler haben kein Problem damit, wenn Lootboxen kosmetische Gegenstände enthalten, aber bei spielerischen Vorteilen ziehen sie die Grenze und diese wurde von EA mit den Sternkarten deutlich überschritten. Auch viele Entwickler zeigten sich unzufrieden mit der Praxis. Einige Entwickler meldeten sich zu Wort und erklärten, warum Lootboxen an sich kein schlechtes Game Design sind.

Gewitterstimmung auf YouTube und Twitch

Die großen Video- und Streaming-Plattformen waren auch dieses Jahr wieder in aller Munde. Im März fällte die Landesanstalt für Medien NRW eine folgenschwere Entscheidung: Sie stuften erstmals einen Twitch-Kanal, nämlich den von PietSmiet, als zulassungspflichtiges Rundfunkangebot ein. Die Jungs bräuchten demnach eine der teuren, klassischen Sendelizenzen. Es stellt sich die Frage, ob der Rundfunk-Staatsvertrag noch zeitgemäß ist oder eine Überarbeitung notwendig wäre.

Auch YouTube selbst machte seinen professionellen Nutzern das Leben schwer. Gronkh, LeFloid und andere Webstars liefen Sturm, da das Unternehmen seine Algorythmen verschärft hat. Vor Videos, die sich mit sensiblen Themen wie Politik oder Krieg beschäftigen, wird keine Werbung mehr ausgespielt und die Einnahmen der YouTuber sinken. Sogar bei Videospiel-Waffen in Let's Plays schlägt der virtuelle Spürhund oft an, und auch sonst liegt er oft daneben.

(Quelle: YouTube, PietSmiet)

Nicht nur die Plattform, sondern auch die YouTuber selbst gerieten dieses Jahr ins Kreuzfeuer. Allen voran PewDiePie, der mal wieder durch rassistische Bemerkungen und darauf folgende halbgare Entschuldigungen auffiel. Das ist unserer Meinung nach das große YouTube-Problem: Kein Filter zwischen den Entertainern und dem Millionenpublikum.

Auch in Deutschland gibt es Kandidaten, denen eine kritische Stimme im Ohr, die ihr Verhalten hinterfragt, gut tun würde. Einer von ihnen ist Montana Black, der schon oft mit diskriminierenden Äußerungen auffiel.

Eine Frage der Ethik

Es ist keine große Überraschung, dass das neue Wolfenstein 2 - The New Colossus zu den beliebtesten Spielen des Jahres zählt. Wie bei allen in Deutschland veröffentlichten Spielen, die die Zeit des Zweiten Weltkriegs behandeln, setzte Bethesda auch hier gezwungenermaßen die Schere an. Aus Hitler wurde beispielsweise Heiler. Das "Verschweigen" der NS-Zeit schadet dem Spiel und der Gesellschaft - Mit dieser Meinung stehen wir nicht alleine da und sogar einige jüdische Entwickler stimmen uns zu.

Ein Hakenkreuz werdet ihr in der deutschen Ausgabe von Wolfenstein 2 kein einziges Mal entdecken, es wurde konsequent ausgetauscht.Ein Hakenkreuz werdet ihr in der deutschen Ausgabe von Wolfenstein 2 kein einziges Mal entdecken, es wurde konsequent ausgetauscht.

Nicht aufgebracht, sondern sehr enttäuscht war ein Team von Transgender-Damen, die von einem Videospiel-Turnier für Frauen ausgeschlossen wurden. Das gemeinsame Zocken von Counter-Strike - Global Offensive hilft den Fünf über die Tiefs ihres oft herausfordernden Alltags hinwegzukommen, deswegen traf sie die Absage des Veranstalters wegen Täuschung hart.

Auch wir sind betroffen

Müssen Sport-Reporter gut Fußball oder Tennis spielen können? Die meisten Antworten auf diese Frage würden ziemlich sicher negativ ausfallen. Dennoch kam dieses Jahr eine ganz ähnliche Frage auf: Müssen Videospiel-Journalisten eigentlich gute Spieler sein? Auslöser dieser kontroversen Debatte war ein Video, in dem sich ein Mitglied besagter Berufsgruppe in den ersten Minuten von Cuphead ziemlich schlecht anstellte.

Das Spiel ist berüchtigt für seinen Schwierigkeitsgrad, aber eigentlich erst nach dem Tutorial

Immerhin müsst ihr euch bei der Hommage an die goldenen Zeiten des Zeichentricks keine Sorgen machen, ob euer Internet gut funktioniert. Immer mehr Spiele verlangen eine konstante Verbindung zum Netz und nicht nur wir fragen uns: Jetzt mal ernsthaft, was soll der Online-Zwang? In Gran Turismo Sport könnt ihr beispielsweise nur speichern, wenn ihr mit dem Internet verbunden seid und zwei ganze Spielmodi haben die gleichen Voraussetzungen. Entwickler-Erklärungen sind meistens nur fadenscheinig, aber dennoch verkaufen sich die Spiele. Bleibt die Frage: Wenn wir das unterstützen, sind wir dann nicht mit schuld?

Tags: Politik   Twitch   Lets Play   Livestream  

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