Das Ende der Netzneutralität: Was bedeutet das für uns Gamer? - Wie stehen die Dinge in Deutschland?

(Kolumne)

Status Quo und Zukunft in Deutschland

"Betrifft ja nur die USA. Was kümmert's mich in Deutschland?" - Wer so denkt, wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer unangenehmen Überraschung konfrontiert sehen. Erstmal gilt der Entscheid der FCC natürlich nur für die USA und bleibt somit offiziell und auf den ersten Blick auch eine rein amerikanische Angelegenheit. Allerdings hat die Gesetzgebung in den USA auch einen Vorbildcharakter für internationale Diskussionen. Und diese Diskussion wird auch in Europa bereits geführt.

Auf der gamescom 2017 zeigten sich Politiker pro Gamer. Hoffentlich haben sie das nicht vergessen.

Werft zum Beispiel einen Blick nach Portugal. Dort wird für drahtlose Internet-Anschlüsse vom Provider ein kostenpflichtiges Basis-Paket angeboten. Darauf aufbauend können die Dienste erweitert werden. Hier stellt sich erst gar nicht die Frage, ob der Kunde bereit ist, für eine verbesserte Leistung mehr zu bezahlen. Denn wenn er sie - aus welchen Gründen auch immer - benötigt, so muss er dafür bezahlen. Ob er will oder nicht.

Ihr müsst euch das so vorstellen: Es gibt zum Beispiel ein Messaging-Paket. Darin enthalten sind Kommunikationsdienste wie Whatsapp oder Skype. Dafür zahlt ihr zusätzlich fünf Euro pro Monat. Wenn ihr jetzt noch soziale Medien wie Twitter, Facebook oder Pinterest nutzen wollt, werden weitere fünf Euro fällig. Ihr wollt auch das Angebot von Videoportalen wie YouTube, Amazon oder Netflix nutzen? Fünf Euro, bitte! Musik von Spotify? Nochmal fünf Euro. So geht es munter weiter.

Das uneingeschränkte Internet wie ihr es kennt, wird somit abgeschafft und in kleine Dienstleistungsparzellen aufgeteilt, die je nach Anbieter mit bestimmten Kosten versehen werden. Diese Kosten unterliegen aller Voraussicht nach der Inflation und können somit in regelmäßigen Abständen erhöht respektive angepasst werden. So weit weg wie ihr vielleicht dachtet ist die abgeschaffte Netzneutralität also gar nicht mehr.

Hinzu kommt der Umstand, dass die großen Konzerne wie Facebook, Google und Amazon ihren Sitz in den Vereinigten Staaten haben. Wenn ihnen in der Heimat größere Kosten entstehen, könnt ihr fest damit rechnen, dass sie diese auch auf dem europäischen Markt wieder reinholen wollen.

Das Ende der Netzneutralität in den USA ist ein entscheidender Punkt in der Entwicklung des Internet. Die freie Zugänglichkeit von Daten, Unterhaltung und Information ist nicht mehr bloß in Gefahr, sie ist für den Moment in den USA nicht mehr existent. Wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen und glauben, dass Europa davon verschont bleiben wird. Wird es nicht. Es hat bereits begonnen. Es ist nun an uns allen, dagegen zu protestieren, wenn wir damit nicht einverstanden sind. Die YouTuber haben den ersten Schritt getan, wir Gamer sollten sie nicht allein in den Kampf ziehen lassen.

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Tags: Politik  

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